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Kalle Blomquist [с иллюстрациями]

Электронная книга - «Kalle Blomquist [с иллюстрациями]». Краткое содержание книги:

Liebe junge Detektive!
Aufgepaßt: Dieses Buch enthält die gesammelten Erfahrungen des großen Meisterdetektivs Kalle Blomquist. Vollzählig. Das ist von unschätzbarem Wert für Euch. Denn ob Ihr nun auf der Suche nach einem verborgenen Schatz seid oder einen exakten Plan ausarbeiten müßt, wie man einen langgesuchten Juwelendieb endlich zur Strecke bringen kann, oder blitzschnell entscheiden müßt, wenn der eigene Blutsbruder plötzlich gekidnappt wird, egal also in welch verzwickte Situation Ihr kommt, Kalle Blomquist, der Meisterdetektiv, wird Euch den richtigen Tip geben.
Und wer weiß, vielleicht spricht man dann eines Tages von Euch als dem großen Meisterdetektiv …

VERLAG FRIEDRICH OETINGER
HAMBURG

Deutsch von Cäcilie Heinig und Karl Kurt Peters
Bilder von Volker Heydorn
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Der Blasse beugte sich über die Gartentür und betrachtete Onkel Einar mit einem so haßerfüllten Gesichtsausdruck, daß Kalle oben in seinem Baum zu schwitzen begann. »Weißt du, wozu ich Lust hätte?« sagte er. »Ich hätte Lust, dir eine Kugel durch den Leib zu jagen, so wie du hier gehst und stehst, du langes, feiges Reff!«

Es schien, als ob Onkel Einar anfing, die Fassung wiederzu-gewinnen. »Und welchen Zweck soll das haben?« sagte er.

»Willst du so gern wieder ins Kittchen zurück? Schieß mich nieder, und in fünf Minuten hast du die Polizei hier. Was ge-winnst du damit? Du glaubst wohl nicht, daß ich alles mit mir herumtrage? Nein, tu das kleine Spielzeug da weg« – er zeigte auf den Revolver –, »und laß uns vernünftig miteinander reden.

Wenn ihr euch anständig benehmt, bin ich vielleicht bereit zu teilen.«

»Dein Edelmut übersteigt alle Grenzen«, höhnte der Blasse.

»Du bist bereit zu teilen! Schade, daß du etwas zu spät auf diese glänzende Idee gekommen bist! Ganz und gar zu spät! Denn siehst du, Einarchen, jetzt sind wir es, die nicht teilen wollen!

Du bekommst eine kleine Weile Bedenkzeit – seien wir großzügig und sagen wir fünf Minuten –, und dann übergibst du uns den ganzen Rummel. Ich hoffe in deinem eigenen Interesse, daß du verstanden hast, was ich gesagt habe.«

»Und wenn ich es nicht verstanden habe? Ich habe es nicht hier, und wenn du mich ins Jenseits beförderst, wird ganz bestimmt niemand dasein, der dir helfen kann, es zu finden.«

»Einar, alter Freund, du glaubst wohl nicht, daß ich von gestern bin? Es gibt Mittel, Leute, die keine Vernunft annehmen wollen, zu zwingen, feine Mittel! Ich weiß, was du jetzt denkst.

Ich weiß das ebensogut, als ob ich direkt in deinen verfaulten Schädel reingucken könnte. Du glaubst, du kannst uns noch einmal betrügen! Du glaubst, du kannst uns mit deinem Geschwätz von Teilung aufhalten, und dann haust du in aller Stille ab und schüttelst den Staub der Heimaterde von deinen Füßen, bevor wir es verhindern können! Aber ich will dir etwas sagen!

Wir werden dich daran hindern, und zwar auf eine Weise, die du niemals vergessen wirst! Wir bleiben hier in der Stadt, Tjomme und ich. Und du sollst mal sehen, wie oft du uns treffen wirst. Jedesmal, wenn du versuchst, vor diese Gartentür zu gehen, wirst du deine lieben alten Freunde treffen. Und irgendwann werden wir wohl mal Gelegenheit haben, ungestört miteinander zu reden – meinst du nicht?«

»Das ist richtig so, wie es immer in Büchern steht – ein unheilverkündendes Lächeln«, dachte Kalle und betrachtete nachdenklich das Gesicht des Blassen. Er beugte sich vor, um besser zu sehen, und im selben Augenblick knackte ein kleiner Zweig.

Onkel Einar blickte hastig umher, um zu sehen, woher der Laut gekommen war, und Kalle wurde es eiskalt vor Schreck, und der Atem stockte ihm.

»Wenn sie mich bloß nicht entdecken! Bloß nicht! Denn dann werde ich bestimmt liquidiert.«

Er begriff, daß seine Situation äußerst gefährlich werden konnte, wenn man ihn entdeckte. Es war nicht anzunehmen, daß ein Mann vom Kaliber des Blassen viel Mitleid mit einem Zeugen haben würde, der das Gespräch der letzten zehn Minuten mit angehört hatte. Zum Glück schien keinem der drei Männer viel daran gelegen zu sein, näher zu untersuchen, wer die kleine Unterbrechung verursacht hatte.

Kalle atmete erleichtert auf. Sein Herz war wieder an seinen normalen Platz zurückgesunken, als er plötzlich etwas zu sehen bekam, was es ihm wieder in den Hals Fahren ließ.

Unten auf der Straße kam jemand. Eine kleine Gestalt in einem knallroten, viel zu großen Trainingsoverall. Es war Eva-Lotte. Sie schwenkte lustig ein nasses Kleid in der Hand und pfiff ihr Lieblingslied: »Es war einmal ein Mädchen, und die hieß Josefin.«

»Wenn sie mich bloß nicht entdeckt«, wimmerte Kalle.

»Nur nicht! Denn wenn sie ›Hallo, Kalle!‹ ruft, dann bin ich erledigt.«

Eva-Lotte kam näher.

»Klar, daß sie mich entdeckt. Klar, daß sie zu unserm Kundschafterplatz raufguckt! Ach, ach, warum hab’ ich mich bloß hier raufgesetzt!«

»Hallo, Onkel Einar«, sagte Eva-Lotte.

Onkel Einar freute sich immer, wenn er Eva-Lotte sah. Aber jetzt sah er nahezu verklärt aus.

»Gut, daß du kommst, Eva-Lottchen«, sagte er. »Ich wollte gerade reingehen und sehen, ob Mutter das Mittagessen fertig hat. Komm, wir gehen zusammen.« Er winkte den beiden vor der Gartentür zu. »Auf Wiedersehen, Jungens«, sagte er. »Ich muß jetzt leider gehen.«

»Auf Wiedersehen, lieber alter Einar«, sagte der Blasse.

»Wir treffen uns wieder, da kannst du sicher sein.«

Eva-Lotte sah Onkel Einar fragend an. »Willst du nicht deine Freunde bitten, mit reinzukommen und mit uns zu essen?«

»Nein, weißt du, ich glaube nicht, daß sie Zeit haben.«

Onkel Einar nahm Eva-Lottes Hand.

»Ein andermal, kleines Fräulein«, sagte der Unangenehme.

»Jetzt … jetzt kommt es drauf an«, dachte Kalle, als Eva-Lotte am Ahorn vorbeiging. »O Gott!«

»Es war einmal ein Mädchen, und die hieß Josefin.« Eva-Lotte sang und warf gewohnheitsgemäß einen Blick zur Gabelung im Ahornbaum hinauf, dem Kundschafterplatz der Weißen Rose. Kalle blickte direkt in ihre lustigen blauen Augen.

Während vieler Jahre hatte man den Krieg der Rosen mitgemacht. Man hatte auch an einer Menge furchtbarer Fehden zwischen Indianern und Bleichgesichtern teilgenommen. Man hatte als alliierter Spion während des Weltkrieges Dienst getan. Und man hat zwei Sachen gelernt: sich nicht überraschen lassen und den Mund halten, wenn es notwendig ist. Da sitzt ein Verbün-deter im Ahornbaum, aber er hält warnend den Finger vor den Mund, und seine ganze Miene ist ein einziges: »Sei still!«

Eva-Lotte geht mit Onkel Einar weiter.

»Das einz’ge, was sie hatte, das war ’ne Nähmaschin, Nähmaschin-schin-schin, Nähma-Nähma-Nähmaschin.«

ZEHNTES KAPITEL

»Was halten Sie von dieser bemerkenswerten Unterhaltung, Herr Blomquist?«

Kalle lag auf dem Rücken unter dem Birnbaum in seinem eigenen Garten, und es war sein eingebildeter Zuhörer, der ihn wieder interviewte.

»Tja«, sagte Herr Blomquist. »Vor allen Dingen ist es klar, daß wir in diesem Kriminaldrama nicht nur einen Schurken haben, sondern drei. Und ich warne Sie, junger Mann (der eingebildete Zuhörer war besonders jung und unerfahren), ich warne Sie! Es wird sich viel in der nächsten Zukunft ereignen. Es wäre am klügsten, sich an den Abenden zu Hause aufzuhalten. Das hier wird sicher ein Kampf auf Leben und Tod, und jemand, der es nicht gewohnt ist, mit der Hefe und dem Abschaum der Menschheit umzugehen, der kann sich dabei leicht seine Nerven vollständig ruinieren.«

Herr Blomquist selbst war ja so daran gewöhnt, mit der Hefe und dem Abschaum der Menschheit umzugehen, daß sein Ner-vensystem widerstandsfähig genug war. Er nahm die Pfeife aus dem Mund und fuhr fort: »Sie verstehen: Diese beiden Herren hier, Krok und Redig – ja, ich brauche Ihnen wohl nicht zu sagen, daß das natürlich nicht ihre richtigen Namen sind –, also diese beiden feinen Burschen werden Onkel Einar, hm, Einar Lindeberg oder Brane, wie er sich auch mitunter nennt, ordentlich den Kopf heiß machen. Offen gesagt – sein Leben ist in Gefahr!«

»Und welchen Standpunkt werden Sie, Herr Blomquist, in diesem Streit einnehmen?« fragte der Zuhörer achtungsvoll.

»Den Standpunkt der menschlichen Gesellschaft, junger Mann! Wie immer! Selbst wenn es um mein Leben gehen sollte!« Der Meisterdetektiv lächelte wehmütig. Im Interesse der menschlichen Gesellschaft hatte er sich schon tausend Toden ausgesetzt, so daß einmal mehr oder weniger keine Rolle spielte.

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