Witiko
- Автор: Штифтер Адальберт
- Язык: немецкий
- Жанр: Классическая проза
Электронная книга - «Witiko». Краткое содержание книги:
Sie gingen im Schmucke zu Hofe.
Sie wurden in einen kleinen Saal der Hofburg zu dem Herzoge und der Herzogin geführt. Wladislaw und Gertrud saßen geschmückt und allein auf Stühlen, und wiesen Witiko und Bertha Stühle an. Beide setzten sich. Gleich aber erhob sich Witiko wieder, nahm Bertha bei der Hand, führte sie vor den Herzog und die Herzogin, und sprach: »Hocherlauchter Herzog, hocherlauchte Herzogin, die Frau, welche vor euch steht, ist die Tochter Heinrichs von Schauenberg, der vorher Heinrich von Jugelbach gewesen ist, und Wiulfhilts von Dornberg. Sie heißt Bertha. Heinrich ist ein Herr und edler Mann, Wiulfhilt ist eine edle Frau, und Bertha durch beide edel. Sie hat es nicht verschmäht, als meine Gattin in Lieb und Treue mir anzugehören, wie ich ihr als Gatte in Lieb und Treue angehöre.
Wir erkennen und achten die Ehre hoch, daß wir heute vor euch haben kommen dürfen.«
»Witiko, Bertha«, sagte der Herzog, »nehmet eure Sitze wieder ein.«
Witiko und Bertha setzten sich auf ihre Stühle.
Dann sprach der Herzog: »Witiko, wie du mir sonst als Mann und Freund gegrüßt warest, so sei mir heute als Ehegatte gegrüßt. Bertha, seid mir heute als Ehegattin Witikos gegrüßt, und gebt mir die Hoffnung, daß ich Euch künftig auch als Freundin werde begrüßen können.«
Die Herzogin sprach: »Ich grüße Witiko als Freund, ich grüße ihn als treuen Mann des Herzoges und der Länder, und ich grüße ihn als Ehegatten. Ich grüße Bertha von Schauenberg als Ehegattin Witikos, und ich grüße sie als Freundin. Die aus solchem Geschlechte entsprossen ist, wird jeder Freundschaft würdig sein, und wird, wo man es nicht unwert ist, auch Freundschaft gewähren.«
Witiko antwortete: »Hocherlauchter Herzog, hocherlauchte Herzogin, ich danke inniglich des Grußes.«
Bertha sprach: »Hocherlauchter Herzog, ich danke des Grußes, und wer, wenn ich ihn auch nicht kenne, der Freund meines Gatten ist, dessen Freundin bin ich. Hocherlauchte Herzogin, ich danke des Grußes, und wer so hehr getan hat, wie Ihr, der genießt die Bewunderung und Verehrung, man gibt ihm Freundschaft, und achtet es als höchste Ehre, seiner Freundschaft würdig zu werden.«
»Du sprichst entschieden wie dein Vater, Bertha«, sagte die Herzogin.
»Mein Vater, hohe Frau, hat Euch noch an dem Hofe in Wien gesehen, und er hat Euch in Prag gesehen«, sprach Bertha.
»Wir kennen Heinrich von Jugelbach und Schauenberg sehr gut, und ich kenne ihn schon lange«, sagte der Herzog, »wir sind öfter bei einander gewesen, als ich noch nicht auf diesem Fürstenstuhle war, und später auch noch. Er ist in Prag gewesen, da du fern von mir, Witiko, in deinem Walde geweilt hattest. Ich kenne Gebhart von Jugelbach, der jetzt Gebhart von Stauf ist, den Bruder Heinrichs. Heinrich ist ein edler Herr und stark und verständig und vorsichtig und unternehmend, ein Spiegel eines Ritters. Das Geschlecht Dornberg ist sehr edel und mächtig und gut, und war vielfach mit denen von Jugelbach verbunden. Gebhart ist ein treuer ehrenwerter Ritter, und die von Aschach sind edel und gut gewesen, und Eure Großmutter, Bertha, Benedicta von Aschach, ist eine sehr edle Frau, und sie ist gut und treumütig und fromm. Sie hat dem alten Kloster Kremsmünster triftige Gaben zugewendet, und ist ihm noch wohlgesinnt.«
»Wir bitten, daß sie Gott dafür segne«, sagte Bertha.
»Er wird es tun«, sprach der Herzog. »Wir haben beide, ich und Gertrud, die Herzogin, große Freude gehabt, als uns durch den hochehrwürdigen Bischof Zdik aus Passau die Kunde ward, Witiko denke auf Bertha von Jugelbach, und wir haben den Bestrebungen Witikos das beste Gedeihen gewünscht, und hätten diese Bestrebungen gerne gefördert.«
»Du hast sie gefördert, hoher Herr«, sagte Witiko. »Berthas Vater hat zu mir gesprochen, wenn ich ein Haus habe, in dem meine Rose emporblühen kann, dürfe ich um Bertha kommen, und du hast das Haus gegründet. Aber wie konnte der hochehrwürdige Bischof Zdik meine Gedanken wissen?«
»Er hat wohl deine Gedanken aus deinen Mienen gesehen«, sagte der Herzog.
»Es ist nun ein so größeres Glück«, sagte Witiko, »daß du, hoher Herr, den Bund billigest, den ich mit Bertha geschlossen habe, und daß ihn die hocherlauchte Herzogin billigt. Und es ist nun eine größere Freude und eine größere Ehre, daß ihr, du und die hohe Herzogin, Hausgaben zu unserem Bunde gesendet habt. Hocherlauchter Herzog, hocherlauchte Herzogin, ich bringe den besten und treu ergebenen Dank für die Gaben dar.«
Bertha sprach: »Ich ehre meine Eltern und ihre Vorfahrer, und erkenne sie als vortrefflich, und ich danke dir, hoher Herzog, für die Worte, die du über meine Angehörigen gesprochen hast. Hocherlauchter Herzog, hocherlauchte Herzogin, ich bringe auch wie mein Gemahl den besten und treu ergebenen Dank für die Hausgaben dar.«
Der Herzog antwortete: »Ich habe Witiko schon gesagt, daß ich ihm die Gabe aus Hostas Burg als treuem Manne des Herzoges Sobeslaw und als treuem Manne von mir gesendet habe. Und ich habe ihm gesagt, daß die andern Dinge so sind, wie sie die Freunde den Freunden geben. Und das sage ich auch Euch, edle Frau.«
»Gebrauchet die Geräte und die Stoffe«, sagte die Herzogin, »erfreut Euch derselben ein wenig, und denkt dabei unser.«
»Ich habe den Glauben«, sagte der Herzog, »wenn Gertrud und ich nicht schon vermählt wären, und erst vermählt würden: »du, mein Witiko, würdest uns Hausgaben aus deinem Walde senden, was er Besonderes und Köstliches hervorbringt.«
»Ich würde mich freuen, wenn du die Gaben nähmest, hoher Herr«, sagte Witiko. »Möge der Bund des hohen Herzoges und der hohen Herzogin bis in das letzte Alter dauern, und mögen ich und Bertha es erleben, daß ihre Kinder Friedrich, Swatopluk, Adalbert und Agnes sich vermählen, und unsere Hausgaben aus dem Walde dann nicht verschmähen.«
»Sie werden sich derselben freuen«, sagte der Herzog. »Und nun, Witiko, sage ich: Lebe lange und glücklich mit Bertha, freut euch eures Bundes, und er werde gesegnet, daß die Freude in die künftigen Geschlechter fortwächst.«
»Ich wünsche euch auch jedes Glück und jeden Segen«, sagte die Herzogin, »es daure euer Bund so lange, wie Witiko es dem unsrigen gewünscht hat, und euer Stamm sei ein Teil der schönen Geschlechter, die in diesen Ländern sind, und der Stamm blühe empor, und werde immer bedeutender.«
»Gott gebe mir das Glück, etwas Gutes und Rechtes auf der Welt wirken zu können«, sagte Witiko, »er lasse uns das Glück, das wir in unserem Bunde finden, dauern, und alles andere sei seiner Weisheit anheimgestellt. «
»So sei es, und so möge es werden«, sagte der Herzog. »Und nun, Witiko, gestatte, daß auch andere an unserer Zusammenkunft Teil nehmen.«
Als er diese Worte gesprochen hatte, gab er mit einem Schlage auf eine Glocke ein Zeichen, und es öffneten sich die zwei Flügel einer Tür in dem Saale. Und durch die Tür kamen mehrere Herren und Lechen und Frauen in den Saal. Es war Diwiš, Preda, Wšebor, Chotimir, Bartholomäus, Welislaw, und mehrere andere.
Der Herzog sprach zu ihnen: »Hier ist Witiko, den ihr kennt, und neben ihm ist Bertha von Schauenberg, seine Gemahlin. Wir freuen uns dieser Verbindung, und wer das Geschlecht Berthas kennt, wird sich auch freuen.«
»Ich kenne es, und erachte es als ein Glück für Witiko, daß er Bertha heimgeführt hat«, sagte Wšebor.
»Es ist ein sehr edles Geschlecht«, sagte Diwiš, »und Bertha wird nicht minder sein als die Frauen dieses Geschlechts.«
»Ich kenne Heinrich von Jugelbach schon lange«, sagte Bartholomäus, »und freue mich, daß Witiko seine Tochter zur Ehegemahlin erhalten hat.«