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READ-E-BOOK » Научная фантастика » Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]
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Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]

Электронная книга - «Die Farben der Zeit [To Say Nothing of the Dog - de]». Краткое содержание книги:

Der große Kritiker- und Publikumserfolg aus den USA! Connie Willis, preisgekrönt als beste SF-Autorin der 90er Jahre, schickt in diesem Buch Zeitreisende aus der Zukunft in das viktorianische England — ein unvergessliches Abenteuer …
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»Einen«, sagte sie. »Nach London.«

»Wie hoch war der Schlupfverlust?« bohrte er weiter.

Sie sah aus, als wollte sie sagen: »Dafür habe ich keine Zeit«, besann sich aber offenbar eines Besseren und begann, auf ihre Tasten einzudreschen. »Räumlich, kein Schlupfverlust. Zeitlich, acht Minuten.«

»Also ist es nur Coventry«, sagte Dunworthy zu sich selbst. »Acht Minuten in welche Richtung? Früher oder später?«

»Früher.«

Er wandte sich wieder an Carruthers. »Haben Sie versucht, jemanden früher nach Coventry zu schicken und während des Luftangriffs dort zu lassen?«

»Ja, Sir«, antwortete Carruthers. »Sie kamen aber stets zu spät an.«

Dunworthy nahm seine Brille ab und inspizierte sie. Dann setzte er sie wieder auf. »War der Schlupfverlust eher zufällig oder stieg er stetig an?«

»Er stieg stetig an.«

»Finch, gehen Sie und fragen Sie Miss Kindle, ob sie irgendwelche Zufälle oder Diskrepanzen bemerkt hat, während sie in Muchings End war. Ned, Sie bleiben hier. Ich muß mit Lewis sprechen.« Er verließ den Raum.

»Was soll das alles?« Carruthers schaute ihm nach.

»Das Plätzchen«, entgegnete ich und setzte mich.

»Hoch mit Ihnen«, sagte der Seraph. »Der Sprung ist vorbereitet. Gehen Sie auf Ihren Platz.«

»Sollten wir nicht auf Mr. Dunworthy warten?« fragte ich.

»Ich habe neunzehn Sprünge verschoben, ganz zu schweigen einen anderen Sprung höchster Priorität für Mr. Dunworthy, und…«

»Schon gut, schon gut«, sagte ich, suchte Rucksack, Portmanteau, Reisetasche und Weidenkorb zusammen und brachte sie zum Netz. Die Schleier befanden sich immer noch einen Fußbreit über dem Boden. Ich setzte mein Gepäck ab, hob die Schleier, kroch darunter und begann, das Gepäck nachzuziehen.

»Das victorianische Zeitalter ist eine Zeit rasanter technischer und wissenschaftlicher Veränderungen«, sagte der Ohrstöpsel. »Die Erfindung des Telegrafen, des Gaslichtes und Darwins Evolutionstheorie veränderten auf unwiderrufliche Weise das Wesen der Gesellschaft.«

»Heben Sie Ihr Gepäck auf und stellen Sie sich auf das X«, sagte Miss Warder.

»Die Art zu reisen veränderte sich ebenfalls rapide. Die Erfindung der Dampflokomotive und die erste Untergrundbahn im Jahre 1863 gestatteten es den Menschen des victorianischen Zeitalters, sich schneller und weiter fortzubewegen als irgend jemand zuvor.«

»Fertig?« fragte sie, die Hand über der Tastatur.

»Ich glaube schon«, sagte ich und prüfte, ob sich alles unter den Schleiern befand. Eine Kante des Weidenkorbs schaute noch hervor. »Moment«, sagte ich und angelte ihn mit dem Fuß zu mir.

»Ich fragte, fertig?«

»Problemloses und erschwingliches Reisen erweiterte den Horizont der Victorianer und zerbrach die starren Grenzen zwischen den Klassen, die…«

Der Seraph hob die Schleier, riß die Stöpsel aus meinem Ohr, und ging zur Konsole zurück.

»Fertig?« fragte sie.

»Ja.«

»Moment!« sagte ich. »Ich weiß ja gar nicht, wohin ich gehe.«

»Siebter Juni 1888«, erwiderte sie und tippte weiter.

»Ich meine doch, danach«, sagte ich und versuchte, eine Öffnung in den Schleiern zu finden. »Ich habe Mr. Dunworthys Instruktionen nicht ganz verstanden. Wegen der Zeitkrankheit.« Ich deutete auf mein Ohr. »Schwierigkeiten, Laute zu unterscheiden.«

»Eher Schwierigkeiten beim Denken«, sagte sie. »Ich habe keine Zeit dafür«, und stürmte aus dem Raum.

»Wo ist Mr. Dunworthy?« hörte ich ihre Stimme im Korridor. Wahrscheinlich stand dort Finch.

Dunworthy hatte etwas von Muchings End gesagt und über ein Boot. Oder war das aus dem Ohrstöpsel gekommen? »Der Job ist kinderleicht«, hatte er gesagt.

»Wo ist er?« Ich hörte wieder den Seraphen, und seine Stimme ähnelte erschreckend der von Lady Schrapnell.

»Wer ist wo?« fragte Finch.

»Sie wissen nur zu gut, wer«, sagte sie in dröhnendem Tonfall. »Und sagen Sie mir nicht noch einmal, er sei im Krankenhaus. Es reicht jetzt mit dem Versteckspiel. Er ist hier. Stimmt’s?«

Oh, mein Gott!

»Gehen Sie von dieser Tür weg und lassen Sie mich durch«, donnerte Lady Schrapnell. »Er ist hier.«

Ich ließ mit einem lauten Schlag das Gepäck fallen und schaute panisch um mich, um ein geeignetes Versteck zu finden.

»Nein, ist er nicht«, sagte Finch tapfer. »Er ist drüben im Radcliffe Krankenhaus.«

Es gab kein Versteck für mich, zumindest nicht in diesem Jahrhundert. Ich kroch unter den Schleiern hervor und sprintete zur Konsole, betend, daß der Seraph wirklich bereits alle nötigen Vorbereitungen getroffen hatte.

»Ich sagte, lassen Sie mich vorbei!« befahl Lady Schrapnell. »Badri, schaffen Sie ihn von der Tür weg. Mr. Henry ist hier, und ich beabsichtige, ihn auf die Suche nach des Bischofs Vogeltränke zu schicken, anstatt ihn hier in der Gegenwart herumlungern zu lassen, mit der Behauptung, er leide an der Zeitkrankheit.«

»Aber er hat die Zeitkrankheit«, sagte Finch. »Sogar einen schweren Schub. Seine Sicht ist verschwommen, er hat Schwierigkeiten, Laute zu unterscheiden, und sein Urteilsvermögen ist ernsthaft in Mitleidenschaft gezogen.«

Der Konsolenschirm sagte: »Bereit. Drücken Sie SENDEN.« Ich maß die Entfernung zum Netz ab.

»Er ist nicht in der Lage, weitere Sprünge zu machen«, sagte Finch.

»Blödsinn«, erwiderte Lady Schrapnell. »Und jetzt gehen Sie sofort von dieser Tür weg!«

Ich holte tief Luft, drückte SENDEN und hechtete kopfüber zum Netz.

»Bitte, glauben Sie mir.« Finchs Stimme klang verzweifelt. »Er ist nicht hier. Er ist drüben in Christ Church.«

»AUS DEM WEG!« sagte sie, und man hörte Gerangel.

Ich schlitterte mit dem Gesicht voran auf das X. Die Schleier senkten sich auf meinen Fuß. Ich zog ihn mit einem Ruck nach.

»Mr. Henry, ich weiß, daß Sie hier sind!« Die Tür wurde aufgerissen.

»Ich sagte Ihnen doch, er ist nicht hier«, sagte Finch.

Und so war es.

4. Kapitel

»Liebe findet zuletzt ihr Stündlein.«

William Shakespeare

Eine plötzliche Ankunft • Der Unterschied zwischen Literatur und dem wirklichen Leben • Die Ähnlichkeit zwischen dem Geräusch einer Eisenbahnsignalpfeife und einer Luftschutzsirene • Ich denke über meinen Auftrag nach • Howard’s End • Eine Zeitung zur rechten Zeit • Zwei Damen • Eine späte Ankunft Kontakt! • »Oxford, Stadt der träumenden Türme« • Eine modische Erscheinung • Schicksal • Warum sich Kaninchen von Schlangen hypnotisieren lassen • Eine neue Bekanntschaft

Ich landete mit dem Gesicht voran, quer über Eisenbahngleisen liegend. Das Portmanteau und alles andere lagen um mich verstreut, zusammen mit meinem Strohhut, der mir vom Kopf gefallen war, als ich ins Netz hechtete.

Die Stimme von Lady Schrapnell dröhnte noch in meinem Ohr, und ich erhob mich und spähte vorsichtig um mich, sah aber nichts von ihr. Und auch kein Boot oder einen Fluß. Die Eisenbahngleise verliefen auf einem grasbedeckten hohen Damm. Bäume wuchsen längsseits der Gleise und unterhalb des Damms.

Die erste Regel bei Zeitreisen lautet: »Stelle fest, wo genau du dich im Raumzeitgefüge befindest«, jedoch konnte ich weit und breit keine Möglichkeit dazu entdecken. Offensichtlich war es Sommer — der Himmel über mir war blau, und Blumen wuchsen zwischen den Eisenbahnschwellen. Außer den Gleisen gab es aber weit und breit keine Anzeichen von Zivilisation. Es mußte also irgendwann nach 1804 sein.

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