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Электронная книга - «Witiko». Краткое содержание книги:

An seinem monumentalen Werk über die Gründungsgeschichte des Königreiches Böhmen im 12. Jahrhundert arbeitete Stifter zehn Jahre lang wie »ein Pflugstier«. Durch den Romanhelden Witiko, der stellvertretend für den sittlich handelnden Menschen steht, wird das grandiose Historiengemälde zum Bildungsroman, als dessen Meister sich der Autor mit seinem ›Nachsommer‹ in die Literaturgeschichte eingeschrieben hatte.
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Witiko sendete einen Teil seiner Habe durch Säumer nach Pric.

Die Zeichen, welche die Krieger im Kriege gehabt hatten, wurden nach Beratungen in einen Schrein in der Kirche gelegt.

Die Männer von Plan hoben nun auch an, das Haus zu bauen, in welchem die Kinder unterrichtet werden sollten. Witiko dingte drei Werkleute, welche für ihn in der Zeit des Baues arbeiten sollten, er ließ Zugtiere zu manchen Verrichtungen stellen, und schenkte das Holz für den Dachstuhl.

In dieser Zeit kamen Wentislaw, der Zupenrichter, und Rastislaw, der Meier von Daudleb, mit mehreren Männern zu Witiko in den oberen Plan, und sagten, sie müßten nach dem hohen Befehle des erlauchten Herzoges Wladislaw und nach dem hohen Befehle des edlen Zupanes Lubomir Witiko im Walde die Grenzen dessen ausweisen, was in seinem Pergamente als Gabe an Land geschrieben stünde. Witiko möge sich Zeugen auslesen, und die Grenzen mit ihnen beschauen.

Witiko sagte: »Weil es so ist, daß ich Zeugen wählen muß, so werde ich sie wählen.«

Und er wählte die jungen Männer Augustin, Urban, Mathias und Maz Albrecht.

Und er und seine Zeugen und Wentislaw und Rastislaw und die Männer aus Daudleb gingen an der Grenze dessen hin, das Witikos Gebiet sein sollte. Sie schrieben, was sie fanden, auf Papiere, und als sie nach drei Tagen wieder nach Plan zurückgekommen waren, wurde noch alles auf zwei Handschriften gebracht. Eine legte Witiko zu dem Pergamente, und die andere nahmen die Männer nach Daudleb mit.

Als dieses geschehen war, rüstete Witiko ein Geleite zu einer Reise, und zog eines Morgens mit dem Geleite von dem oberen Plane fort. Sie zogen auf dem Wege, auf dem Witiko einmal mit dem Bischofe Zdik geritten war, durch den Wald in das Aigen. Von dort zogen sie mittagwärts durch Wälder und durch das Gericht Velden an die Donau. Sie waren an die Stelle derselben gekommen, von welcher man jenseits des Wassers die Häuser von Aschach liegen sah. Sie wurden auf Fähren über den Strom gebracht. In Aschach waren Männer, welche behauene Steine und allerlei Baudinge aus Schiffen brachten, und auf Wägen luden. Die Leute erzählten, das gehöre zu der Burg, welche der edle Herr, Heinrich von Jugelbach, auf der Höhe im Mittage von Aschach bauen lasse. Witiko fragte, ob Heinrich von Jugelbach bei dem Baue sei, und erhielt die Antwort, er sei in der Burg Jugelbach. Witiko ritt nun mit seinem Geleite gegen die Waldhöhe, welche von Aschach mittagwärts gegen die Stadt Eferdingen geht. Er ritt die Waldhöhe entlang. Als sie zu der Stelle kamen, oberhalb welcher der Bau errichtet wurde, ritten sie zu dem Werke empor. Es war eine Höhenzunge, welche sich von dem Berge hinweg streckte. Auf der Zunge wurde die Burg erbaut. Gerüste standen am Ende der Zunge empor, und an den Gerüsten wurden die Mauern hinan gearbeitet. Ein sehr mächtiger Turm strebte inmitten der Bauwerke schon höher in die Luft als alles andere, und Gemächer und Gänge und Säle und eine Kirche und andere Räume, die zu der Wirklichkeit einer Burg gehören, waren in Gliederungen schon sichtbar. Schaffner waren tätig, Werkleute mauerten und hämmerten, Zimmerer behauten Stämme, Zureicher trugen Kübel über Holztreppen empor, Steine wurden an Seilen in die Höhe gezogen, und auf Balkenwägen und auf Säumern wurden Dinge den Berg hinan geschafft.

»Diese Burg wird Schauenberg heißen«, sagte Witiko.

»Sie heißt schon so, seit der erste Stein gelegt worden ist«, sagte ein Schaffner, »der Stein ist geweihet worden, und in der Weihe hat die Burg den Namen erhalten. Steiget herauf, und sehet, wie man von dem Berge schauen kann.«

Witiko stieg von seinem Pferde, und auf ein Gerüste, und der Schaffner zeigte ihm, wie die Donau durch das schöne Land geht, da hinab, wo Wilheringen liegt und der Wald und die alte Burg Kürenberg, und wie jenseits der Donau die Berge hinan steigen, immer einer höher als der andere, bis sie das böhmische Land erreichen, wo sie am höchsten sind.

»Dort würde auch eine Burg schön stehen«, sagte der Schaffner, »und sie würde so weit in das Land schauen als der Schauenberg.«

»Sie würde sehr schön stehen«, antwortete Witiko, »und weiter schauen.«

Dann zeigte der Schaffner Witiko die Alpengebirge, die im Mittage weit entfernt gegen das Land Österreich und gegen das Land Ungarn dahin gehen.

»Und von hier bis zu den blauen Bergen ist ein gesegnetes Land«, sagte der Schaffner, »Höfe und Burgen liegen in ihm, und das Getreide und das Obst ist in Fülle, und Ortschaften und Städte sind da, und die Mutter Heinrichs von Jugelbach hat noch manches Eigen daselbst, und ihre Söhne Heinrich und Gebhart werden erben, und wer Bertha, das einzige Kind Heinrichs, in sein Haus führt, hat eine reiche Braut. Die Burg auf dem böhmischen Walde hätte kein so schönes Land um sich.«

»Es sind dort lauter Wälder«, sagte Witiko, »und sie liegen in einer großen Pracht dahin, und haben einen anderen Reichtum als Getreide.«

»Seid Ihr in jenem Lande bekannt?« fragte der Schaffner.

»Ich kenne das Land«, antwortete Witiko.

»Getreide ist ein schönes Ding«, sagte der Schaffner.

»Ein schönes Ding und ein Segen Gottes«, antwortete Witiko.

Nach diesen Worten stieg er über die Holztreppe von dem Gerüste wieder hinab, und ging zu seinem Pferde. Der Schaffner geleitete ihn.

»Reiset recht glücklich, und möget Ihr Eure Ziele erreichen, junger Herr«, sagte er.

Witiko bestieg sein Pferd, und antwortete: »Das walte Gott, und gehabt Euch wohl.«

»Gehabt Euch wohl«, sagte der Schaffner.

Witiko ritt mit seinem Geleite wieder den Berg hinab, und von da in die Stadt Eferdingen. Von der Stadt Eferdingen ritten sie in dem Lande Bayern immer gegen Sonnenuntergang fort, bis sie eines Tages in die Stadt Landshut kamen. In Landshut ließ Witiko sein Geleite in einer Herberge unterbringen, und übergab dem Geleite sein Pferd. Er aber ging von der Herberge wieder fort. Er ging durch die Gassen, bis er an den Rand der Stadt kam. An dem Rande der Stadt war an der Stelle, zu der Witiko gegangen war, nicht weit von der Mauer der Stadt ein kleiner Garten, und an dem Garten stand ein kleines Haus. Witiko ging zur Tür des Hauses, und pochte mit dem Klöppel auf sie. Die Tür wurde geöffnet, ein altes Mütterlein stand in ihr, und rief. »Heiliger Gott, Witiko.«

»Ich bin nun da«, sagte Witiko.

»Seit so vielen Jahren wieder«, antwortete das Mütterlein.

»Sei vielmals gegrüßt, Marhild«, sagte Witiko.

»Sei gegrüßt, Witiko«, sprach das Mütterlein.

»Sind alle gesund?« fragte Witiko.

»Alle sind gesund«, antwortete das Mütterlein, »gehe nur hinein.«

Witiko ging durch die Tür in einen Raum, der mit Steinen gepflastert war, und von diesem Raume in ein Gemach. Dasselbe hatte weiße Wände, grün gepolsterte Geräte, und vor den Fenstern weiße Vorhänge. In dem Gemache saßen zwei Frauen. Da Witiko eintrat, standen sie auf, und eine rief: »Witiko.«

»Mutter, sei zu tausendmal gegrüßt«, sagte Witiko.

»Sei gegrüßt, mein Sohn«, antwortete Wentila, die Mutter Witikos.

Sie reichte ihm die Hand, er küßte dieselbe, und sie küßte ihn auf die Stirne.

»Ich grüße dich auch, Witiko«, sagte die andere Frau, welche älter war als Wentila, und schneeweiße Haare hatte.

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