Die drei Musketiere
- Автор: Дюма Александр
- Язык: немецкий
- Переводчик: Zoller
- Жанр: Исторические приключения
Электронная книга - «Die drei Musketiere». Краткое содержание книги:
Mylady jedoch ist Athos’ Ex-Frau, die sich zu einem intrigenreichen Kampf gegen die Musketiere rüstet: Sie soll im Auftrag Richelieus die Königin Anna von Österreich und spanische Gemahlin Ludwigs XIII. bloßstellen. Ihr wird ein Liebesverhältnis mit dem Herzog von Buckingham nachgesagt. Dieser soll auf Geheiß des eifersüchtigen Richelieu durch Mylady de Winter ermordet werden, weil er sich zuvor mit den Protestanten von La Rochelle, wo die Musketiere zu Helden aufgestiegen waren, verbündet hatte. Richelieu fädelt daraufhin weitere Intrigen ein …
«Gut, «sprach Rochefort, nahm das Papier Mylady aus den Händen, faltete es zusammen, und steckte es in das Futter seines Hutes.»Seid übrigens unbesorgt, ich mache es wie die Kinder und wiederhole den Namen den ganzen Weg entlang, wenn ich das Papier verliere. Nun, ist das Alles?«
«Ich glaube.«
«Wir wollen einmal untersuchen: Buckingham todt oder schwer verwundet: Eure Unterredung mit dem Kardinal von den vier Musketieren gehört; Lord Winter von Eurer Ankunft in Portsmouth benachrichtigt: d'Artagnan und Athos in die Bastille: Aramis der Liebhaber der Frau von Chevreuse; Porthos ein Gimpel; Madame Bonacieux wieder gefunden; Euch den Wagen so bald als möglich schicken; Euch meinen Bedienten zur Verfügung stellen; ein Opfer des Kardinals aus Euch machen, damit die Aebtissin keinen Verdacht schöpft; Armantières an den Ufern der Lys; ist es so?«
«In der That mein lieber Chevalier, Ihr seid ein wahres Wunder von Gedächtniß. Doch fügt noch bei…«—»Was?«
«Ich habe ein sehr hübsches Wäldchen gesehen, das an den Klostergarten stoßen muß. Sagt, es sei mir erlaubt, in diesem Wäldchen spazieren zu gehen. Wer weiß, ich muß vielleicht durch eine Hinterpforte von hier fort.«
«Ihr denkt an Alles.«—»Und Ihr, Ihr vergeßt etwas.«— Was denn?«—»Zu fragen, ob ich Geld brauche.«—»Das ist richtig. Wie viel wollt Ihr?«—»Alles, was Ihr an Gold bei Euch habt.«—»Ich habe ungefähr fünfhundert Pistolen bei mir.«—»Ich etwa eben so viel. Mit tausend Pistolen kann man Allem Trotz bieten. Leert Eure Taschen.«—»Hier.«—»Gut. Und Ihr reist?«—»In einer Stunde. Ich bleibe nur so lange, um einen Bissen zu essen, und schicke mittlerweile nach einem Postpferd.«—»Vortrefflich. Adieu, Graf!«—»Adieu, Gräfin.«—»Empfehlt mich dem Kardinal.«—»Empfehlt mich dem Satan.«
Mylady und Rochefort tauschten ein Lächeln und trennten sich.
Eine Stunde nachher sprengte Rochefort im stärksten Galopp aus Bethune. Nach fünf Stunden kam er durch Arras.
Unsre Leser wissen bereits, wie er von d'Artagnan wiedererkannt wurde, wie dieses Wiedererkennen den vier Musketieren Furcht einflößte und sie zur größten Eile trieb.
XXXV. Ein Tropfen Wasser
Kaum war Rochefort weggegangen, als Madame Bonacieux zurückkehrte; sie fand Mylady mit lachendem Gesichte.
«Nun, «sprach die junge Frau,»was Ihr befürchtet habt, ist eingetroffen. Diesen Abend oder Morgen läßt Euch der Kardinal holen.«—»Woher wißt Ihr es?«—»Ich habe es aus dem Munde des Boten vernommen.«—»Setzt Euch zu mir, «sprach Mylady. — »Hier bin ich.«—»Wartet, ich will mich überzeugen, ob uns Niemand belauscht.«—»Warum diese Vorsicht?«—»Ihr sollt es erfahren.«
Mylady stand auf, ging an die Thüre, öffnete sie, schaute in die Flur, kehrte zurück und setzte sich wieder neben Madame Bonacieux.
«Er hat also seine Rolle gut gespielt, «sprach sie. — »Wer?«—»Derjenige, welcher sich bei der Aebtissin als ein Abgesandter des Kardinals angestellt hat.«—»Er spielte also eine Rolle?«—»Ja, mein Kind.«—»Dieser Mensch ist kein«—…»Dieser Mensch, «erwiderte Mylady, ihre Stimme dämpfend,»dieser Mensch ist mein Bruder.«—»Euer Bruder!«rief Madame Bonacieux.
«Nur Ihr wißt dieses Geheimniß, mein Kind, und wenn Ihr es irgend Jemand in der Welt anvertraut, so bin ich verloren und Ihr vielleicht ebenfalls.«—»O mein Gott!«
«Hört, was vorgefallen ist: mein Bruder, der mir zu Hülfe eilte und mich im Falle der Noth mit Gewalt von hier wegbringen wollte, traf den Emissär des Kardinals, der mich abholen sollte. Er folgte ihm, und als sie auf einen einsamen, verborgenen Weg gelangt waren, zog er den Degen und forderte den Boten auf, ihm die Papiere zu übergeben, die er bei sich trug. Der Bote wollte sich vertheidigen, mein Bruder tödtete ihn.«
«O!«rief Madame Bonacieux schaudernd.
«Bedenkt wohl, es war das einzige Mittel. Mein Bruder beschloß nun, List an die Stelle der Gewalt zu setzen. Er nahm die Papiere, erschien hier als Abgeordneter des Kardinals, und in ein paar Stunden wird mich ein Wagen im Auftrag Seiner Eminenz abholen.«
«Ich begreife. Euer Bruder schickt Euch den Wagen.«
«Richtig, aber das ist noch nicht Alles. Der Brief, den Ihr empfangen habt, und von dem Ihr glaubt, er komme von Frau von Chevreuse…«—»Nun?«—»Er ist falsch.«—»Wie dies?«—»Ja falsch: es ist eine Falle, damit Ihr keinen Widerstand leistet, wenn man Euch holen will.«—»Aber d'Artagnan wird kommen und mich holen.«
«Ihr täuscht Euch, d'Artagnan und seine Freunde sind bei der Belagerung von La Rochelle.«
«Woher wißt Ihr dies?«
«Mein Bruder begegnete Emissären des Kardinals in Musketiertracht. Man würde Euch vor die Thür gerufen haben. Ihr würdet geglaubt haben, Eure Freunde seien erschienen, man hätte Euch ergriffen und nach Paris zurückgeführt.«
«O mein Gott! mein Kopf wird ganz irr in diesem Chaos von Niederträchtigkeiten. Ich fühle, daß ich wahnsinnig würde, wenn dies lange so fortdauerte, «sprach Madame Bonacieux und legte die Hände an ihre Stirne. — »Hört.«—»Was?«
«Ich höre den Tritt eines Pferdes. Mein Bruder reist wieder ab. Ich will ihm ein letztes Lebewohl sagen; kommt.«
Mylady öffnete das Fenster und bedeutete Madame Bonacieux durch ein Zeichen, sie möge zu ihr heran treten.
Rochefort ritt im Galopp vorüber.
«Adieu, Bruder!«rief Mylady.
Der Graf schaute empor, sah die zwei jungen Frauen und winkte Mylady freundschaftlich zu.
«Dieser gute George!«sagte sie, indem sie mit einem Ausdruck voll Zärtlichkeit und Schwermuth im Gesichte das Fenster schloß.
Und dann setzte sie sich wieder auf ihren Platz, als ob sie in rein persönliche Betrachtungen versunken wäre.
«Liebe Dame, «sprach Frau Bonacieux,»entschuldigt, daß ich Euch unterbreche, aber mein Gott! was rathet Ihr mir denn zu thun? Ihr habt mehr Erfahrung, als ich, sprecht, ich höre.«
«Vor allem kann ich mich täuschen, «erwiderte Mylady, und es ist wohl möglich, daß Euch d'Artagnan und seine Freunde wirklich zu Hülfe kommen.«
«Oh! das wäre zu schön, «rief Madame Bonacieux,»aber so viel Glück gibt es nicht für mich auf der Welt.«
«Ihr begreift, daß es nur eine Zeitfrage, eine Art von Wettlauf wäre, wer zuerst ankäme; tragen Eure Freunde den Sieg in der Geschwindigkeit davon, so seid Ihr gerettet; gewinnen die Schergen des Kardinals einen Vorsprung, so seid Ihr verloren.«
«Ja! ja! ohne Barmherzigkeit verloren. Aber was soll ich thun? was soll ich beginnen?«
«Es gäbe ein einfaches, ganz natürliches Mittel.«
«Oh! nennt es, nennt es mir.«
«Es bestünde darin, daß Ihr in der Gegend verborgen warten und Euch überzeugen würdet, was für Menschen nach Euch fragen.«—»Aber wo warten?«