Die letzten Eiskrieger
- Автор: Хеннен Бернхард
- Серия: Drachenelfen #4
- Год: 2015
- Язык: немецкий
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Die letzten Eiskrieger». Краткое содержание книги:
Im Feuer von Selinunt hat Nandalee ihren Geliebten und damit den Glauben an ihre Herren verloren. Während sich Elfen und Menschen zum ersten Mal in offener Schlacht am eisigen Himmel von Nangog begegnen, will sie nie wieder ihr Schwert für die Himmelsschlangen erheben. Doch dann mehren sich unheimliche Vorzeichen um die Geburt ihrer Kinder, und Nandalee muss begreifen, dass eine Drachenelfe niemals vor ihrer Vergangenheit fliehen kann.
»Ein Drachentöter?«
Eikin lachte. »Nein, ein hervorragender Krieger, der ein Kommando über die besten Truppen verdient hat. Ich möchte doch nicht sein Verderben.«
»Und wenn er als noch größerer Held wiederkehrt? Wird er dann nicht noch gefährlicher?«
Eikin schwang die Beine aus dem Bett, kam zu ihr herüber, nahm ihr die Karaffe aus der Hand und tat selbst einen tiefen Schluck. »Ein Held? Ich glaube, er ist allenfalls ein Maulheld. Weißt du, was richtige Krieger mit so einem machen, wenn er plötzlich das Kommando über sie führt? Sie sorgen dafür, dass er im nächstbesten Gefecht einen Unfall hat. So einer muss seine eigenen Männer mehr fürchten als den Feind.«
Kurz bedauerte Amalaswintha Hornbori. Nicht zu sehr. Eine einzige Zwergenstadt war einfach zu klein für zwei mit so großen Ambitionen. Aber er war ein guter Liebhaber gewesen. Sie würde zu den Alben beten, dass er einen schnellen Tod fand.
Weisser Tod
»Drei oder vier Tage waren wir marschiert, als das große Sterben begann. Es war eine gar schreckliche Einöde, durch die wir zogen. Keinen Baum gab es, keinen Strauch. Nur Eis und Fels. Es gab nichts mehr, um nachts Feuer zu machen. Immer mehr Kameraden setzten sich einfach am Wegesrand nieder und warteten darauf, dass der Tod zu ihnen kam. Doch oft war es nicht der Frost, der ihr Leiden beendete. Jene, die noch mehr Kraft und Willen besaßen, plünderten sie, während sie noch lebten. Stahlen ihr Essen und ihre Kleider. Decken und Mäntel, Felle, die sie sich um die Beine wickelten, und Mützen, die vor dem eisigen Wind schützten. So wurden sie nackt ihrem Schicksal überlassen.
Anfangs geschah das Plündern nur nachts. Aber nach einigen Tagen wurden die Sterbenden auch am helllichten Tag und vor aller Augen beraubt. Und fast niemand scherte sich darum. Kaum einmal erhielten sie Hilfe. Jeder kämpfte nur noch für sich selbst.
Umso mehr stachen die Ausnahmen ins Auge. Gelegenheiten, bei denen sich Selbstlosigkeit und Heldenmut zeigten. So bei den Männern von den Schwimmenden Inseln. Ihnen setzte die Kälte mehr zu als allen anderen, denn in ihrer Heimat kannten sie keinen Winter.
Ich habe mit eigenen Augen gesehen, wie sich die Krieger bei jeder Rast und zum Nachtlager um den Unsterblichen Keanu versammelten. Sie drängten sich alle dicht aneinander zu einem großen Kreis und nahmen den Unsterblichen in ihre Mitte, sodass sie einander wärmten und sich vor dem Nordwind schützten, der die bösen Geister brachte.
Denn sie waren das schlimmste Übel! Zu jeder Stunde an jedem Tag setzten sie uns zu. Ihre Berührung brachte den Tod. Und töteten sie nur genug von uns, dann wurden aus den Geistern Gestalten aus Fleisch und Blut.
In Fleisch gekleidet waren sie aber auch verwundbar. So sah ich, wie der Unsterbliche Ansur, Günstling des Lebenden Lichts und Herrscher meiner Heimat, mit dem Schwerte eines dieser Ungeheuer anging und es erschlug. Nie werde ich diesen Heldenmut vergessen, der auch die Herzen der Verzagten höher schlagen ließ.
Den höchsten Ruhm aber erwarb sich nicht ein Krieger, ja, nicht einmal ein Mann. Es war ein Weib, das alle nur die Trösterin nannten. Sie war stets bei den Letzten der Marschkolonne, dort, wo es am gefährlichsten war. Sie kümmerte sich um die Verwundeten, die Kranken und Erschöpften. Ohne Ansehen von Rang und Volk. Alle, mit denen ich gesprochen habe, haben Geschichten über sie gehört. Ihr Ruhm überstrahlte den eines jeden Unsterblichen. Sie war eine Heilige für uns.
Nach meiner Rückkehr habe ich sie gesucht. Auch andere wollten sie aufspüren und ihr danken. Doch die, die so vielen das Leben rettete, vermochte sich zuletzt wohl selbst nicht zu helfen. Ihre Spur verlor sich in den letzten Tagen des Rückzugs. Alles, was blieb, war ihr Name. Die Trösterin. Und ich weiß, dass heute noch Männer auf allen Kontinenten ihren Namen in ihre Gebete einschließen, wenn die Nacht kommt und in der Dunkelheit die Schrecken der Vergangenheit wieder aufleben (…)«