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Drachenelfen. Die gefesselte Göttin

Электронная книга - «Drachenelfen. Die gefesselte Göttin». Краткое содержание книги:

Bernhard Hennens Elfen sind die coolsten Helden der Fantasy!

Ob in den Ländern der Menschen oder in den magischen Wäldern Albenmarks, überall drohen seit Langem schwelende Konflikte offen auszubrechen. In ihrem Kampf um Macht schrecken Unsterbliche und Drachen nicht davor zurück, ihre besten Krieger, den Herrscher Aaron oder die Drachenelfen Nandalee und Gonvalon, für ihre Zwecke einzuspannen. Doch dann soll die gefesselte Göttin Nangogs erweckt werden – und mit ihr eine Magie, von der niemand weiß, was sie bewirken wird ...

Nandalee und Gonvalon, die Verwegensten unter den Drachenelfen, werden vor den Rat der mächtigen Himmelsschlangen gerufen, um nach dem Überfall auf die legendäre Blaue Halle Albenmarks einen ungeheuerlichen Racheakt vorzubereiten: Sie sollen die Menschen und ihre Götter an ihrer schwächsten Stelle, auf Nangog, treff en. Und so machen sie sich auf die gefährliche Reise, die gebannte Herrin dieser Welt, die gefesselte Göttin, zu befreien. Währenddessen versucht der Herrscher Aaron verzweifelt, dem Spiel aus Intrigen, Mord und Krieg an seinem Hof Diplomatie und Vernunft entgegenzusetzen. Aber wem wird in diesem Wettlauf um Macht der nächste, alles entscheidende Schachzug gelingen? Eines scheint klar – es sind die Elfen und Menschen, von denen die Zukunft aller abhängt!
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Artax musste lächeln. »Du bist verwundet. Du hattest eine schwere Zeit …« Er betrachtete die Priesterin. Er konnte nicht begreifen, was die beiden zusammengebracht hatte, aber obwohl sie mit dem Opfermesser in der Hand über Volodi gestanden hatte, schien sie ihn zu lieben. »Mir scheint, es gibt nun noch jemand anderen, den du schützen musst. Ich fürchte, die Zapote werden in ihr eine Verräterin sehen. Auch sie ist hier nicht sicher.«

»Kann ich mich stellen vor zwei«, beharrte Volodi. »Habe ich mich breite Brust und starken Arm. Kann ich mich gut Schutz machen.«

»Das weiß ich. Und doch könnte der Augenblick kommen, wo du dich entscheiden musst und nur einem von uns helfen kannst. Ich möchte nicht, dass du jemals in deinem Leben in die Lage kommst, wählen zu müssen. Geh so weit fort von meinem Königshof wie möglich. Wenn bessere Zeiten kommen, dann werde ich nach dir schicken. Du weißt, an meiner Seite wird es immer einen Platz für dich geben.«

Volodi schüttelte fassungslos den Kopf. »Wenn sich Hauptmann von Leibwache ist sich nicht an Seite von sein König in schwere Zeit, wann dann?«

»Wenn man einen Kampf nicht gewinnen kann, Volodi, dann muss man sich zurückziehen und einen besseren Tag abwarten, um für seine Sache zu streiten. Du warst immer ein guter Anführer, du weißt, dass ich recht habe.«

Volodi rang mit den Tränen. In seinen Augen lag Trotz.

»Bitte, mein Freund, zwing mich nicht dazu, dich von meinem Hof zu verbannen. Lass uns im Guten auseinandergehen. Ich werde mit dir nicht über diesen Befehl diskutieren. Es muss sein.«

Dem Drusnier sank der Kopf auf die Brust. Artax hasste sich in diesem Augenblick, doch er wusste tief in seinem Herzen, dass es die richtige Entscheidung war, ihn fortzuschicken. »Mataan, wirst du Volodi zur Goldenen Pforte eskortieren? Ich wünsche, dass er noch in dieser Stunde die Stadt verlässt. Es steht ihm und seiner Gefährtin frei zu gehen, wohin sie wollen.«

»Wie Ihr befehlt, Unsterblicher Aaron«, entgegnete der Fischerfürst kurz angebunden. Er war kein Freund des Drusniers, aber es war unübersehbar, dass er nicht damit einverstanden war, dass der Hauptmann auf diese Art vom Hof entfernt wurde. Doch auch er wusste, dass es sein musste. Bald würden Schuldige für die Katastrophe gesucht werden, die die Goldene Stadt heimgesucht hatte, und dann wäre es besser, wenn Volodi nicht unter die Augen der selbsternannten Gerechten käme.

Artax blieb allein auf der Terrasse zurück. Den Blick in die Ferne gerichtet. Auch über den Gutshöfen und kleinen Dörfern am Großen Fluss standen Rauchfahnen. Wie weit war das Beben zu spüren gewesen? War es mehr als nur ein Beben gewesen? Daia brauchte Nangog. Sie brauchten das Korn dieser Welt. Wenn die Karawanen mit Lebensmitteln nicht mehr nach Daia zogen, würde es Hungersnöte geben. Datames hatte Aram gut auf schwere Zeiten vorbereitet. Jede Stadt, ja selbst jedes Dorf, hatte Vorratsspeicher angelegt. Hunger, wie ihn Artax noch aus seiner Kindheit kannte, hatte es seit vielen Jahren nicht mehr gegeben. Aber er hatte nie vergessen, wie es war, die ganze Nacht nicht schlafen zu können, weil einem der Hunger die Gedärme zusammenzog. Er konnte sich an Kinder erinnern, die die Winter in Belbek nicht überlebt hatten. Und an die Alten mit den aufgeblähten Bäuchen, die zu lange keine Mahlzeit mehr gesehen hatten. Wenn die Karawanen nicht mehr durch die Goldene Pforte zogen, dann war alles, was heute geschehen war, nur das Vorspiel zu einer noch viel größeren Katastrophe. Auf jeden Toten hier in der Stadt würden hundert in den sieben Königreichen folgen.

Artax ballte in hilfloser Wut die Fäuste. Sein Volk erwartete Schutz und eine gute Regierung von ihm. Es durfte keine Kriege mehr wie den mit Muwatta geben. Und die grausamen Bräuche der Zapote mussten verboten werden. Gab es denn keine Vernunft in der Welt?

Es dauerte bis nach Sonnenuntergang, bis der Besucher kam, den er so lange erwartet hatte. Der Löwenhäuptige war plötzlich einfach da, Artax hatte ihn nicht kommen sehen. Wie aus dem Nichts war er neben ihm auf der Terrasse erschienen.

»Es ist schade, dass du nicht zu mir kommst, wenn ich in meinen Gebeten um deine Hilfe flehe«, sagte Artax statt einer Begrüßung. Er konnte nicht anders, er war zu enttäuscht von seinem Devanthar.

»Und deshalb hast du dir das hier einfallen lassen?«, erwiderte der Löwenhäuptige so scharf, dass sich Artax die Nackenhaare aufrichteten und ihm ein eisiger Schauer über den Rücken lief.

»Ich verstehe nicht, was du meinst, Erhabener.«

Der Devanthar machte eine ausholende Geste zur Stadt hin. »Eine eindrucksvolle Art, uns zu rufen.«

»Das ist nicht mein Werk.«

»Nicht? Viele meiner Brüder und Schwestern sehen das anders, und es hat mich einige Mühe gekostet, den Großen Jaguar davon abzuhalten hierherzukommen und sich deinen Kopf zu holen.«

Willkommen bei den lebenden Toten, raunten die Stimmen in seinem Kopf.

»Ich weiß nicht …«

»Das glaube ich dir nicht«, brüllte der Löwenhäuptige. »All die Jahre habe ich dich beschützt. Ich habe in dir etwas Besonderes gesehen, und dann machst du das! Stürmst die Tempelgärten der Zapote, um einen Söldner von ihrem Altar zu holen. Was kommt als Nächstes? Wirst du den Unsterblichen Labarna meucheln und Shaya befreien?«

»Ich verstoße nicht gegen die Gesetze der Götter«, entgegnete Artax steif. »Ich verabscheue, was der Prinzessin angetan wurde. Aber ich werde sie nicht befreien.«

Die geschlitzten, goldenen Löwenaugen sahen ihn durchdringend an. »Ich verstehe dich nicht, Artax«, sagte er nun ruhiger. »Du rufst den Zorn der Götter auf dich herab, um einen Söldner zu retten, aber die Frau, die du liebst, lässt du im Stich?«

»Sie wurde von ihrem Vater an Muwatta verheiratet. Es wurde ein Ehevertrag geschlossen. Die Hoch…« Seine Stimme versagte ihm. »Was in Isatami geschah, war Teil eines alten Rituals. Ebenso wie das Schicksal, das sie erwartet. Volodi aber wurde entführt. Er ist erpresst worden, um durch das Weiße Tor zu gehen.«

Der Löwenhäuptige sah ihn lange an. »Und das ist alles? Oder warst du vielleicht dort, weil du Shaya nicht retten kannst? Hast du ausgelebt, was du dir bei deiner Geliebten versagtest?«

»Nein!«, sagte Artax entschieden, war sich plötzlich aber nicht mehr so sicher, ob der Löwenhäuptige nicht einen Blick in jene Abgründe seiner Seele geworfen hatte, die er selbst vor sich verborgen hielt.

»Wie dem auch sei, Unsterblicher Aaron, sehr bald wird sich dein Wunsch erfüllen, und ich bringe dich zum Gelben Turm. Alle Devanthar werden dann versammelt sein. Doch sie werden nicht kommen, um sich deine Träume von einer besseren Welt anzuhören. Du trittst vor ein Tribunal.«

Alte Freunde

Amalaswintha schob sich aus dem Turmluk des Aals und nahm einen tiefen Atemzug. Nach dem Mief im Aal war selbst die kühle, feuchte Luft über dem Meer der Schwarzen Schnecken Balsam für ihre Lungen.

»Ich glotz dir ja gerne unter die Röcke, Weib, aber könntest du trotzdem aussteigen? Ich will mir auch mal die Füße vertreten«, erklang hinter ihr die Stimme eines dieser ungehobelten Unholde, mit denen sie seit Wochen an den Pedalen der Kurbelwelle saß, mit deren Hilfe das kleine Tauchboot angetrieben wurde.

Einen Moment war die Zwergin versucht, auf der Eisenleiter abzurutschen und dem Kerl einen Absatz ins Gesicht zu rammen. Doch dann entschied sie sich lieber dafür, dieses verdammte Boot so schnell wie möglich zu verlassen. Die Reise war vom ersten Tag an erniedrigend gewesen. Es gab keine Privatsphäre in dem winzigen Tauchboot. Wenn sie sich erleichtern musste, dann war das vor aller Augen geschehen. Auch wenn sie völlig überraschend von Eikin, dem Alten in der Tiefe aus den Ehernen Hallen, in diesen verfluchten unterirdischen Turm verbannt worden war, konnte es hier nur besser werden.

Glamirs Turm, der Ort, den sie erreicht hatten, war ein Geheimnis. Die Aalschiffer an Bord wussten so gut wie nichts über diesen Platz, an dem sie und ihre drei Gefährten in Sicherheit sein sollten. Schwarzer Farbstoff wurde hier gewonnen, aber das schien nur ein Vorwand zu sein. Jeden Tag erzählten sich die Schiffer andere Geschichten über den Turm. Dass Glamir dort nach einem Schatz suchte, dass er aus Drachenschuppen Rüstungen baute, die unverwundbar machten oder er nach einem Elixier suchte, das Eikin Unsterblichkeit schenken sollte. Alles Unsinn, dachte Amalaswintha. Nicht einmal Galar, Hornbori und Nyr, die schon einmal da gewesen waren, wussten, was in dem Turm vor sich ging. Oder sie wollten es ihr nicht sagen, das traute sie den dreien auch zu.

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