Unternehmen Tiefsee [Ocean on Top - de]
- Автор: Клемент Хол
- Год: 1978
- Язык: немецкий
- Переводчик: Ingrid Rothmann
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Unternehmen Tiefsee [Ocean on Top - de]». Краткое содержание книги:
„Verstehe. Ja, alles bestens.“ Er legte das Täfelchen weg und schwamm durch die gewichtige Schleuse, hinaus, die hinter ihm langsam zuschwang. Die Tür hatte weder Sperre noch Klammern, doch sie ließ sich nur hinaus auf den Gang öffnen und brauchte keinen Sperrmechanismus.
Kaum war nämlich der Druck gesenkt, würde höchstens ein Erdbeben imstande sein, die Tür zu öffnen.
Ich merkte genau, wann die Pumpen einsetzten.
Um mich herum erzitterte alles, und die Vibration war durch den Tank hindurch zu spüren. Ich verbrachte eine geraume Zeit mit Schätzungen bezü glich der benötigten Leistung, um einen Raum dieser Größe unter einem Druck einer Wassersäule von einer Meile zu leeren, und noch mehr Zeit, mir die Frage zu stellen, wie die geheimnisvolle Flüssigkeit, die das Wasser ersetzte, sich bei vermindertem Druck verhalten würde. Falls der Dampfdruck sehr hoch war, mußte nach dem Leerpumpen eine Säuberung stattfinden — nein, nicht unbedingt, wenn man genauer überlegte. Das Zeug mußte ja physiologisch harmlos sein, so daß man den Dampf im Raum belassen konnte. Wenn er aber leicht brennbar war, dann würde es Schwierigkeiten geben, sobald man für mich Sauerstoff einleitete. Ach was, die waren doch seit Jahrzehnten mit diesem Problem vertraut. Ich brauchte mir deswegen keine grauen Haare wachsen zu lassen.
Trotz der reichlich vorhandenen freien Energie, die mich zu umgeben schien, dauerte das Leerpumpen fast eine halbe Stunde. Der Flüssigkeitspegel sank stetig. Die Oberfläche blieb unbewegt. Es gab kein Brodeln oder ein etwaiges anderes auffälliges Verhalten. Es hätte sich ebenso gut um Wasser handeln können. Das Zeug ließ sich ohne Schwierigkeiten ableiten. Als es hell wurde, sah ich me hrere Pfützen auf dem ziemlich unebenen Boden.
Beim öffnen des Tanks beeilte ich mich sehr. Das Aussteigen gestaltete sich nicht ganz einfach. Ich bekam Ohrenschmerzen, als die zwei Hälften auseinander fielen. Den Druck hatten sie nicht ganz hingekriegt, doch war der Unterschied nicht so groß, daß es mir ernsthaft Schwierigkeiten bereitet hätte. Draußen hieß es dann Eile mit Weile. Arme und Beine waren so verkrampft, daß ich eine gewisse Zeit brauchte, um mich zu entspannen, und es zunächst kaum bis zum Tisch schaffte.
Der Tisch war sehr bequem. Aber in diesem Augenblick wäre mir buchstäblich alles, worauf ich mich ausstrecken konnte, einschließlich des Steinfußbodens, bequem erschienen. Ich machte den breiten Gurt um Mitte und Brust fest und entdeckte prompt, daß ich nun den für die Beine bestimmten nicht mehr erreichen konnte. Ich lockerte also den Gurt, versorgte die Beine, zog den oberen Gurt wieder fester und konnte nun das rote Signalknöpfchen drücken.
Wie versprochen streckte sich eine der mechanischen Hände mir entgegen und reichte mir einen Becher mit einer Flüssigkeit und einer biegsamen Röhre, damit ich im Liegen trinken konnte. Ich befolgte die Anordnungen, und das ist auch alles, was mir von dem ganzen Vorgang im Gedächtnis blieb.
XII
Ich erwachte mit einigermaßen klarem Kopf. Ich lag in einer Koje in einem kleinen Raum, der außer zwei anderen Schlafstellen nicht mehr viel enthielt.
Ich war allein.
Jemand hatte mich ausgezogen. Die Sachen lagen säuberlich zusammengelegt in einer Art Hybridsprößling eines Wäschekorbes und einer Ablage in Kopfnähe des Bettes. Daneben lag eine Schwimmhose ähnlich der, die ich an vielen der Männer um meinen Tank herum bemerkt hatte. Nach kurzer Überlegung zog ich die Schwimmhose an. Meine anderen Sachen waren fürs Schwimmen nicht geeignet. Ich kroch aus der Koje und stand nun aufrecht da. Mein Kopf fühlte sich komisch an.
Mir fiel ein, daß ich unter den gegebenen Umständen gar nicht das Recht hatte, genügend Gewicht zu haben, um stehen zu können. Ich war vermutlich in eine Flüssigkeit eingetaucht, die dichter war als Wasser und daher dichter als mein Körper. Da hatte ich eine Idee. Ich kramte in den Taschen meiner abgelegten Sachen, entdeckte mein Klappmesser und ließ es fallen.
Sieh mal einer an! Es fiel an meinem Gesicht vorüber. Ich stand auf der Decke und die Kojenbetten ebenso.
Ich versuchte dem Messer nachzuschwimmen, das außer meiner Reichweite auf dem Boden der Decke zu liegen kam. Das bedeutete eine große Anstrengung, stellte sich aber als durchaus machbar heraus. Jetzt war mir klar, warum hier alle Menschen Ballastgürtel trugen. Im Moment allerdings konnte ich nirgends einen sehen. Ich würde also bis auf weiteres gehen müssen, wenn ich irgendwohin wollte. Dies versprach einigermaßen beschwerlich zu werden, weil die Flüssigkeit ziemlich zähflüssig war, wenn auch in geringerem Maße als Wasser. Überdies war die Architektur nicht auf Gehen eingestellt. Eine der Türen war kaum zugänglich, die andere befand sich im Boden — das heißt, in dem Boden, auf den mein Kopf nun zeigte und auf dem mein Messer gelandet war. Unter diesen Umständen entschloß ich mich, abzuwarten, bis Bert oder jemand anderer mit Ballast und Schwimmflossen auftauche.
Der Entschluß wurde noch durch die Tatsache begünstigt, daß ich mich noch immer nicht ganz tadellos fühlte, ganz abgesehen von der Meinungsverschiedenheit zwischen meinen Augen und den halbkreisförmigen Kanälen im Kopf, in der Frage, was oben und unten ist. Ich hatte das Gefühl, daß die Kanäle sich in diesem Fall zu keinem Entschluß durchringen konnten, und da fiel mir ein, daß man sie womöglich auch einem chirurgischen Eingriff unterzogen hatte. Man hatte sie doch nicht mit Luft gefüllt belassen können — oder doch? Wie stark war ein Knochen und wie gut geschützt waren die Kanäle übrigens?
Ich tastete mich ab und entdeckte verschiedene Stellen am Hals und um die Ohren, wo glattes Plastikmaterial eines chirurgischen Verbandes die Haut bedeckte, aber das bewies nicht viel. Mir war ohnehin klargewesen, daß man im Ohrenbereich hatte Änderungen vornehmen müssen.
Ich verspürte nicht den leisesten Drang Atem zu holen. Man hatte mir also einen gewissen Vorrat an Sauerstoff-Nahrung während des Umwandlungsvorganges eingeschmuggelt. Ich hätte gern gewußt, wie lange dieser Vorrat wohl ausreichen würde.
Plötzlich fiel mir ein, daß ich mich völlig in die Gewalt jedes Beliebigen begeben hatte, der sie gegen mich anwenden wollte, da ich keine Ahnung hatte, woher ich mir Nachschub von dem Zeug besorgen konnte. Das war ein Punkt, den ich mit Bert baldigst durchdiskutieren mußte.
Ich versuchte mich zum Atmen zu zwingen. Ich entdeckte, daß ich imstande war, langsam Flüssigkeit aus meinen Lungen zu drücken und sie ebenso langsam zurückzubekommen, doch es schmerzte, und ich fühlte mich noch benommener als von dem für mich ungewohnten Zustand, gleichzeitig aufrecht und verkehrt zu stehen. Die Flüssigkeit geriet in meine Luftröhre. Das spürte ich deutlich, obwohl der Hustenreiz ausblieb. Meiner Meinung nach war dies der komplizierteste Teil der Umwandlung in Anbetracht der Nerven— und Muskelaktivitäten, die das Husten bedingt.
Das Vorhandensein der Flüssigkeit in meiner Luftröhre, obschon nicht unerwartet, führte zu einer anderen Frage. Sicher hatte ich jetzt die Sprechfähigkeit eingebüßt, und die hier gebräuchliche Zeichensprache beherrschte ich nicht. Ich kannte nicht mal die gesprochene Sprache, auf der sie vermutlich basierte. Bis ich mich mit den Menschen hier verständigen konnte, würde ich viel Mühe und Plackerei aufwenden müssen. Vielleicht war es klüger, diese Mühe gar nicht erst auf sich zu ne hmen. Falls ich alles Wissenswerte von Bert erfahren konnte, waren Sprachstunden die reinste Zeitverschwendung.
Aber hören konnte ich wenigstens. Ich hörte merkwürdige Geräusche, von denen ich einige eventuell als Summen eines Hochleistungsmotors oder Generators eingestuft hätte. Pfeifen, Heulen, Stampfen — alles Mögliche, aber keine vertrauten Geräusche. Hinzu kam, daß hier eine bestimmte Geräuschklasse völlig fehlte, nämlich das Gewirr menschlicher Stimmen, das man in allen bewohnten Teilen der Erde vernimmt.
Meine Uhr zeigte an, daß fast eine ganze Stunde vergangen war, ehe jemand auftauchte. (Die Uhr wurde radioaktiv betrieben und war dem auf dem Meeresboden herrschenden Druck eigentlich nicht gewachsen, hatte sich aber tadellos gehalten.) Den Großteil dieser Zeitspanne machte ich mir Vorwürfe — nicht etwa, weil ich die Umwandlung hatte durchführen lassen, sondern weil ich versäumt hatte, die Zeit zwischen Entschluß und Durchführung auszunutzen und Bert nach weiteren Informationen auszuquetschen.