Indiana Jones und der Stein der Weisen
- Автор: МакКой Макс
- Язык: немецкий
- Жанр: Другие приключения
Электронная книга - «Indiana Jones und der Stein der Weisen». Краткое содержание книги:
Autor - Max McCoy, preisgekrönter Journalist und Autor mehrerer Romane, lebt in Pittsburg, Kansas
»Tut es weh?« fragte O'Toole, als er Indys Handflächen mit Jod behandelte.
»Ich kann sie nicht spüren«, antwortete Indy.
»Das kommt schon noch.« O'Toole legte Indy Verbände an und schüttete ein paar Tabletten aus einem Medizinfläschchen. »Hier, nehmen Sie ein paar Aspirin.«
Die Tabletten waren kalkig und blieben in Indys Hals stecken, und er mußte gleich zweimal einen großen Schluck Kaffee nachtrinken, um sie runterzuspülen. Sofort begann der Kaffee ein Feuer in seinem Magen zu entfachen.
»Ich bin Ihnen sehr zu Dank verpflichtet.«
»Nicht der Rede wert«, entgegnete O'Toole. »Ich weiß, wie es ist, wenn man an einem Seil unter dem Zeppelin -Luftschiff meine ich natürlich - hängt und ums Überleben kämpft. Vor ein paar Monaten war ich an Bord der Akron. Zerschellte auf dem Wasser und sank innerhalb von drei Minuten.«
»Ich habe darüber gelesen«, sagte Indy.
»Es war nachts, während eines Gewitters, und die See war kalt«, fuhr O'Toole fort. »Siebenundsechzig Männer sind an Bord gewesen. Und nur drei haben überlebt.«
»Was ist passiert?« fragte Indy. »Ich meine, wieso sind Sie abgestürzt?«
»Unsere Höhenruderkabel haben sich gelöst. Und dann stimmte auf einmal mit dem Höhenmesser was nicht - wir glaubten auf achthundert Fuß zu sein, während unser Heck aufs Wasser prallte. Die Untersuchungskommission der Marine kam zu dem Ergebnis, daß ein eigenwilliges Tiefdruckgebiet die Instrumente durcheinandergebracht hat, aber davon bin ich nicht überzeugt, denn achthundert Fuß ... das ist ja ein beträchtlicher Irrtum.«
Indy nickte.
Neugierig blickte er sich in der Kabine um. In O'Tooles Koje lag ein Fanghandschuh, und unter der Matratze schaute der weiße Piniengriff eines Baseballschlägers hervor.
»Sind Sie Baseball-Fan?« fragte Indy.
»Aber sicher!« rief O'Toole und zog den Schläger, einen echten Louisville Slugger, heraus. »Ich spiele, wann immer sich mir die Möglichkeit bietet. Auf dem Hangardeck ist genug Platz, aber die Bälle verschwinden manchmal auf Nimmerwiedersehen. Das hier ist mein Liebling, Thunder Stick. Hat mich noch nie im Stich gelassen.«
Es klopfte an der Kabinentür.
O'Toole küßte den Schläger und schob ihn wieder unter die Matratze.
Kommandant Dresel kam herein. O'Toole nahm die Grundstellung ein und salutierte. Dresel erwiderte den Salut.
»Wieder an die Arbeit, Matrose.«
»Aye, Sir«, sagte O'Toole. Bevor er die Kabine verließ, zwinkerte er Indy noch zu.
»Dr. Jones«, begann Dresel und setzte sich auf das Bett ihm gegenüber. »Falls Sie vorhaben sollten, noch so etwas in der Art wie heute morgen durchzuziehen, werde ich mich gezwungen sehen, Sie von Bord zu schmeißen - und wenn das in einem kleinen Schlauchboot mitten auf dem Atlantik sein muß. An Bord meines Schiffes hat großspuriges Verhalten keinen Platz.«
»Kommandant«, sagte Indy, »ich möchte mich für meinen unorthodoxen Zustieg entschuldigen, aber es war von größter Wichtigkeit, daß ich an Bord dieses Schiffes gelange. Ich arbeite mit dem Militärischen Geheimdienst zusammen, und Major Manly hat mir Ihre Kooperation zugesichert.«
»Die Armee«, meinte Dresel mit säuerlicher Miene.
»Ja, Sir.«
»Wieso diese Eile, Jones? Sie hätten sicherlich eine andere Passage über den Atlantik buchen können. Soweit ich weiß, sind Passagierschiffe sehr gut darin, wenn es darum geht, Fahrpläne einzuhalten.«
»Es gibt aber kein Schiff, das mich innerhalb von achtundvierzig Stunden über den Atlantik bringen könnte«, erwiderte Indy. »Sie möchten wissen, warum ich es so eilig habe? Nun, es geht um eine internationale An-gelegenheit - die in Europa schon seit einiger Zeit schwelt.«
Dresel grunzte.
»Während Sie an Bord meines Schiffes sind«, sagte der Körnmandant, »stehen Sie unter meinem Kommando. Unter gar keinen Umständen dürfen Sie das Schiff oder die Mannschaft unautorisiert durch Aktivitäten Ihrerseits in Gefahr bringen. Sie werden sich der Mannschaft anschließen und in dieser Kabine schlafen, aber Sie werden sich zusammenreißen. Haben Sie das verstanden?«
»So ziemlich.«
»Sind Sie bewaffnet?«
»Wie bitte?«
»Sie haben schon verstanden. Tragen Sie eine Waffe?«
»Nun, ja, Sir«, antwortete Indy. Sein neuer Webley Revolver lag in seinem Ledersack.
»Händigen Sie sie mir aus«, ordnete Dresel an. »Ich werde sie in den Safe in meiner Kabine legen, bis Sie von Bord gehen. Dann kriegen Sie die Waffe zurück.«
Indy kramte den Revolver hervor und entnahm ihm die Patronen. Er hielt es für besser, die Peitsche nicht zu erwähnen. Waffe und Munition reichte er Dresel.
»Der Kontrollraum und der Luftschiffhangar dürfen nicht betreten werden. Ansonsten können Sie sich überall auf dem Schiff aufhalten«, sagte Dresel. »Manly hat mir erzählt, daß Sie auf dem Weg nach London sind. Planmäßig landen wir dort nicht, aber ganz in der Nähe. Den Rest der Reise werden Sie in einer Sparrowhawk zurücklegen, die Sie unten absetzt und später zum Schiff zurückbringt.«
»Weiter an Rom ranbringen können Sie mich nicht?« fragte Indy.
»Die letzten tausend Meilen dürften kein Problem sein«, erwiderte Dresel, »für jemanden, der so einfallsreich wie Sie vorgeht. «
»Sagen Sie mir, Kommandant«, meinte Indy, »die Akron - war sie der gleiche Bautyp wie die Macon?«
»Ja. Die Akron ist früher gebaut worden und ist achtzehn Monate geflogen«, sagte Dresel. »Es ist der gleiche Typus, aber die Gaszellen der Macon sind neu und aus GelatineLatexstoff. Sie sind, wie Sie sicherlich wissen, mit Helium gefüllt - die USA haben sich daran ein Marktsegment gesichert -, und die Macon kann nicht explodieren, wie das bei Hydrogen der Fall ist, das die Deutschen für ihre Luftschiffe verwenden müssen. Machen Sie sich etwa wegen der Lufttauglichkeit der Macon Sorgen?«
»Nein, Sir. Ich war nur neugierig.«
»Die Macon ist das neueste und beste Luftschiff der Marine und zufälligerweise auch das größte der Welt«, betonte Dresel »Wir können eine Höchstgeschwindigkeit von fünfundachtzig Meilen pro Stunde erreichen und eine Strecke von zehntausend Meilen zurücklegen. Im Hangar unter uns steht eine Schwadron von Curtiss Sparrowhawk Kampfflugzeugen, die extra dafür umgerüstet worden sind, daß sie während des Fluges starten und landen können. Das funktioniert mit einem Trapez-Mechanismus. Und es gibt sogar eine Art Warteplatz für Flugzeuge, die nacheinander starten. Wir fungieren für die Marine sozusagen als >Augen am Himmel<, und mit unserem verbesserten Design können wir auf gar keinen Fall untergehen.«
»Auf gar keinen Fall untergehen?« wiederholte Indy.
»Nein.«
»Das hat man über die Titanic auch gesagt.«
Dresel lächelte.
»Hier oben gibt es keine Eisberge.«
Mit einer zweiten Tasse Kaffee aus der Messe kehrte Indy in die Kabine zurück und nahm den Brief, den Manly ihm zugesandt hatte, aus seiner Mappe. Seine Hände schmerzten nun, deshalb fiel es ihm schwer, den versiegelten Umschlag zu öffnen. Die innenliegenden Dokumente trugen rote Stempelaufdrucke: GEHEIM. Obenauf lag eine glänzende Schwarzweiß-Fotografie von Sarducci und Benito Mussolini. Die Hand des Duce lag steif auf Sarduccis Schulter. Angeheftet an die Fotografie war eine handgeschriebene Notiz von Manly.
Hier ist Ihr Mann. Es ist ein brillanter, aber wahnsinniger Renaissance-Gelehrter, der nun für die OVRA, Mussolinis Geheimpolizei, arbeitet. Sarducci ist ein Ultra -Faschist, der nach dem Motto >Gewalt ist die beste Ausdrucksform von Kreativität handelt. Viel Glück - und seien Sie vorsichtig.