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Schwester der Finsternis

Электронная книга - «Schwester der Finsternis». Краткое содержание книги:

Schwester der Finsternis - Richard Rahl, der Bewahrer des Schwerts der Wahrheit, hat sich aus dem Kampf mit den Truppen der Imperialen Ordnung zurückgezogen, um seine frisch angetraute Frau Kahlan, die bei einem Anschlag schwer verwundet wurde, gesund zu pflegen. Und während die gewaltige Streitmacht seines alten Widersachers Kaiser Jagang immer weiter in die Neue Welt vordringt, kommen in Richards Armee Zweifel an seinem Kampfeswillen auf, was die Moral der Truppe zusätzlich untergräbt. In dieser Situation erfährt Richard eine Vision, die ihn von seiner Führungsrolle Abstand nehmen lässt. Nur der kann sich ein Bild der Freiheit machen, dem sie genommen wurde. Richard erwägt, sein Volk von Jagang erobern zu lassen, um seinen Freiheitswillen zu stärken. Doch ihm ist keine Bedenkzeit gegönnt, denn gleichzeitig entwirft Nicci, eine Schwester der Finsternis in Jagangs Diensten, einen teuflischen Plan, um Richard endgültig zu entmachten.
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Die dicht gedrängte Menge der Soldaten machte Platz für Kahlan. »General.«

Er hob auf die ihm eigene noble Art die Hand, und ein breites Lächeln ging über sein Gesicht. »Wie gut, Euch zu sehen, Mutter Konfessor.«

Kahlan wollte soeben etwas erwidern, als eine weitere Gruppe von Reitern durch die vor ihnen zurückweichende Menge preschte. Einem vom Wind gepeitschten Feuer gleich stürmten sie auf die Tanzfläche – ein Dutzend Mord-Sith in rotem Leder. Eine der Frauen sprang von ihrem Pferd.

»Rikka!«, entfuhr es Cara.

Der unerschrockene Blick der Frau glitt über die versammelten Menschen; schließlich bemerkte sie Cara und musterte sie eingehend. Cara löste sich aus General Meifferts Armen. »Cara«, sagte sie anstelle einer Begrüßung. Sie blickte sich flüchtig um und fragte: »Wo ist Hania?«

Cara trat näher. »Hania? Sie ist nicht hier.«

Die Frau presste enttäuscht die Lippen aufeinander.

»Das dachte ich mir fast. Als ich keine Antwort erhielt, fürchtete ich, wir hätten sie verloren. Trotzdem, ich hatte gehofft…«

Kahlan trat vor, ein wenig pikiert, weil die Frau es offenbar für angebracht hielt, sich vor General Baldwin zu drängen. »Rikka war der Name, richtig?«

»Sieh an«, sagte Rikka, während ein wissendes Lächeln über ihre Züge kam, »Ihr könnt niemand anderes sein als die Gemahlin des Lord Rahl – die Mutter Konfessor. Man hat mir Euch beschrieben.« Die Frau salutierte mit einem lässigen Faustschlag auf ihr Herz. »Ganz recht, ich bin Rikka.«

»Freut mich, Euch hier bei uns begrüßen zu können – und Eure Schwestern des Strafers.«

»Gleich nachdem Berdine Euren Brief erhalten hatte, bin ich von Aydindril aus aufgebrochen; er hat eine Menge erklärt. Sie und ich haben darüber diskutiert und beschlossen, dass ich mit einigen meiner Schwestern herreiten sollte, um bei unseren gemeinsamen Bemühungen zu helfen. Sechs Schwestern habe ich bei Berdine zurückgelassen; sie sollen über Aydindril und die Burg der Zauberer wachen. Des Weiteren habe ich zwanzigtausend Soldaten mitgebracht.« Sie deutete mit dem Daumen hinter sich. »Auf den General hier sind wir vor einer Woche ganz zufällig gestoßen.«

»Wir können Eure Hilfe sehr gut gebrauchen. Das war klug von Berdine – ich weiß, wie gern sie selber hergekommen wäre, andererseits sind ihr Stadt und Burg vertraut. Freut mich, dass sie sich an meine Anweisungen gehalten hat.« Kahlan ließ ihren höchst beunruhigenden Mutter-Konfessor-Blick auf Rikka zur Ruhe kommen. »Und nun, wenn es Euch nichts ausmacht, Ihr habt General Baldwin unterbrochen.«

Cara schob Rikka beiseite und drängte sie zurück und aus dem Weg. »Wir haben etwas zu besprechen, Rikka, bevor du so weit bist, dass du Lord Rahl und seiner Gemahlin dienen kannst, die übrigens zufällig eine Schwester des Strafers ist.«

Rikka zog überrascht eine Braue hoch. »Tatsächlich? Wie konnte…«

»Später«, schnitt Cara ihr lächelnd das Wort ab, bevor Rikka alles noch schlimmer machen konnte, und drängte die Frau mitsamt ihren Mord-Sith-Schwestern zurück. Zedd, Adie und Verna rückten unauffällig näher an Kahlan heran.

General Baldwin, mittlerweile abgestiegen, trat schließlich vor, ließ sich auf ein Knie hinunter und verbeugte sich. »Meine Königin, Mutter Konfessor.«

»Erhebe dich, mein Kind«, antwortete Kahlan, sich der förmlichen Antwort bedienend, unter den Augen des gesamten Feldlagers, das die Szene mit derselben gespannten Aufmerksamkeit verfolgte wie bereits zuvor die Hochzeit. Dies war für alle von einiger Tragweite.

Der General erhob sich wieder. »Ich bin unmittelbar nach Erhalt Eures Briefes aufgebrochen, Mutter Konfessor.«

»Wie viele Männer habt Ihr mitgebracht?«

Ihre Frage schien ihn zu überraschen. »Nun ja … alle selbstverständlich. Einhundertsiebzigtausend Mann. Wenn meine Königin mich bittet, eine Armee aufzustellen, dann soll sie auch eine bekommen.«

Ein Raunen ging durch die Reihen der Männer, als sie die Kunde nach hinten durchgaben.

Kahlan war überwältigt. Sogar die Kälte spürte sie kaum noch. »Das ist großartig, General. Sie werden dringend gebraucht. Wie ich in meinem Brief dargelegt habe, haben wir es mit einem ausgewachsenen Krieg zu tun. Die Imperiale Ordnung erhält unablässig Verstärkungen. Diese Versorgungsrouten müssen wir abschneiden.«

»Verstehe. Zusammen mit den D’Haranern, die sich uns aus Aydindril kommend angeschlossen haben, werden wir Eure hier versammelten Streitkräfte fast verdreifachen.«

»Zusätzlich können wir noch weitere Truppen aus D’Hara herschaffen«, meinte General Meiffert.

Kahlan spürte, wie der Glaube an ihre Möglichkeiten zu einem glühenden Funken der Hoffnung in ihrer Brust anschwoll.

»Zum Frühlingsanfang werden wir sie ohne Zweifel brauchen.« Sie sah General Baldwin herausfordernd an. »Was ist mit Lieutenant Leiden?«

»Mit wem? Ach, Ihr meint sicher Sergeant Leiden. Zurzeit leitet er nur einen Spähtrupp. Wer Verrat an seiner Königin begeht, kann von Glück reden, wenn er seinen Kopf behält, andererseits tat er so, als wollte er ihr Volk beschützen, deshalb habe ich ihn zur Sicherung eines entlegenen Passes abkommandiert. Ich hoffe, der Mann hat sich warm angezogen.«

Am liebsten hätte Kahlan dem feschen General Baldwin die Arme um den Hals geschlungen; stattdessen legte sie ihm zum Zeichen ihrer Dankbarkeit die Finger auf den Arm. »Ich danke Euch, General. Wir brauchen diese Männer wirklich dringend.«

»Nun, sie stehen ein Stück weiter im Landesinnern, einen halben Tagesmarsch von hier. Ich konnte sie ja schlecht hier bei Eurer Armee unterbringen.«

»Ausgezeichnet.« Kahlan winkte die Mord-Sith zu sich. »Ich freue mich wirklich sehr, Euch ebenfalls hier zu sehen, Rikka. Die Mord-Sith werden es uns ermöglichen, die Feinde mit der Gabe besser in den Griff zu bekommen; vielleicht gelingt es uns sogar, das Blatt zu wenden. Cara hier hat bereits eine ganze Reihe von ihnen ausgeschaltet, aber ich fürchte, Lord Rahl hat ihr befohlen, für meine Sicherheit zu sorgen, und das wird sie auch weiterhin tun. Ihr dagegen habt, was die Verfolgung derer mit der Gabe anbetrifft, völlig freie Hand.«

Rikka verneigte sich. »Es wird mir ein Vergnügen sein.« Lächelnd trat sie näher. »Berdine hat mich vor ihr gewarnt«, raunte sie Cara zu.

»Dann solltest du auch auf Berdine hören«, erwiderte Cara und gab ihr einen Klaps auf den Rücken. »Komm, ich helfe dir, ein Quartier zu finden…«

»Kommt nicht in Frage«, meinte Kahlan, sodass sie auf der Stelle stehen blieben. »Heute wird ein Fest gefeiert. Der General, Rikka und ihre Schwestern sind herzlich eingeladen. Um genau zu sein, ich bestehe darauf.«

»Gut«, hellte sich Rikkas Miene auf, »solange wir die Gemahlin des Lord Rahl damit beschützen, wird es uns eine Freude sein, zu bleiben.«

Kahlan ergriff Rikkas Arm und zog sie zu sich. »Es gibt hier jede Menge Männer und nur sehr wenige Frauen. Dies ist eine Tanzveranstaltung; also geht hin und tanzt.«

»Was! Habt Ihr den Verst…«

Kahlan schob sie auf die Tanzfläche und gab den Musikern fingerschnippend ein Zeichen. »Sollen wir fortfahren?« Sie wandte sich General Baldwin zu. »General, Ihr seid in einem wunderbaren Augenblick gekommen, einem Augenblick, in dem wir ein Fest begehen. Würdet Ihr mit mir tanzen, bitte?«

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