Die Macht Und Die Liebe
- Автор: Маккалоу Колин
- Серия: Masters of Rome #1
- Язык: немецкий
- Жанр: Историческая проза
Электронная книга - «Die Macht Und Die Liebe». Краткое содержание книги:
Nach dem Einfall der Gallier vor drei Jahrhunderten gibt es nun eine weitere Bedrohung für das wachsende Imperium: Die Germanen!
Dieses wilde Volk, vor allem die Stämme der Kimbern und Teutonen, drängt zu Hunderttausenden über die Alpen nach Italien und Spanien. Um der Bedrohung durch die plündernden Horde Herr zu werden schickt der römische Senat, von machthungrigen und habgierigen Senatoren gelenkt, zwei gewaltige Armeen los.
Doch die Rechnung geht nicht auf, die römischen Legionen erleiden die größte Schlappe seit der Schlacht von Cannae. Da es in Rom keine guten Feldherren mehr gibt, schickt man den »Homo novus« Gaius Marius, der sich in Numidien als glänzender Feldherr bewiesen hat. Marius, ein gesellschaftlicher Außenseiter und gerade frisch verheiratet mit der hochadeligen Julia, zieht mit seinem Freund und späteren Erzfeind Sulla los, der Germanischen Invasion ein Ende zu machen...
*
Colleen McCullough, Autorin der »Dornenvögel«, greift in ihrem Roman ein historisches Thema auf: Das Rom der Jahre 110 bis 27 v. Chr. Ihr Hauptaugenmerk richtet sie auf den dramatischen Kampf der beiden Gegenspieler um die politische Vormachtstellung Marius und Sulla. »Seit ich vor rund dreißig Jahren die Briefe und Reden Ciceros las«, schreibt die Autorin, »faszinierten mich die letzten hundert Jahre der Römischen Republik, denn nie zuvor agierten gleichzeitig so viele talentierte Männer auf der politischen Bühne.«
Der vorliegende Band bildet den Auftakt eines breit angelegten Panoramas römischer Geschichte und ihrer Führergestalten bis zum beginnenden Kaiserreich.
Die Autorin
Colleen McCullough ist vor allem bekannt für ihren Roman „Die Dornenvögel“, der auch verfilmt wurde. Sie wurde 1937 in Wellington, New South Wales in Australien geboren. McCullough ist gelernte Neurologin und arbeitete in verschiedenen Krankenhäusern in Sydney und im Vereinigten Königreich, bevor sie sich für zehn Jahre ans Institut für Neurologie an die Yale Medical School in New Haven in den USA verpflichtete. Dort merkte sie bald, dass sie mehr Lust hatte, Romane zu schreiben als sich mit DNA zu befassen.
Nach ihrem ersten literarischen Erfolg „Tim“, der auch mit Mel Gibson verfilmt wurde, schrieb sie ihr bislang berühmtestes Buch „Die Dornenvögel“. Nach intensiven Recherchen begann sie die sechsteilige Reihe über die letzten Jahre im alten Rom. Die Intensität ihrer Recherchen brachte ihr 1993 den Titel „Doctor of Letters“ der Macquary University ein.
Sie ist Mitglied der New York Academy of Sciences und der American Association for the Advancement of Science. Colleen McCullogh ist berechtigt, in ihrem Namen das Kürzel AO zu tragen, Officer of the Order of Australia, einem australischen Pendant zum Order of the British Empire.
Heute lebt sie zurückgezogen mit ihrem Mann auf Norfolk Island, einer kleinen Insel im Südpazifik
»Werden sie von deinen Sklaven nicht gut versorgt?« Auch Julia stand auf.
»Die Sklaven verwöhnen und verhätscheln sie nur. Ich gebe zu, Julilla hat ein paar sehr nette Kindermädchen für sie gefunden. Aberdamit macht man doch auch Sklaven aus ihnen, Julia! - kleine Griechen oder Thraker oder Kelten oder sonst was. Die Kindermädchen stecken voller Aberglauben und fremder Bräuche und denken in ihrer Muttersprache, nicht in Latein, und ihre fernen Eltern und Verwandten sind für sie immer noch Autoritätspersonen. Ich will, daß meine Kinder ordentlich erzogen werden - nach römischer Art und von einer Römerin. Eigentlich sollten sie von ihrer Mutter erzogen werden. Aber da ich bezweifle, daß das je der Fall sein wird, kann ich mir niemand besseren vorstellen als ihre wackere Großmutter Marcia.«
»Gut.« Julia nickte.
Sie gingen zur Tür.
Dann fragte Sulla plötzlich: »Ist Julilla mir untreu?«
Julia spielte nicht die Entsetzte und war auch nicht verärgert. »Das bezweifle ich sehr, Lucius Cornelius. Ihr Laster ist der Wein, nicht die Männer. Du bist ein Mann, deshalb hältst du Männer für ein weit schlimmeres Laster als Wein. Ich bin anderer Meinung. Ich meine, Wein kann deinen Kindern mehr Schaden zufügen als Untreue. Eine untreue Frau hört nicht auf, sich um ihre Kinder zukümmern, und brennt auch nicht das Haus nieder. Eine betrunkene Frau tut beides.« Sie klatschte in die Hände. »Aber das Wichtigste ist jetzt: Mama soll sich an die Arbeit machen!«
Gaius Marius stürmte ins Zimmer, bekleidet mit der vorgeschriebenen purpurgesäumten Toga und bereits jeder Zoll der Konsul. »Auf geht’s, Lucius Cornelius! Kehren wir zurück und beenden wir die Vorstellung, bevor die Sonne untergeht und der Mond heraufzieht!«
Frau und Schwager tauschten ein klägliches Lächeln aus, dann verließen die beiden Männer das Haus und machten sich auf den Weg zum Tempel des Jupiter Optimus Maximus.
Marius tat sein möglichstes, die italischen Bundesgenossen zu beschwichtigen. »Sie sind keine Römer«, sagte er im Senat, als die Senatoren an den Nonen des Januars zu ihrer ersten regulären Sitzung zusammentraten, »aber sie sind bei allem, was wir tun, unsere engsten Verbündeten, und sie bewohnen gemeinsam mit uns die italienische Halbinsel. Sie stellen wie wir Truppen zur Verteidigung Italiens, und sie haben große Opfer bringen müssen. Auch Rom hat große Opfer bringen müssen. Ihr wißt, patres conscripti, daß in der Versammlung der Plebs gegenwärtig ein wenig erfreuliches Verfahren läuft. Der Konsular Marcus Junius Silanus muß sich dort gegen einen vom Volkstribunen Gnaeus Domitius vorgebrachten Vorwurf verteidigen. Auch wenn das Wort ›Verrat‹ nicht ausgesprochen wurde, weiß doch jeder, worum es geht: Marcus Junius ist einer jener Konsuln und Feldherrn der letzten Jahre, die eine ganze Armee verloren haben, darunter Legionen unserer italischen Bundesgenossen.«
Marius sah Silanus an, der an diesem Tag im Senat anwesend war, weil die Nonen fasti waren - Geschäftstage -, an denen die Versammlung der Plebs nicht tagen konnte. »Ich bin heute nicht hier, um irgendeinen Vorwurf gegen Marcus Junius zu erheben. Ich stelle lediglich eine Tatsache fest. Sollen andere Behörden und andere Männer darum mit Marcus Junius prozessieren. Marcus Junius braucht sich vor mir hier und heute für das, was er getan hat, nicht zu rechtfertigen. Das stelle ich ausdrücklich fest.«
Er räusperte sich absichtlich, um Silanus Gelegenheit zur Entgegnung zu geben, aber Silanus schwieg mit versteinerter Miene und tat, als wäre Marius Luft. »Ich stelle lediglich eine Tatsache fest, eingeschriebene Väter. Nicht mehr und nicht weniger. Eine Tatsache ist eine Tatsache.«
»So mach doch weiter!« sagte Metellus Numidicus verärgert.
Marius verbeugte sich tief und lächelte breit. »Besten Dank, Quintus Caecilius! Wie könnte ich anders, als mich der Aufforderung eines so hoch geschätzten und so hoch verehrten Konsulars zufügen?«
»›Hochgeschätzt‹ und ›hochverehrt‹ bedeuten dasselbe, Gaius Marius«, sagte der pontifex maximus Metellus Delmaticus, nicht weniger verärgert als sein jüngerer Bruder. »Du könntest dieser Versammlung beträchtlich Zeit ersparen, wenn du ein weniger blumiges Latein sprechen würdest.«
»Ich bitte den hochgeschätzten und hochverehrten Konsular Lucius Caecilius um Verzeihung« - Marius verbeugte sich noch einmal tief -, »aber in unserer höchst demokratischen Gesellschaft steht der Senat allen Römern offen, auch denen, die wie ich nicht beanspruchen können, hochgeschätzt und hochverehrt zu sein.« Er tat, als müßte er überlegen, und runzelte die Augenbrauen, bis sie sich über der Nase trafen. »Wo war ich stehengeblieben? Ach ja! Die Italiker stellen wie wir Römer Truppen zur Verteidigung Italiens. Nun haben die Magistrate der Samniten, Apulier, Marser und anderer vor kurzem in einer Flut von Briefen dagegen protestiert.« Marius nahm ein Bündel kleiner Schriftrollen, das ihm einer seiner Sekretäre reichte, und hielt es hoch, damit alle Senatoren es sehen konnten. »Unsere Bundesgenossen bestreiten, daß wir berechtigt sind, von ihnen zu verlangen, daß sie Truppen für Feldzüge außerhalb der Grenzen von Italien und Gallia Cisalpina stellen. Die italischen Bundesgenossen, hochgeschätzte und hochverehrte Väter, behaupten, daß sie für Roms, ich zitiere: ›ausländische Kriege‹ Truppen zur Verfügung stellen mußten und dabei viele tausend Soldaten verloren haben!«
Unter den Senatoren breitete sich Unruhe aus.
»Das ist eine völlig haltlose Unterstellung!« bellte Scaurus. »Die Feinde Roms sind auch die Feinde Italiens.«
»Ich zitiere lediglich aus den Briefen, Vorsitzender Marcus Aemilius«, sagte Marius besänftigend. »Wir müssen ihren Inhalt kennen, aus dem einfachen Grund, weil dieses Haus wahrscheinlich binnen kurzem Gesandtschaften der italischen Völker empfangen muß, die in diesen Briefen ihrem Unmut Luft gemacht haben.«
Dann änderte er seinen Ton, und seine Stimme hatte jetzt nichts Verbindliches mehr. »Aber im Ernst! Wir leben auf einer Halbinsel Tür an Tür mit unseren italischen Freunden - die keine Römer sind und nie Römer sein werden. Daß sie zu ihrer gegenwärtigen Bedeutung in der Welt aufgestiegen sind, beruht allein auf den großen Verdiensten Roms und der Römer. Daß italische Beamte in großer Anzahl in den Provinzen und Einflußgebieten Roms leben, beruht allein auf den großen Verdiensten Roms und der Römer. Das Brot auf dem Tisch, im Winter das Feuer im Keller, die Gesundheit und Zahl ihrer Kinder, alles verdanken sie Rom und den Römern. Vor Rom war das Chaos. Jeder gegen jeden. Vor Rom herrschten im Norden der Halbinsel die grausamen Etruskerkönige, im Süden die habgierigen Griechen. Von den Kelten in Gallien ganz zu schweigen.«
Die Senatoren hatten sich wieder beruhigt. Wenn Gaius Marius ernst wurde, hörten ihm alle zu, auch seine hartnäckigsten Gegner. Der Soldat Marius mochte grob und direkt sein, aber er war ein wirkungsvoller Redner in seiner Muttersprache Latein, und solange er seine Gefühle im Zaum hielt, klang sein Akzent nicht merklich anders als der von Scaurus.
» Patres conscripti, ihr und das römische Volk habt mich beauftragt, Rom - und Italien! - von den Germanen zu befreien. Ich werde so bald wie möglich in Begleitung meiner Legaten, des Proprätors Manius Aquilius und des tapferen Senators Lucius Cornelius Sulla, nach Gallia Transalpina aufbrechen. Auch wenn es unser Leben kostet, wir werden euch von den Germanen befreien und Rom - und Italien! - für immer sicher machen. Das gelobe ich euch, in meinem eigenen Namen, im Namen meiner Legaten und im Namen jedes einzelnen meiner Soldaten. Unsere Pflicht ist uns heilig. Kein Stein wird auf dem anderen bleiben. Und vor uns her werden wir die silbernen Adler der Legionen Roms tragen, und unter diesem Zeichen werden wir siegen!«