Der Regenmörder
- Автор: Шелдон Сидни
- Язык: немецкий
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Der Regenmörder». Краткое содержание книги:
„Tut mir furchtbar leid", sagte Alan Simpson jedoch hastig. „Aber ich warte auf meine Frau. Guten Abend!" Und er drehte sich um und ging hinaus.
Sekio Yamada war enttäuscht. Einen Moment lang hatte er schon geglaubt, den Würger zu haben. Aber offensichtlich war es der Falsche. Er signalisierte seinen Leuten Entwarnung.
Draußen auf der Straße aber stand Alan Simpson mit heftigem Herzklopfen. Also hatten sie entdeckt, daß es der Mayfair-Supermarkt war, wo alles immer begann! Fast hätten sie mich gekriegt. Das sollte ihm nicht noch einmal passieren. Oh, weitermorden würde er natürlich. Aber künftig von einem anderen Supermarkt aus.
Doch zunächst muß ich herausfinden, wie diese Zeugin heißt, die mich identifizieren kann. Sie muß sterben.
7. KAPITEL
Sergeant Sekio Yamada hatte eine weitere Besprechung mit Inspector West.
„Leider scheint Ihre Theorie doch nicht so ganz zu stimmen", sagte West. „Der Würger ist gestern abend nicht in den Mayfair-Markt gekommen, und die Leute der Sondereinsatztruppe haben nur ihre Zeit verschwendet." Doch Yamada gab sich nicht so leicht geschlagen. „Lassen Sie mir etwas Zeit, Inspector. Ich bin ganz sicher, er taucht dort wieder auf."
„Und wer sagt Ihnen, daß er sich seine Opfer nicht auch in. anderen Supermärkten holt?"
„Nun, bisher sind alle Morde in dieser Gegend passiert. Außerdem wissen wir zuverlässig, daß er sich dort jedenfalls an seine beiden letzten Opfer heranmachte. Sie wissen besser als ich, daß sich Serienmörder immer nach einem festen Muster verhalten. Das feste Muster unseres Mannes ist genau dies." Inspector West dachte nach. „Also gut, ich gebe Ihnen noch einmal drei Tage Zeit. Wenn sich dann nichts ergeben hat, ziehe ich Sie von dem Fall ab."
Sekio wollte um keinen Preis, daß man ihm diesen Fall wegnahm. Einer der Gründe dafür war, daß er Akiko Kanomori beschützen wollte. Er dachte inzwischen praktisch pausenlos an sie.
Er hatte durchaus schon einige sehr schöne Frauen gekannt, und auf viele hatte er auch Eindruck gemacht. Einige hätten ihn sofort geheiratet, aber er hatte keine wirklich geliebt. Für ihn stand fest, daß er nur dann heiraten werde, wenn er eine Frau wirklich liebte. Die einzige, zu der er sich wirklich stark hingezogen fühlte, war nun Akiko. Er wollte sie näher kennenlernen.
Deshalb sagte er entschlossen zu Inspector West: „Ich verstehe, Inspector. Ich bin ganz sicher, wir fassen den Würger sehr schnell."
Akiko dachte ebenfalls ständig an Sekio Yamada; nicht nur, weil er ein sehr gutaussehender Mann war - solche Männer hatte sie schon viele gekannt - sondern vor allem, weil er ein sehr feinfühliger Mann zu sein schien. Er war sachlich vernünftig und fürsorglich zugleich und sichtlich intelligent. Genau das waren die Qualitäten, die Akiko bei einem Mann suchte.
Sie wollte nicht nur in ihrem eigenen Interesse, sondern auch Sekio Yamada zuliebe den Kopf des Würgers möglichst rasch zu Ende modellieren. Sie wußte, daß ihm dies sehr helfen würde. So blieb sie in ihrem Atelier und arbeitete pausenlos. So groß die seelische Belastung für sie auch war, die Gesichtszüge ihres Beinahemörders zu formen, zwang sie sich doch dazu, nicht nachzulassen. Sie hatte sein Gesicht in ihrem Gedächtnis genau vor sich.
Sie hatte sich einen großen Klumpen Ton genommen, ihn auf einen Sockel gesetzt und tief Luft geholt, bevor sie mit der Arbeit begann.
Das erste waren Stirn und Nase gewesen, danach setzte sie Mund und Augen, trat zurück und betrachtete sich das Ergebnis kritisch. Nein. Die Augen sind zu groß, und die Nase ist zu klein. Sie ebnete den Ton wieder und begann neu zu modellieren.
Wenn sich der Ton nur nicht so lebendig angefühlt hätte, jedesmal, wenn sie ihn berührte! Es war etwas fast Böses an ihm. Als sei der Geist des Mörders darin und versuche, herauszukommen. Sie wurde das Gefühl nicht los, der Würger werde, sobald sie mit dem Kopf fertig sei, leibhaftig daraus hervorspringen und sie anfallen. Es war ihr klar, wie lächerlich das war. Aber die Vorstellung ließ sich einfach nicht unterdrücken.
Nicht, daß sie abergläubisch gewesen wäre. Aber da war etwas an dem Modellierton, das sich nicht erklären ließ. Noch nie hatte sie so etwas erlebt.
Es klopfte. Sie ging zur Tür, machte aber nicht auf. „Ja? Wer ist da ?" „Mrs. Goodman!"
Sie machte der Nachbarin die Tür auf. Mrs. Goodman sah sie an und sagte: „Gott sei Dank, Sie sind gesund und munter." „Was? Wieso?"
„Ich habe Ihr Bild in der Zeitung gesehen und gelesen, daß Sie nur knapp dem Würger entgangen sind! Oh, Sie Arme! Ich hatte ja keine Ahnung! Es muß schlimm für Sie gewesen sein!" „Das war es, ja", sagte Akiko. „Ich dachte schon, mein letztes Stündlein hat geschlagen!"
„Wie sah er denn aus, dieser Würger?" fragte Mrs. Goodman. Akiko dachte kurz nach. Wie sollte man das Böse dieses Menschen erklären? Wie das Lächeln auf seinem Gesicht, während er sie zu erdrosseln versuchte? Und wie wollte sie ihr eigenes Entsetzen beschreiben? „Er war jung", sagte sie. „War er häßlich?"
Innerlich auf jeden Fall, dachte Akiko. Innerlich war er häßlich, ja.
„Nein. Er sah eigentlich ganz freundlich aus. Wenn. man ihn auf der Straße sehen würde, käme man nie auf den Gedanken, daß er dieser Würger ist. Es war sogar etwas... wie soll ich sagen... Unschuldiges um ihn."
Mrs. Goodman hatte ganz große Augen. „O Gott, O Gott! Und wie haben Sie ihn kennengelernt? Ich meine, wie kam es dazu, daß er Sie angriff?" „Ich war einkaufen. Es fing zu regnen an, und ich hatte keinen Regenschirm mit, er hatte aber einen und bot mir an, mich nach Hause zu begleiten."
Noch während sie es erzählte, überlegte sich Akiko, ob sie nicht vielleicht schon zuviel ausplauderte und ob Sergeant Yamada es gutheißen würde, wenn sie mit irgendwem über die ganze Sache sprach. Aber Mrs. Goodman war schließlich eine vertrauenswürdige alte Bekannte.
„Wir machten uns also auf den Weg", sagte sie und in der Erinnerung daran überlief sie wieder ein Schauder. „Und plötzlich, mitten auf einer dunklen Seitenstraße, stieß er mir die Spitze seines Regenschirms in den Rücken. Ich ließ vor Schreck meine Einkaufstüte fallen, und bevor ich noch begriffen hatte, was geschah, hatte ich schon einen Strick um den Hals."
Mrs. Goodmans Gesicht war voller Mitgefühl. „Und dann? Was geschah dann?"
„An mehr erinnere ich mich nicht",. sagte Akiko. „Ich habe dann wohl das Bewußtsein verloren. Erst hinterher erfuhr ich, daß mir ein nur zufällig vorbeikommendes Taxi das Leben rettete. Der Taxifahrer sah, was da vorging und hielt an. Da rannte der Würger davon."
Mrs. Goodman sah sinnend auf Akiko und sagte dann: „Ich habe eine Idee. Kommen Sie doch zu mir, und bleiben Sie ein paar Tage. Ich habe genug Platz in meiner Wohnung." „Das ist sehr freundlich von Ihnen", sagte Akiko. „Aber es geht nicht. Ich habe zu arbeiten." „Kann das denn nicht warten?"