Schade, daß du nicht tot bist
- Автор: Браун Рита Мэй
- Год: 1994
- Язык: немецкий
- Год: Rowohlt
- ISBN: 3 499 13.403 9
- Переводчик: Margarete L
- Жанр: Другие детективы
Электронная книга - «Schade, daß du nicht tot bist». Краткое содержание книги:
Harry schloß die Tür auf und betrat ihre Dienststelle in genau dem Augenblick, als die große Bahnhofsuhr sieben schlug, sieben Uhr früh. Mrs. Murphy sauste wie der Blitz an ihr vorbei; Tucker kam in gemächlicherer Gangart nach.
Ein leerer Postbehälter lockte Mrs. Murphy. Sie hüpfte hinein. Tucker beklagte sich, daß sie nicht hineinspringen konnte.
»Sei still, Tucker. Mrs. Murphy ist gleich wieder draußen - nicht wahr?« Harry beugte sich über den Behälter.
Mrs. Murphy starrte zu ihr hinauf und sagte:»Von wegen. Laß Tucker nur meckern. Sie hat heute morgen mein Katzenminze- Säckchen geklaut.«
Alles was Harry hörte, war ein Maunzen.
Die Corgihündin hörte jedes Wort.»Du bist ein richtiges Luder, Mrs. Murphy. Du hast massenhaft solche Säckchen.«
Mrs. Murphy legte die Pfoten auf den Rand des Behälters und lugte hinüber.»Na und? Ich habe nicht gesagt, daß du auch nur mit einem davon spielen darfst.«
»Laß das, Tucker.« Harry dachte, der Hund knurre völlig grundlos.
Draußen hupte es. Rob Collier, der den großen Postwagen fuhr, lieferte die Morgenpost. Um vier Uhr nachmittags würde er wiederkommen, um Post abzuholen.
»Du bist früh dran«, rief Harry ihm zu.
»Wollte dir 'nen Gefallen tun.« Rob lächelte. »Weil nämlich in genau einer Stunde Mrs. Hogendobber schnaufend und prustend vor dieser Tür stehen wird, um ihre Post zu holen.« Er ließ zwei große Postsäcke auf die Vordertreppe plumpsen und kehrte zum Wagen zurück. Harry trug die Säcke hinein.
»He, das hätte ich für dich machen können.«
»Ich weiß«, sagte Harry. »Ich brauch Bewegung.«
Tucker erschien in der Tür.
»Hallo, Tucker«, begrüßte Rob den Hund. Tucker wedelte mit dem Schwanz. »Na gut, weder Regen noch Glatteis noch Schnee und so weiter.« Rob rutschte hinters Lenkrad.
»Es sind fünfundzwanzig Grad um sieben Uhr früh, Rob. Ich an deiner Stelle würde mir keine Sorgen um das Glatteis machen.«
Er lächelte und fuhr los.
Harry öffnete den ersten Sack. Mrs. Hogendobbers Post lag zuoberst, ordentlich mit einem dicken Gummiband gebündelt. Wenn Rob Zeit hatte, legte er Mrs. Hogendobbers Post im Hauptpostamt in Charlottesville auf einen Extrahaufen. Harry steckte die Handvoll Briefe in den Schlitz des Postfachs. Danach begann sie, den Rest zu sortieren: Rechnungen, genügend Versandhauskataloge, um sämtliche Männer, Frauen und Kinder in den Vereinigten Staaten neu einzukleiden, und natürlich private Briefe und Postkarten.
Courtney Shiflett, Markets vierzehnjährige Tochter, erhielt eine Postkarte von Sally McIntire aus einem Ferienlager. Kelly Craycroft, der gutaussehende, reiche Inhaber einer Straßenbaufirma, war der Empfänger einer Glanzpostkarte aus Paris. Es war eine Fotografie von einem schönen Engel mit Flügeln. Harry drehte sie um. Es handelte sich um den Grabstein Oscar Wildes auf dem Friedhof Pere Lachaise. »Schade, daß Du nicht hier bist«, stand auf der Karte. Keine Unterschrift. Die Handschrift war eine Computerschrift, wie der Namenszug auf den Briefen, die man von seinem Kongreßabgeordneten kriegte. Harry seufzte und steckte die Karte in Kellys Postfach. Es wäre himmlisch, in Paris zu sein.
Schneebedeckte Alpen prangten majestätisch auf einer an Harry adressierten Postkarte von ihrer Freundin seit Kindertagen, Lindsay Astrove.
Liebe Harry,
bin in Zürich angekommen. Keine Gartenzwerge in Sicht.
Flug kein Problem. Bin sehr müde. Schreibe später
ausführlich.