Am Ende der Welten
- Автор: Гудкайнд Терри
- Год: 2007
- Язык: немецкий
- Переводчик: Caspar Holz
- Жанр: Фэнтези
Электронная книга - «Am Ende der Welten». Краткое содержание книги:
Am Ende ging es in dem Glauben doch nur um erfundene Göttlichkeit - gedankenlosen Unfug, der gebetsmühlenhaft aufgesagt wurde, um ihm Glaubwürdigkeit zu verleihen und ihn heilig klingen zu lassen.
»Ich habe schon einmal ein Ja’La-Spiel gesehen«, sagte Kahlan. Sie wandte sich von Jagang ab. »Nach mehr steht mir nicht der Sinn.«
Er packte sie am Oberarm und zog sie an sich. »Ich weiß, du bist ganz versessen darauf, das Bett mit mir zu teilen, aber das kann warten. Jetzt gehen wir zu den Ja’La-Spielen.«
Ein lüsternes Lächeln breitete sich auf seinem Gesicht aus und gewährte einen Einblick in seine verderbte Seele. »Wenn du dich schon nicht für Strategie und Wettbewerb interessierst, kannst du wenigstens das nackte Fleisch der Kämpfer genießen. Sicherlich wird das die Vorfreude auf das noch erhöhen, was heute Nacht stattfinden wird. Sei nicht so ungeduldig.«
Kahlan fühlte sich plötzlich töricht, weil sie Gründe suchte, sein Bett zu meiden. Aber das Ja’La-Spiel fand draußen zwischen den Männern statt, und dorthin wollte sie auf keinen Fall zurückkehren. Allerdings hatte sie keine Wahl. Sie verabscheute die Gegenwart dieser boshaften Menschen. Dann mahnte sie sich, ihre Gefühle im Zaum zu halten. Die Soldaten konnten sie schließlich nicht sehen. Er zog sie in Richtung Eingang; widerstandslos ging sie mit. Es war nicht der richtige Zeitpunkt, sich zu wehren.
Draußen warteten die fünf Hilfswachen. Alle sahen, dass Kahlan angezogen war, doch keiner machte eine Bemerkung. Sie standen einfach da, bereit, jeden Befehl sofort auszuführen. Offensichtlich zeigten sie in Anwesenheit des Kaisers ihr bestes Benehmen, um einen guten Eindruck zu hinterlassen.
Kahlan vermutete, man durfte ruhig besser sein, wenn man der Kaiser war, und dieser Umstand würde ihn nicht schlechter machen als die anderen. Er kämpfte für eine Doktrin, von der er selbst und alle seine Männer ausgenommen waren. Diese Gedanken behielt Kahlan jedoch lieber für sich.
»Das sind deine neuen Wachen«, sagte Jagang zuckersüß zu ihr.
»Ein Zwischenfall wie mit den anderen wird sich nicht wiederholen, denn diese können dich ja leider sehen.«
Die Männer wirkten ziemlich zufrieden mit sich selbst und mit der scheinbaren Harmlosigkeit der Frau, die sie bewachen sollten. Kahlan musterte schnell, doch eingehend den ersten Mann, den die Schwestern rekrutiert hatten, den Kameraden desjenigen mit der gebrochenen Nase. Mit einem Blick prüfte sie seine Waffen, ein Messer und ein schlichtes Schwert, dessen Griff aus zwei Holzhälften bestand, die mit Draht umwickelt waren. So wie er sie trug, wirkte er wenig elegant. Nach diesem einen Blick wusste sie, dass es seine Werkzeuge waren, die er ohne Zweifel mit einer großen Schau von Tapferkeit benutzte, wenn es darum ging, unschuldige Frauen und Kinder niederzumetzeln. Allerdings bezweifelte sie, ob er sie je in einem Kampf Mann gegen Mann eingesetzt hatte. Er war ein Meuchelmörder, mehr nicht. Einschüchterung war seine Lieblingswaffe.
So selbstzufrieden, wie er lächelte, schien sie ihn kaum zu beeindrucken. Schließlich hatte er sie ganz allein schon fast in sein Zelt geschleppt. In seiner Fantasie hatten nur noch ein paar Schritte gefehlt, dann hätte er auf ihr gelegen.
»Dich«, sagte sie und zeigte zwischen seine Augen, »dich bringe ich zuerst um.«
Die Männer lachten. Sie blickte abschätzend von einem zum anderen, betrachtete ihre Waffen und brachte so möglichst viel über sie in Erfahrung.
Nun deutete sie auf die gebrochene Nase. »Du stirbst als Zweiter, nach ihm.«
»Was ist mit uns?«, fragte einer der restlichen drei und konnte dabei das Kichern nicht unterdrücken. »In welcher Reihenfolge bringst du uns um?«
Kahlan zuckte mit den Schultern. »Das wirst du schon erfahren, wenn ich dir die Kehle aufschlitze.«
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Die Männer lachten. Jagang nicht.
»Ihr wäret gut beraten, sie ernst zu nehmen«, sagte der Kaiser.
»Beim letzten Mal, als sie ein Messer in die Hand bekam, haben meine zwei getreuesten Wachen - weitaus bessere Soldaten als ihr dran glauben müssen, außerdem eine Schwester der Finsternis. Die alle hat sie innerhalb kurzer Zeit selbst erledigt.«
Das Gelächter verstummte.
»Ich verlange höchste Wachsamkeit von euch«, knurrte Jagang leise,
»oder ich reiße euch eigenhändig die Gedärme raus, sobald ich nur eine kleine Unaufmerksamkeit während eures Dienstes bemerke. Falls sie eurer Obhut entkommt, schicke ich euch in die Folterzelte und befehle, dass ihr einen Monat und einen Tag sterben sollt, während euer Fleisch schon bei lebendigem Leibe verrottet.«
Nun gab es keinen Zweifel mehr daran, wie ernst Jagang seinen Befehl meinte und wie wertvoll er seine Beute einschätzte. Eine riesige Eskorte aus Hunderten, wenn nicht tausend der besten Männer aus dem innersten Kreis formierte sich um den Gebieter, während er zielstrebig von seinem Zelt losging. Die fünf Hilfswachen nahmen Kahlan, die neben Jagang ging, in die Mitte. Wie ein Keil aus Waffen und Rüstung marschierten sie in das Lager hinein. Kahlan vermutete, Jagang ergriff die ganz gewöhnlichen Vorsichtsmaßnahmen eines Anführers gegen Spione, doch insgeheim glaubte sie, dass mehr dahintersteckte.
Er war besser als jeder andere.
46
Als sie nach den Ja’La-Spielen ins Lager des Kaisers und sein großes Zelt zurückkehrten, war Kahlan äußerst mulmig zumute. Das rührte nicht nur daher, dass sie nun mit diesem Mann, bei dem man nie wusste, wie er reagieren würde, allein war und fast schon Panik litt wegen dem, was er mit ihr anzustellen beabsichtigte. Nein, es gesellte sich noch eine bedrohliche Unterströmung seiner Grausamkeit hinzu, die unter der Oberfläche brodelte. Sein Gesicht zeigte Röte, seine Bewegungen wirkten energischer, seine kurzen Bemerkungen waren schärfer und seine tintenschwarzen Augen funkelten. Durch das Zuschauen bei den Spielen war Jagang nun in eine noch gewalttätigere Stimmung versetzt. Die Darbietungen hatten ihn aufgepeitscht. Er war erregt - in jeglicher Hinsicht. Bei einem der Spiele hatte er gespürt, dass eine Mannschaft nicht alles gab. Er war davon überzeugt gewesen, dass die Männer sich zurückhielten und nicht mit ganzer Kraft in den Kampf gingen. Als sie verloren, ließ er sie noch auf dem Spielfeld alle hinrichten. Die Menge hatte lauter gejubelt als bei den eher ermüdenden Spielen. Man hatte auch Jagang zugejubelt, weil er die Verlierer zum Tode verurteilte. Die folgenden Spiele waren von beträchtlich mehr Leidenschaft geprägt gewesen und fanden auf dem Boden statt, der noch vom Blut der Enthaupteten durchtränkt war. Beim Ja’La wurde gerannt und ausgewichen, der Mann mit dem schweren Ball - dem Broc - wurde geblockt oder gejagt, um ihm den Broc abzunehmen oder damit anzugreifen. Die Spieler fielen häufig oder wurden von den Beinen gerissen. In der Sommerhitze und ohne Hemden war ihre Haut bald nicht nur vom Schweiß glitschig, sondern auch vom Blut. So weit Kahlan sehen konnte, waren auch die Frauen, die von den Seitenlinien aus zuschauten, vom Blut nicht abgestoßen. Eher schienen sie noch eifriger zu versuchen, die Aufmerksamkeit der Spieler zu erregen, welche die Menge jetzt mit ihren schnellen aggressiven Taktiken bis zur Verzückung aufheizten. In den anderen Spielen nach dem mit den Hinrichtungen wurden die Verlierer, wenn sie sich wenigstens entschlossen präsentiert hatten, nicht getötet, sondern ausgepeitscht. Für diese Strafe wurde eine Peitsche benutzt, die aus mehreren verknoteten Seilen bestand. Jedes Seil hatte am Ende schwere Metallstücke. Die Spieler bekamen einen Hieb für jeden Punkt, den sie verloren hatten. Die meisten Mannschaften hatten einige Punkte verloren, doch schon ein einziger Hieb mit dieser Peitsche riss den Rücken bis aufs nackte Fleisch auf. Die Menge hatte begeistert jeden Hieb mitgezählt, den die Spieler kniend in der Mitte des Feldes erhielten. Die Sieger tanzten oft am Rande des Feldes und jubelten den Zuschauern zu, während die Verlierer mit gesenkten Köpfen ihre Strafe in Empfang nahmen. Bei diesem Schauspiel wurde Kahlan übel. Jagang hingegen wurde erregt.