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Himmel in Flammen

Электронная книга - «Himmel in Flammen». Краткое содержание книги:

Nur sie würde seinen Schmerz heilen können. Sie allein hatte sich nie wirklich unterworfen. Sie war wild, so wie der eisige Norden, aus dem sie gekommen war: Nandalee. Und nun stand sie in seiner Höhle und zog die Klinge, die er einst selbst erschaffen hatte ...
Mit letzter Kraft flohen die Menschen aus dem ewigen Eis zurück in die südlicheren Gefilde Nangogs - besiegt und gedemütigt von den Kriegern der Daimonen. Erst als ein einzigartiger Wolkensammler mit einer mysteriösen Fracht über Volodis Palast vor Anker geht, schöpfen der Unsterbliche und sein bester Freund Aaron wieder Hoffnung. Es gibt eine Waffe gegen die scheinbar unbesiegbaren Drachen!
Doch auch die mächtigen Himmelsschlangen sind auf diese Waffe aufmerksam geworden. Während sie eine Armee von Zwergen in die Hafenstadt Asugar senden, um die Menschen endgültig zu schlagen, soll einer einzigen Drachenelfe, Nandalee, das Unmögliche gelingen: noch vor den Menschen die Waffe finden und bergen. Aber wird es Nachtatem, ihrem Herrn, wirklich gelingen, die Elfe noch einmal für seine Ziele in den Kampf zu schicken? Dieselbe Elfe, die ihm nahe kam wie niemand sonst und die zugleich sein Ende bedeuten könnte? Als aus dunklen Prophezeiungen Gewissheit wird, zeigt sich: Das Schicksal aller wird sich auf der magischen Welt Nangog entscheiden …
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War dieser Krieg am Ende einer Intrige der Elfen entsprungen, die nach der Macht strebten? Er überlegte, ob er Išta etwas sagen sollte. Aber würde das nicht so aussehen, als würde er um Gnade betteln? Und er hatte keinerlei Beweise für seinen Verdacht. Sie würde es als Hirngespinste abtun.

Er blickte auf einen Stoß Holz, der in der Mitte der Höhle lag. »Hast du Angst, dass ich in meinem Gefängnis frieren werde?«

»Ich finde es manchmal tröstlich, in Flammen zu blicken. Du wirst lange hierbleiben, mein Bruder, und du wirst Trost brauchen, deshalb das Holz.«

Was für ein Unsinn, dachte er und öffnete sein Verborgenes Auge. Deutlich sah er den minderen Albenstern, in dem sich fünf Kraftlinien kreuzten. Ein dichtes Gespinst feinerer Linien lag darüber. Išta hatte einen komplexen Zauber gewoben, um das Tor zu versiegeln, aber er war zuversichtlich, dass er ihn brechen konnte. Wenn sie und seine beiden Brüder so dumm waren, ihm nichts zu tun, würde er nicht lange in diesem Gefängnis bleiben.

Das Gefängnis

Es war fast vollbracht. Išta löste sich aus der Gruppe der Zauberweber. Die letzten Fäden konnten der Gefiederte und Langarm auch ohne sie spinnen. Es war der Schmied gewesen, der ihre Idee hatte Magie werden lassen. Er war geschickt. Wenn er nur nicht so hässlich wäre! Auch störte sie seine hündische Unterwürfigkeit. Für die kleinste Gunst von ihr wäre er fast alles zu tun bereit.

Wie anders war da doch der Ebermann. Ja, sein Verstand war kraus. Er versteckte sich hinter der Maske des Tiers. Doch sie sah hinter die Maske, sah seinen Mut und den Willen, seinen Weg ohne Kompromisse zu gehen. Er gefiel ihr. Warum hatte ausgerechnet er herausfinden müssen, was sie Anatu angetan hatte! Sie würde ihm Zeit geben nachzudenken. Wenn er hier herauskam, dann würde er erkennen, dass sie ihn beschützt und nicht bestraft hatte. Würde ruchbar, dass er sich auf eine Drachenelfe eingelassen hatte, würden ihre Brüder und Schwestern seinen Kopf fordern.

Išta blickte zu ihm herab. Seine himmelblauen Augen durchbohrten sie. Es lag kein Hass in ihnen, er versuchte zu ergründen, was sie wollte und was ihn erwartete. Einen Moment lang war sie versucht, es ihm zu sagen. Nein! Sie durfte nichts verraten. Er sollte grübeln. Das würde es ihr leichter machen, ihn zu manipulieren, wenn sie ihn holte oder er sich irgendwann befreite. Sie wusste, die Fesseln würden ihn nicht allzu lange aufhalten. Aber dieser Zauber – das war etwas anderes. Den hatte Langarm meisterlich ersonnen.

»Wir werden uns wiedersehen, wenn die Drachen besiegt und die letzten Alben im Mondlicht verschwunden sind. Wenn du zurückkehrst, werden wir Devanthar in allen drei Welten herrschen. Ein neues Zeitalter wird anbrechen. Dann ist wieder Platz in den drei Welten für dich. Bis dahin, lebe wohl.«

Er sah sie weiter einfach nur an. Sie hatte gehofft, dass er etwas sagen würde. Andererseits, hätte er es getan, dann wäre er nicht der, den sie schätzte. Išta spürte, wie Langarms Zauber mehr und mehr Kraft aus dem magischen Netz zog. Es würde noch kälter in der weiten Höhle werden, als es ohnehin schon war. Sie hatten Tage damit verbracht, den Zauber vorzubereiten. Er sollte ein Zeitalter lang Bestand haben. Er hatte sie viel Kraft gekostet.

Der Gefiederte stand auf und winkte ihr zu. »Komm! Gleich ist es vollbracht!«

Sie bedachte den Ebermann mit einem letzten, langen Blick. Hatte er die verdammte Elfenschlampe geliebt? Oder war sie ihm nur eine nützliche Idiotin gewesen? Er würde es ihr ganz gewiss nicht verraten. Und sie würde ihm nicht sagen, dass Lyvianne ihn nicht hintergangen hatte. Es gab keine Intrige der Elfe. Wahrscheinlich hatte sie ihrem Meister, dem Goldenen, berichtet, doch das war ohne Belang.

Der Drache hatte sie natürlich nicht eingeweiht. Ihr Bruder und die Elfe waren einfach nur zu unvorsichtig gewesen. Es hatte nicht viel Verstand dazu gehört zu erahnen, wann und wo die beiden sich wiedertreffen würden.

Sie wandte sich vom Ebermann ab. Es war alles gesagt. Jedes weitere Wort wäre nur eine hohle Hülse. Sie würden sich wiedersehen, eines Tages, in ferner Zukunft.

Langarm sprang auf. »Schnell jetzt, oder dir gehört eine Ewigkeit mit unserem Bruder, dem Schweinekopf!« Er hastete dem Eingang der Höhle entgegen. Išta sah, wie aus dem Fels ein schillernder Ring aus Eis wuchs.

Sie duckte sich hindurch. Der Sturm draußen hatte nachgelassen. Es fiel nur noch wenig Schnee. Über ihnen stand ein wunderschöner Sternenhimmel.

»Gehen wir!«, drängte der Gefiederte. »Es gilt, die Herrschaft über drei Welten zu erringen.«

»Und das nächste Mittsommerfest ist nicht mehr fern«, ergänzte Langarm und bedachte Išta mit einem Blick, der ihr blanken Ekel verursachte.

Lebe wohl, mein aufrechter Rebell, war ihr letzter Gedanke, bevor sie sich in den Himmel schwang. Sie war sich bewusst, wie schrecklich die Strafe war, die sie verhängt hatte. Er ahnte es noch nicht, aber sie hatten ihn in der Zeit begraben.

Allein

Der Ebermann hielt den Atem an. Der Schmerz war von exquisiter Qualität. Langarm hatte Nägel aus einem weichen Eisen benutzt, um ihm die Hände auf den Balken zu nageln. Seine Hammerschläge hatten den Kopf abgeflacht und nach außen gestülpt. Und krumm waren sie auch noch. Er schrie auf, als er die rechte Hand losriss. Er spürte, wie seine Handknochen auseinandergezwängt wurden, wie die Knochen über das Metall schrammten. Ein Fetzen seines Fleisches war, zusammen mit dem elendigen Nagel, auf dem Holzbalken zurückgeblieben.

Tränen des Schmerzes mischten sich mit Tränen der Wut, als er auf seine zerschundene Handfläche sah. Die Wunde heilte nicht! Seine Verletzungen, ganz gleich wie schwer sie sein mochten, heilten für gewöhnlich, noch während er hinsah. Der Schmerz blieb ihm zwar nicht erspart, aber er war nicht von langer Dauer. Doch nun geschah nichts. Dafür brannten die Ketten, die um seinen Leib gewunden waren, umso mehr. Er würde sie sprengen können, doch nicht sofort. Erst musste er seine zweite Hand befreien und sich ein wenig erholen. Der Ebermann spannte die Muskeln des linken Arms und wappnete sich für den Schmerz. Dann dachte er an Lyvianne, daran, wie sie zu singen begonnen hatte, als ihr Schmerz übermächtig geworden war. Was war sein Leiden im Vergleich zu dem, was Išta ihr angetan hatte.

Er riss die Hand los. Keuchte gegen die Pein an. Dann kämpfte er sich auf die Beine. Er hatte gespürt, dass sich die Magie, die ihn umgab, grundlegend verändert hatte. Nun musste er herausfinden, welche Marter die drei für ihn ersonnen hatten.

Eine Scheibe aus mattem, halb durchscheinendem Eis verschloss den Übergang zwischen der Tropfsteinhöhle und dem kurzen Tunnel, der hinaus ins Tal führte. Durch das Eis konnte er ein Stück des Himmels sehen. Es war Abend, und es wurde ungewöhnlich schnell dunkel.

Seine Krallen glitten über das Eis. Sie hinterließen keine Spur!

Verblüfft betrachtete er die dünne, durchscheinende Wand. Das war kein gefrorenes Wasser. Er stieß mit dem Ellenbogen dagegen. Alles, was ihm das einbrachte, war dumpfer Schmerz. Die Zaubermacht der drei hatte hier etwas erschaffen, das ihm fremd war. Nachdenklich betrachtete er die roten Schlieren, die seine verwundeten Hände auf der Wand hinterlassen hatten. Dieser durchsichtige Schild würde ihn wohl eine Weile aufhalten. Ihm war klar, dass er erst die verhexten Ketten sprengen musste. Noch verlangsamte die dunkle Magie sein Denken und zehrte ebenso von seinen Kräften wie von seiner Fähigkeit, Zauber zu wirken.

Sobald ihm dieser Kraftakt gelungen war, würde er diesem perfide ersonnenen Kerker entfliehen. Er würde den Bann brechen, der den Albenstern versiegelte. Oder er würde sich durch die Wände graben. Seine Krallen waren kaum weniger hart als der Stahl, den sein Bruder Langarm schmiedete. Er würde hier herauskommen, und dann sollten …

Es wurde wieder hell draußen. Wie konnte das sein? Gerade eben war doch erst die Dämmerung der Nacht gewichen. Nun graute der Morgen. Binnen weniger Augenblicke war der Himmel glutrot. Die Sonne erhob sich über die Berge, und er konnte sehen, wie sie am Horizont vorüberzog. Bald schon wurde es erneut dunkel. Er stand wie versteinert, war nicht in der Lage, etwas anderes zu tun, als das schmale Stück Himmel im Blick zu behalten.

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