Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]
- Автор: Виндж Вернор (Вернон) Стефан
- Серия: Qeng Ho (de) #1
- Год: 1995
- Язык: немецкий
- Год: Wilhelm Heyne
- ISBN: 3-453-88125-7
- Переводчик: Erik Simon
- Жанр: Космическая фантастика
Электронная книга - «Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]». Краткое содержание книги:
›Ein Feuer auf der Tiefe‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
»Warum wollen Sie…«
»Beantworten Sie die Frage!«
»Wie soll ich das wissen?« Kjet versuchte zu überlegen. »Tirroll. Du hast Freunde in Skrits’ Stab. Sind Skrodfahrer an Bord?«
Tirroll stotterte ein paarmaclass="underline" »A’a’a’a. Ja. Ersatzleute — eigentlich Gerettete —, direkt nach der Schlacht angeheuert.«
»Das ist alles, was wir tun können, Freund.«
Der Skrodfahrer zitterte. Schwieg. Dann schienen seine Ranken zu welken. »Danke«, sagte er leise. Er rollte zurück und aus dem Blickfeld der Kamera.
Pham Nuwen verschwand aus dem Bild. Ravna blickte wild um sich. »Wartet bitte!«, sagte sie zur Kamera, und Kjet schaute auf das verlassene Steuerdeck der Aus der Reihe. An der Grenze der Hörbarkeit drangen gedämpfte Gesprächsfetzen herüber, Voder- und Menschenstimmen. Dann war sie wieder da.
»Was hat das alles zu bedeuten?«, fragte Svensndot Ravna.
»N-nichts, was jemand von uns noch ändern könnte… Kapitän Svensndot, ich habe den Eindruck, dass Ihre Flotte nicht mehr von den Leuten befehligt wird, von denen Sie es glauben.«
»Vielleicht.« Wahrscheinlich. »Darüber muss ich nachdenken.«
Sie nickte. Einen Moment lang schauten sie einander wortlos an. So seltsam, so weit von Daheim und nach all dem Unglück jemanden derart Vertrautes zu sehen. »Ihr wart wirklich bei Relais?« Die Frage kam ihm selbst dumm vor. Und doch war die Frau in gewisser Weise eine Brücke zwischen dem, was er kannte und glaubte, und der tödlichen Fremdheit der gegenwärtigen Lage.
Ravna Bergsndot nickte. »Ja…, und es war ganz so, wie Sie es gelesen haben. Wir hatten sogar direkten Kontakt zu einer MACHT… Und doch hat es nicht genügt, Gruppenkapitän. Die PEST hat alles vernichtet. Was das betrifft, sind die Nachrichten wahr.«
Tirroll schob sich von seinem Steuerpult zurück. »Wie kann dann irgendetwas, das Sie hier unten tun, der PEST schaden?« Die Worte klangen plump, doch ’Rolls Augen waren groß und ernst. Eigentlich hoffte er nur, in all dem Tod einen Sinn zu sehen. Die Dirokime waren nicht der größte Teil der Zivilisation von Sjandra Kei gewesen, doch bei weitem deren älteste zugehörige Rasse. Vor einer Million Jahren waren sie aus der Langsamen Zone hervorgebrochen und hatten die drei Systeme kolonisiert, die die Menschen eines Tages Sjandra Kei nennen sollten. Lange bevor die Menschen eintrafen, waren sie schon eine Rasse von nach innen gewandten Träumern gewesen. Sie beschützten ihre Sternensysteme mit uralter Automatik und freundlich gesonnenen jüngeren Rassen. Noch eine halbe Million Jahre, und ihre Rasse hätte aus dem Jenseits verschwunden sein können, ausgestorben oder zu etwas anderem weiterentwickelt. Es war ein weit verbreitetes Schema, ähnlich dem Tod und hohem Alter, nur sanfter.
Es besteht ein allgemeines Fehlurteil über solche überalterten Rassen: Dass auch ihre Mitglieder überaltert seien. In jeder großen Population gibt es eine Variationsbreite. Es gibt immer welche, die die Außenwelt sehen und dort eine Zeit lang spielen wollen. Die Menschheit war mit solchen wie Glimfrell und Tirroll sehr gut ausgekommen.
Und Bergsndot schien zu verstehen. »Habt ihr jemals von Gottsplittern gehört?«
»Nein«, sagte Kjet und bemerkte dann, dass beide Dirokime aufgehorcht hatten. Etliche Sekunden lang pfiffen sie miteinander. »Ja«, sagte ’Roll schließlich auf Samnorsk, so viel Ehrfurcht in der Stimme, wie Kjet nur je darin gehört hatte. »Sie wissen, dass wir Dirokime schon seit langem im Jenseits sind. Wir haben viele Kolonien ins Transzens entsandt, manche davon sind MÄCHTE geworden… Und einmal… kam Etwas zurück. Es war natürlich keine MACHT. Eigentlich glich es eher einem geistig verkrüppelten Dirokim. Doch es wusste Dinge und tat Dinge, die große Veränderungen für uns bewirkten.«
»Fentrollar?«, fragte Kjet erstaunt, der plötzlich die Geschichte wiedererkannt hatte. Sie hatte sich einhunderttausend Jahre vor der Ankunft der Menschen bei Sjandra Kei zugetragen, dennoch war sie ein zentraler Streitpunkt in den Terraneen der Dirokime.
»Ja«, bestätigte Tirroll. »Noch heute können sich unsere Leute nicht einigen, ob Fentrollar ein Segen oder ein Fluch war, doch er begründete die Traumhabitate und die Alte Religion.«
Ravna nickte. »Das ist der bei uns von Sjandra Kei am besten bekannte Fall. Vielleicht ist es kein glückliches Beispiel, wenn man alle seine Auswirkungen bedenkt…« Und sie erzählte ihnen vom Untergang vom Relais, was dem ALTEN widerfahren und was aus Pham Nuwen geworden war. Das Geplapper aufseiten der Dirokime verebbte, und sie waren sehr still.
Schließlich sagte Kjet: »Was also weiß Nu…« — er stolperte über den Namen, der so seltsam wie alles an diesem Burschen war — »Nuwen über das Ding, das er am Grunde sucht? Was kann er damit tun?«
»Ich… ich weiß nicht, Gruppenkapitän. Pham Nuwen weiß es selbst nicht. Die Erleuchtung kommt in kleinen Stücken. Ich glaube das, weil ich manchmal dabeigewesen bin…, aber ich weiß nicht, wie ich Sie dazu bringen soll, es zu glauben.« Sie holte krampfhaft Luft. Auf einmal ahnte Kjet, was für ein Ort der Qual die Aus der Reihe sein musste. Irgendwie verlieh das der Geschichte mehr Glaubwürdigkeit. Was immer wirklich die PEST vernichten konnte, musste auf ungesunde Weise fremdartig sein. Kjet fragte sich, wie er wohl zurecht käme, wenn er mit so einem Ding eingeschlossen wäre.
»Meine Dame Ravna«, sagte er, und die Worte kamen steif und förmlich. Immerhin schlage ich Verrat vor. »Ich… äh… habe ein paar Freunde in der Flotte der Sicherheitsgesellschaft. Ich kann dem Verdacht, den Sie geäußert haben, nachgehen und…« Sag es! »Möglicherweise kann ich Sie entgegen meinem Hauptquartier unterstützen.«
»Danke, mein Herr. Danke.«
Glimfrell brach das Schweigen. »Wir empfangen jetzt ein schlechtes Signal auf dem Kanal der Aus der Reihe.«
Kjets Blick huschte über die Bildschirmfenster. Alle Ultraspuren-Anzeigen schienen zufälliges Rauschen zu sein. Was immer dieser Sturm zu bedeuten hatte, er war schlimm.
»Sieht so aus, als würden wir nicht mehr lange reden, Ravna Bergsndot.«
»Ja. Wir verlieren das Signal… Gruppenkapitän, wenn alles nicht klappt, wenn Sie nicht für uns kämpfen können… Ihre Leute sind alles, was von Sjandra Kei übrig ist… Es war gut, Sie und die Dirokime zu sehen — nach so langer Zeit vertraute Gesichter zu sehen, Leute, die ich wirklich verstehe. Ich…« Während sie sprach, zerfiel ihr Bild stückweise in niederfrequente Bestandteile.
»Huui!«, sagte Glimfrell. »Die Bandbreite ist eben ins Bodenlose gestürzt.« An ihrer Verbindung zur Ausder Reihe war nichts besonders Raffiniertes. Angesichts der Kommunkationsschwierigkeiten hatten die Schiffsprozessoren einfach auf Minimalcode umgeschaltet.
»Hallo, Aus der Reihe. Wir haben jetzt Probleme mit diesem Kanal. Schlage vor, wir unterbrechen.«
Das Fenster wurde grau, und gedrucktes Samnorsk flackerte darüber:
Ja. Das ist mehr als ein Kommunikati
Glimfrell schlug gegen sein Kommunikationspult. »Aus. Null«, sagte er. »Kein Signal mehr auszumachen.«
Tirroll schaute von seiner Steuerkonsole auf. »Das ist viel mehr als ein Kommunikationsproblem. Unsere Computer sind seit mehr als zwanzig Sekunden nicht imstande gewesen, einen Ultrasprung durchzuführen.« Sie hatten fünf Sprünge in der Sekunde ausgeführt und reichlich ein Lichtjahr pro Stunde zurückgelegt. Jetzt…