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Hauch der Verdammnis

Электронная книга - «Hauch der Verdammnis». Краткое содержание книги:

Der junge Michael Sundquist und seine Mutter Katharine, eine Anthropologin, übersiedeln für einige Monate nach Hawaii, wo Katharine durch Vermittlung ihres ehemaligen Studienkollegen Rob einen interessanten Auftrag erhalten hat: Auf der Insel wurde das Skelett eines Frühmenschen gefunden, was allen bisherigen wissenschaftlichen Erkenntnissen über die Besiedelung widerspricht. Katharines Auftraggeber ist ein japanischer Industrieller, der ein unerklärliches Interesse an diesen Forschungen hat. Während Katharine via Internet versucht, weitere Informationen zu diesem Rätsel zu bekommen und dabei auf ein unerklärliches Video stößt, das den ehemaligen Besitzer des Skeletts, eine Art Affenmenschen, ganz lebendig zeigt, macht Michael einen Tauchkurs und findet Freunde im Leichtathletikteam seiner neuen Schule. Eines Nachts leihen sich die Jungen heimlich Tauchgeräte aus und unternehmen einen Tauchgang, der fast dramatisch endet, weil ihnen die Luft ausgeht. Die Jungen können sich retten, doch kurz darauf stirbt einer von ihnen an Atemschwäche. Offenbar sind alle Teilnehmer, unter ihnen auch Michael, von einer rätselhaften Krankheit befallen, an der bereits mehrere junge Sportler starben: sie können nur noch in einer Atmosphäre überleben, die für normale Menschen tödlich wäre. Ist die Ursache die geheimnisvolle Kristalldruse, die Taucher aus dem Lavaboden am Meeresgrund geborgen haben? Oder sind Yoshikawas Experimente mit den >Affenmenschen< tragisch fehlgeschlagen?
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Er sah nach unten. Bewegte sich Michael wirklich?

Irgendwie war es schwer zu erkennen.

War auch Michael die Luft ausgegangen?

Was, wenn er vergessen hatte, was in einem solchen Fall zu tun war, und in Panik geraten war?

Seine Angst um Michael kehrte zurück. Josh griff nach hinten und schob das Ventil auf die Reserveposition. Dann tauchte er, so schnell er konnte, zu Michael hinunter. Er hatte gerade den schlammigen Teil des Wassers erreicht, als er sah, dass Michael seine Gewichte abwarf und an der Leine zog, um die CO2-Kartusche an seiner Schwimmweste zu aktivieren. Sofort pumpte sich die Weste auf, und Michael schoß nach oben, an Josh vorbei. Josh verzichtete darauf, auch seine Notleine zu ziehen, und schwamm Michael rasch hinterher. Kaum ragte sein Kopf aus dem Wasser, als er sich auch schon das Mundstück abriß.

»Bist du okay?« fragte er. Aber selbst im schwachen Licht erkannte er, dass Michael irgend etwas passiert sein musste.

»Ich... ich denke schon«, stammelte Michael. »Aber... ich weiß nicht ... ich hab' plötzlich keine Luft mehr bekommen!«

»Verdammt!« keuchte Josh. »Laß mich deinen Druckmesser sehen.« Er schwamm um Michael herum, schaltete die Taschenlampe ein und beleuchtete den Druckmesser. »Es sind die verdammten Flaschen«, sagte er zu Michael. »Meine war auch leer! Ich wollte gerade zu dir runter, als du die Leine gezogen hast. Schwimmen wir an den Strand zurück und sehen nach, ob die anderen okay sind.«

Josh blies seine Schwimmweste auf, damit er sich an der Oberfläche besser bewegen konnte, und schwamm auf den Strand zu, im gleichen Tempo wie Michael. Als sie aus dem Wasser stiegen, sahen sie Jeff Kina, der versuchte, an einer improvisierten Feuerstelle einen kleinen Haufen Kiawe-Holz in Brand zu setzen.

»Was ist passiert?« fragte Josh. »Warum bist du schon draußen? Du bleibst doch sonst immer so lange unten, bis du Wasser atmest.«

»Das ist auch noch gar nicht lange her«, entgegnete Jeff. »Der Anzeige nach war die Flasche voll, als ich reinging, aber vor zehn Minuten ist mir die Luft ausgegangen.« Mürrisch starrte er auf die schuldige Sauerstoffflasche. »Und wir können uns nicht mal bei Ken beschweren, weil wir uns das Zeug heimlich ausgeliehen haben!« Er entflammte ein weiteres Zündholz. Das Gehölz unter den Kiawe-Zweigen knisterte und ging schließlich in Flammen auf.

Einige Minuten später, als das Feuer durch die Kiawe kroch, die mit jedem Augenblick heller aufloderte, kamen auch Rick und Kioki aus dem Wasser. »Was ist los?« fragten sie.

»Die Flaschen waren nicht voll«, antwortete Josh.

Kioki runzelte die Stirn. »Eure auch nicht? Ich dachte, es sei nur meine.«

Rick Pieper sah seinen Freund an. »Wovon redest du? Du hattest auch Probleme?«

Kioki nickte. »Ich glaube, an meiner war das Ventil kaputt. Ich musste ziemlich bald auf die Notversorgung umschalten.«

»Warum hast du mir kein Signal gegeben?« fragte Rick entrüstet. »Meine Sauerstoffversorgung war okay. Mann, Kioki, wenn wir tief getaucht wären, hättest du wirklich in Schwierigkeiten geraten können.«

Als Josh die Angst in Michaels Gesicht sah, schaltete er sich eilig ein. »Aber wir waren nun mal nicht tief. Wir sind alle okay. Jetzt müssen wir nur dafür sorgen, dass dieser Mist wieder in den Laden kommt, und nächstes Mal achten wir eben noch besser darauf, dass alles stimmt. Okay?« Er sah einen nach dem anderen herausfordernd an.

»Meinst du nicht, dass wir Ken davon erzählen müssten?« fragte Rick schließlich.

»Was denn erzählen?« entgegnete Josh. »Dass wir uns in seinen Laden geschlichen und seine Sachen geborgt haben?« Seine Stimme nahm den sarkastischen Unterton an, den Michael schon recht gut kannte. »Das wäre wirklich eine prima Idee.«

»Also was machen wir?« fragte Jeff Kina.

Josh zuckte mit den Schultern. »Was wir von Anfang an machen wollten. Nichts. Es ist nichts passiert, also bringen wir das Zeug zurück, machen es sauber und gehen nach Hause. Oder wollt ihr, dass Ken die Bullen ruft?«

Schweigend drängten sie sich um das Feuer, um die Kälte aus ihren Gliedern zu vertreiben. Niemand sagte etwas.

Es gab nichts mehr zu sagen.

Michael sah an den Flammen vorbei auf das dunkle Wasser. Als er daran dachte, wie knapp sie einem Unglück entgangen waren, überlief ihn ein Schauder.

Aber schließlich war wirklich nichts geschehen. Er war nicht in Panik geraten, er hatte die Gewichte abbekommen, und...

Und er wünschte sich, bei diesem Tauchgang nie mitgemacht zu haben.

KAPITEL 8

Rick Pieper sah auf seine Armbanduhr. Es war 23 Uhr 35. Wenn seine Eltern noch auf waren, würde es mächtigen Ärger geben, denn er hatte praktisch geschworen, nie später als um 23 Uhr nach Hause zu kommen. Aber es hatte länger gedauert, als sie geglaubt hatten, die Ausrüstung in den Laden zurückzubringen, und als sie endlich fertig waren, war er ziemlich sicher, dass Ken es am nächsten Morgen sofort bemerken würde, egal, was Josh Malani gesagt hatte. Na ja, wenn Ken ihnen auf die Schliche kam, musste Josh eben einen Weg finden, sie aus allem rauszuhalten. Das musste man Josh lassen - er hatte immer irgendeine Idee. Rick nahm den Fuß vom Gaspedal, um links vom Highway abzufahren, zu dem Dorf in den Zuckerrohrfeldern, wo Kioki Santoya wohnte. Er hupte Josh noch einmal zu, der mit seinem klapprigen Truck den Berg hinauffuhr.

»Soll ich dich bis ganz nach Hause fahren?« fragte Rick ein paar Minuten später, als sie die Kreuzung erreichten, wo er abbiegen musste, wenn er Kioki vor seinem Elternhaus rauslassen wollte.

Der andere Junge schüttelte den Kopf. »Dann wacht meine Mom auf. Irgendwie hört sie ein Auto aus einem Kilometer Entfernung. Laß mich einfach hier raus, den Rest gehe ich zu Fuß.«

Rick Pieper fuhr an den Graben neben der Straße. Als Kioki die Tür öffnete, fühlte er sich plötzlich komisch, auf seltsame Art benommen. Er zögerte kurz. Vielleicht sollte er Rick doch bitten, ihn bis nach Hause zu fahren. Doch das Gefühl verschwand ebenso schnell, wie es gekommen war. Kioki schlug die Wagentür zu. »Bis morgen!« rief er. Rick haute den Gang rein, und mit quietschenden Reifen und einer Staubwolke, die Kioki ins Gesicht wehte, brauste er davon. Kioki zeigte seinem Freund den Finger und begann die schmale Straße hinunterzugehen.

Er war kaum hundert Meter weit gekommen, als er wieder dieses seltsame Gefühl spürte, die Benommenheit, dann einen Druck auf der Brust. Es erinnerte ihn daran, wie er sich gefühlt hatte, als nachts die Zuckerrohrfelder abgebrannt worden waren und er vergessen hatte, sein Fenster zu schließen.

Hustend blieb er stehen und hielt nach dem Feuer Ausschau, aber er sah nichts außer den Sternen am Himmel und dem Mond, der hinter dem Horizont versank.

Außerdem roch er auch nicht die beißenden Dämpfe, die von den Feldern aufstiegen, wenn diese brannten, und hörte nicht das Knistern des brennenden Zuckerrohrs, das stets so nahe klang, auch wenn es Kilometer entfernt war.

Der Husten ließ nach, doch der Schmerz in seiner Brust wurde stärker.

Was, zum Teufel, war los mit ihm? Er war noch nie krank gewesen.

Kioki lief weiter, aber nach ein paar Metern musste er stehenbleiben. Mittlerweile schmerzte sein ganzer Körper, und sein Atem ging stoßweise.

Nach Hause.

Er musste nach Hause.

Er taumelte vorwärts, spannte alle Muskeln in seinen Beinen an, verlor das Gleichgewicht und fiel mit dem Gesicht nach vorn auf den Boden. Er versuchte sich noch mit den Händen abzustützen, aber schon schürfte ihm ein Stein die Wange auf, und eine Glasscherbe zerschnitt ihm die rechte Handfläche.

Kioki stöhnte vor Schmerzen. Er richtete sich auf und hielt sich die blutende Hand vors Gesicht.

Der Schnitt zog sich von der Daumenwurzel bis zum kleinen Finger. Die Wunde pochte.

Kioki ergriff seine rechte mit der linken Hand und rappelte sich hoch. Schwankend stand er da. Sein Herz hämmerte, und jeder Atemzug schmerzte.

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