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Sturm der Finsternis

Электронная книга - «Sturm der Finsternis». Краткое содержание книги:

Sturm der Finsternis - Das Rad der Zeit dreht sich, Zeitalter kommen und gehen und lassen Erinnerungen zurück, die zu Legenden werden ... Seit nunmehr fast zwanzig Jahren begeistert Robert Jordans episches Abenteuer »Das Rad der Zeit« Millionen Leser auf der ganzen Welt. Sie verfolgen Rand al'Thors Weg des Wiedergeborenen Drachen, des Retters oder Vernichters der Menschheit - und seinen Kampf gegen den Dunklen König, der in die Letzte Schlacht um die Welt ziehen wird. Als Robert Jordan im Jahr 2007 starb, hinterließ er ein unvollständiges Manuskript zu »Der aufziehende Sturm«. Bestsellerautor Brandon Sanderson hat sich des Romans angenommen, um ihn mittels aufwendiger Recherchen und großer Werktreue fortzuschreiben. Robert Jordans Epos wird vollendet. Endlich bricht der Tag der Letzten Schlacht an, und das große Finale beginnt ...
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Das war viel mehr als eine einfache Wirtshausschlägerei.

Diese Männer versuchten einander zu töten. Ein halbes Dutzend Leichen oder Schwerstverwundete lagen bereits auf der Straße, und soweit Mat es sehen konnte, war der Kampf in der Schenke genauso brutal.

Mat versuchte, näher an den Wagen mit den Lebensmitteln zu gelangen, Pips tänzelte an seiner Seite. Die Truhe mit dem Gold lag noch immer auf der Straße. Die Kämpfenden ignorierten sowohl die Vorräte wie auch die Münzen und konzentrierten sich nur aufeinander.

Talmanes und die beiden Soldaten Harnan und Delarn wichen zusammen mit ihm zurück und zogen dabei nervös ihre Reittiere mit. Einen Moment später stürzte sich eine Gruppe der Verrückten auf die beiden Dorfbewohner, die Mat zu Boden geschickt hatte, und schlug ihre Köpfe so lange zu Boden, bis sie sich nicht mehr rührten. Dann fasste die Horde blutdurstig Mat und seine Männer ins Auge. Auf den sauberen Gesichtern der Männer in ordentlichen Westen und mit gekämmtem Haar wirkte der Ausdruck völlig fehl am Platz.

»Verdammte Asche«, sagte Mat und schwang sich in den Sattel. »Alle aufsitzen!«

Harnan und Delarn brauchten keine weitere Aufforderung. Fluchend schoben sie die Schwerter in die Scheiden und schwangen sich auf ihre Pferde. Das Rudel Dorfbewohner stürmte los, aber Mat und Talmanes stellten sich den Angreifern in den Weg. Mat versuchte es sogar mit Hieben, die nur verletzten, aber die Männer waren stark und schnell, und er musste sich sehr anstrengen, um nicht aus dem Sattel gerissen zu werden. Er fluchte und ging zögernd zu tödlichen Schlägen über, schaltete zwei der Männer mit gegen den Hals gerichteten Hieben aus. Pips trat mit den Hufen zu und schickte einen weiteren mit einem Treffer am Kopf zu Boden. Wenige Augenblicke später beteiligten sich Harnan und Delarn an dem Kampf.

Die Dorfbewohner wichen nicht zurück. Sie kämpften wie die Wilden, bis acht von ihnen am Boden lagen. Mats Soldaten wehrten sich voller Entsetzen, und er konnte es ihnen nicht verdenken. Es war unheimlich, ganz normale Dorfbewohner auf diese Weise reagieren zu sehen! Kein Funken Menschlichkeit schien mehr in ihnen zu sein. Sie grunzten, zischten und schrien nur noch unartikuliert, ihre Mienen zeigten blanke Wut und Blutdurst. Jetzt fing der Rest von ihnen - jene, die Mats Männer nicht angegriffen hatten - an, sich zu Rudeln zu formieren und Gruppen anzugreifen, die zahlenmäßig kleiner als sie selbst waren. Sie schlugen auf sie ein, kratzten sie, bissen sie. Es war furchteinflößend.

Ein Körper flog durch eines der Schenkenfenster. Die Leiche rollte mit gebrochenem Genick über die Straße. Auf der anderen Seite des Fensters stand Barlden mit einem wilden, beinahe unmenschlichen Ausdruck in den Augen. Er brüllte in die Nacht hinein, dann sah er Mat und schien einen Funken Erkennen zu zeigen. Aber dann war der wieder verschwunden, und der Bürgermeister brüllte wieder auf, rannte los und sprang durch das kaputte Fenster, um zwei Männer anzugreifen, die ihm den Rücken zuwandten.

»Los!«, rief Mat und ließ Pips auf die Hinterbeine steigen, als ihn ein weiteres Rudel aus Dorfbewohnern entdeckte.

»Das Gold!«, sagte Talmanes.

»Vergesst das Gold!«, erwiderte Mat. »Wir können neues gewinnen, und die Lebensmittel sind nicht unser Leben wert. Los!«

Talmanes und die Soldaten wendeten die Pferde und galoppierten über die Straße, Mat trieb Pips an, um sich ihnen anzuschließen, und er ließ das Gold und den Wagen hinter sich zurück. Es war nicht ihr Leben wert - falls möglich, würde er am nächsten Tag mit seinem Heer zurückkehren, um es sich wiederzuholen. Aber zuerst mussten sie überleben.

Sie galoppierten los, doch an der nächsten Straßenecke hob Mat die Hand und verlangsamte das Tempo. Er warf einen Blick über die Schulter. Die Dorfbewohner kamen immer noch hinter ihnen her, aber für den Moment hatten sie sie abgehängt.

»Ich gebe noch immer Euch die Schuld«, sagte Talmanes.

»Ich dachte, Ihr kämpft gern«, meinte Mat.

» Manchmal schon. Auf dem Schlachtfeld oder in einer schönen Taverne. Das hier … das hier ist einfach nur verrückt.« Das Rudel Männer hinter ihnen hatte sich auf alle viere niedergelassen und bewegte sich nun in einem seltsamen Trab. Talmanes schauderte sichtlich.

Es gab kaum genug Licht, um sehen zu können. Jetzt, da die Sonne untergegangen war, blockierten die Berge und die graue Wolkendecke den letzten Rest Helligkeit. Die Straßen wurden von vielen Laternen gesäumt, aber es hatte nicht den Anschein, als würde jemand sie entzünden.

»Mat, sie kommen näher«, sagte Talmanes und hielt das Schwert bereit.

»Hier geht es nicht um unsere Wette«, sagte Mat und lauschte den Schreien. Sie kamen aus dem ganzen Dorf. In einer Seitenstraße krachten kämpfende Gestalten aus einem Fenster im oberen Stock eines Hauses. Es waren Frauen, die noch im Sturz aufeinander einschlugen, bevor sie mit einem widerlichen Laut auf dem Boden aufprallten. Ihre Bewegungen hörten auf.

»Kommt«, sagte Mat und wendete Pips. »Wir müssen Thom und die Frauen finden.« Sie galoppierten in eine Seitengasse, die zur Hauptstraße führte, vorbei an Rudeln aus Männern und Frauen, die in der Gosse kämpften. Ein fetter Kerl mit blutigen Wangen stolperte auf die Straße, und Mat ritt ihn zögernd nieder. An den Seiten kämpften zu viele Leute, als dass er es hätte riskieren können, seine Männer um den armen Narren herumzuführen. Er entdeckte sogar Kinder, die kämpften, ihre Zähne in die Beine der Erwachsenen schlugen oder ihre Altersgenossen erwürgten.

»Das ganze verdammte Dorf ist wahnsinnig geworden«, murmelte er grimmig, als sie auf der Hauptstraße herauskamen und in Richtung des feinen Gasthauses weiterpreschten. Sie würden die Aes Sedai einsammeln und dann nach Osten zu Thom weiterreiten, da seine Schenke am weitesten von ihnen entfernt stand.

Unglücklicherweise war die Hauptstraße beträchtlich schlimmer als die Gasse, die sie gerade hinter sich gelassen hatten. Mittlerweile war es fast völlig finster. In der Tat hatte Mat sogar den Eindruck, als wäre die Dunkelheit viel zu schnell hereingebrochen. Unnatürlich schnell. Auf der Straße wimmelte es vor Schatten; miteinander kämpfende, kreischende Gestalten. Manchmal sahen die Auseinandersetzungen in der Dunkelheit wie eine einzelne Kreatur aus - eine schreckliche Monstrosität mit Dutzenden um sich schlagenden Gliedmaßen und hundert Mündern, die aus der Finsternis brüllten.

Mat trieb Pips an. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als mitten hindurch zu reiten.

»Beim Licht!«, rief Talmanes, als sie sich dem Gasthaus näherten. »Beim Licht!«

Mat biss die Zähne zusammen und beugte sich auf Pips nach vorn, den Speer eng an die Seite gehalten, während er durch den Albtraum galoppierte. Ohrenbetäubendes Gebrüll erschütterte die Dunkelheit, Körper wälzten sich über die Erde. Mat erschauderte und fluchte leise. Die Nacht selbst schien sie ersticken zu wollen, Bestien aus Finsternis und Mord zu gebären.

Pips und die anderen Pferde waren gut ausgebildet, und zu viert galoppierten sie die Straße entlang. Beinahe wäre Mat aus dem Sattel gezogen worden, als sich dunkle Umrisse auf seine Beine stürzten und versuchten, ihn vom Pferd zu reißen. Sie schrien und zischten wie die Legionen der Ertrunkenen, die versuchten, ihn in ein tiefes unheimliches Meer zu ziehen.

Neben ihm hielt Delarns Pferd ruckartig an, als ein Pulk finsterer Gestalten vor ihm auftauchte; voller Panik stieg der Wallach auf die Hinterbeine und warf den Soldaten ab.

Mat zügelte Pips und wandte sich Delarns Schrei zu, der irgendwie deutlicher und menschlicher als das Gebrüll um sie herum war.

»Mat!«, rief Talmanes, der vorbeigaloppierte. »Weiterreiten! Wir können nicht anhalten!«

Nein, dachte Mat und verdrängte seine Panik. Nein, ich lasse hier keinen zurück. Er holte tief Luft und ignorierte Talmanes, trieb Pips zu der dunklen Masse aus Körpern zurück, wo Delarn gestürzt war. Schweißtropfen flogen von seiner Stirn, gekühlt vom Wind des Galopps. Von überall um ihn herum schienen ihn Schreie, Stöhnen und Zischen einzuhüllen.

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