Drachenelfen
- Автор: Хеннен Бернхард
- Серия: Drachenelfen #1
- Год: 2011
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Drachenelfen». Краткое содержание книги:
Da stieß der Raubvogel einen schrillen Schrei aus, legte seine Flügel an und kam im Sturzflug auf sie zu. Erschrocken wich sie zurück und riss die Arme hoch, um ihr Gesicht vor den Krallen zu schützen, doch statt sie anzugreifen, landete er auf einem Felsen, drehte den Kopf zur Seite und starrte sie durchdringend an. Nandalee wich ein Stück weiter zurück. Mit dem Vogel war eine unerklärliche Kälte gekommen. Er beugte sich vor, weitete die Flügel. Es schien, als wolle er schreien. Doch kein Laut drang aus dem weit aufgerissenen Schnabel. Er spie grünen, leuchtenden Nebel! Wie ein Wurm wand sich dieses Ding aus dem Greifvogel und sickerte den Fels hinab.
Eisige Kälte schlug Nandalee ins Gesicht, und auf den Federn des Vogels wucherte Raureif. Der Räuber stieß einen befreiten Schrei aus, schüttelte sich, schlug mit den Flügeln und erhob sich in die Lüfte. Das grüne Leuchten aber blieb.
Nandalee wich weiter zurück. Mit dem Rücken gegen einen Steilhang hatte sie keine andere Wahl, als seitlich auf dem schmalen Saumpfad auszuweichen. Ohne den Blick von diesem Wurm aus grünem Licht zu lassen, balancierte sie über den engen Steig. Sie war von dem Weg abgeschnitten, über den sie gekommen war.
Zoll um Zoll tastete sie sich zurück. Geröll machte den Boden unsicher.
Der seltsame Lichtwurm wand sich mal in Spiralen, dann wieder zerfloss er zu einer Wolke. Das Licht wechselte an Intensität. Nandalee ahnte, was die Kreatur wollte. Sie besitzen. Ausfüllen, so wie den Greifvogel. Sie presste die Lippen zusammen.
Die Elfe spürte, dass etwas hinter ihr war. Groß, massig. Aber sie wagte es nicht, sich umzudrehen. Die Lichtwolke wurde wieder zu einem langen, sich windenden Strang. Wie eine Schlange, dachte Nandalee.
Sie trat noch einen Schritt zurück. Ihre Ferse streifte Fels. Sie tastete mit der Linken hinter sich. Ein Felsblock, eine Steilwand … Etwas Großes versperrte den Weg. Sie wagte es immer noch nicht, hinter sich zu blicken. Sie durfte dieses grüne Licht nicht aus den Augen lassen. Nicht einen Herzschlag lang! Ihr Fuß tastete zur Seite. Da war kein Pfad mehr. Aus den Augenwinkeln sah sie den Hang hinab. Zu steil, dachte sie. Sie würde sich den Hals brechen! Sie würde … Der Lichtwurm richtete sich auf. Wie eine Viper, die zustoßen wollte.
Sie schlug mit dem Bogen nach der Kreatur. Die Waffe glitt widerstandslos durch die Erscheinung. Etwas Eisiges streifte ihre Wange und Kälte floss an ihr hinab. Erschrocken schrie sie auf. Das war ein Fehler.
Die große Dienerin
»… Aber es genügte der großen Dienerin nicht, sich auf den Dienst für ihre beiden Herren zu bescheiden. Und so floh sie in die Weite des endlosen Dunkels. Dort kauerte sie sich zusammen und sie war einsam. Und sie dachte daran, was sie für die anderen vollbracht hatte und was sie auf den beiden Welten gesehen hatte. Und sie wollte es besser machen als ihre gestrengen Herren. So dachte sie an einen vollkommenen Baum von ebenmäßigem Wuchs und kräftigen Wurzeln. Und so wie unsereins ein Haar auf dem Handrücken wächst, so wuchs aus ihrer Haut ein Baum, wohl hundert Schritt hoch. Die große Dienerin erfreute sich an ihm und erschuf nach seinem Bilde noch hundert mal hundert seinesgleichen. Dann dachte sie, dass ihre Bäume einsam sein mochten, und sie erschuf einem jeden von ihnen tausend mal tausend kleinere Gefährten. Diese aber unterschieden sich und waren von vielfältiger Art. Die ersten Bäume der großen Dienerin überragten sie, wie eine Mutter ihre Kinder überragt. Und gleich einer Mutter wachten die Älteren über die Jüngeren.
So schuf die große Dienerin noch viele Pflanzen. Gräser und Büsche und Moose und seltsam fleischiges Kraut, das auf dem Grunde der Meere gedieh. Danach aber dachte die große Dienerin an all die Tiere, die sie auf den anderen Welten gesehen hatte, und ein Gedanke ließ sie aus ihrem Fleisch wachsen. Zuletzt wollte sie Neues erschaffen. Geschöpfe, wie sie noch keiner gesehen hatte. Kreaturen, die mit den Wolken ziehen sollten, und Donnerwanderer mit Schlangenhälsen, so lang, dass sie aus den Wolken trinken könnten, und Beinen so mächtig, dass sie durch die Wälder wanderten, wie auf den anderen Welten die Büffel durch hohes Gras wandern. Und sie ließ jene nah bei ihrem Herzen reifen, die ihre Kinder sein sollten. Sie sollten die schönsten unter ihren Geschöpfen werden. Friedfertige Hirten, die über ihre Welt wanderten und sie hegten wie jene Gärtner, die über die Rosenbüsche im Palastgarten von Akšu wachen und ihnen so sehr verschrieben sind, dass sie kein Weib zur Ehe nehmen und sich bei den Wurzeln ihrer Rosen bestatten lassen, wenn ihre letzte Stunde gekommen ist. Als aber die große Dienerin ihren Kindern den Atem des Lebens einhauchen wollte, um unsterbliche Seelen in sie zu pflanzen, da wurden ihre Herren gewahr, was sie tat. Und sie bestraften sie. Und der Atem der großen Dienerin strich über die Welt, ohne ihre Kinder zu finden. Ihre Herren aber erkannten, was der Grund für die Taten ihrer Dienerin war, litt sie doch an einem Übermaß an Gefühl. Und so nahmen sie ihr das Herz, das der Sitz aller Gefühle ist. Daraufhin fügte sich die große Dienerin und sie tat wieder ihre Arbeit und vergaß ihre Kinder. Ihr Herz aber wurde in zwei Hälften geteilt und an zwei verschiedenen Orten verborgen. Und bis auf den heutigen Tag vermochte niemand ihr Herz wiederzufinden …«