Menschen wie Götter
- Автор: Снегов Сергей Александрович
- Год: 2012
- Язык: немецкий
- Год: Verlag MIR Moskau und Verlag Das Neue Berlin
- ISBN: 978-3-45352-519-1
- Переводчик: Heinz Kübart
- Жанр: Научная фантастика
Электронная книга - «Menschen wie Götter». Краткое содержание книги:
Allmählich fand er Spaß daran, daß sich bei seinem Nahen alles in Stein verwandelte. Das fliegende Skelett zog immer größere Kreise, bis es schließlich hinter dem Horizont verschwand. Der Engel folgte ihm. Ich trat zu Vagabund.
Der Drachen hatte versucht, ein Stück zu fliegen.
Schwerfällig hatte er sich etwa zehn Meter hoch erhoben und war auf einer Anhöhe niedergegangen.
Schlapp ausgestreckt blies er dicken Rauch von sich und ließ matte Blitze müde funkeln. Einen feuerspeienden Donnerschleuderer, der er genetisch war, konnte man ihn wahrhaftig nicht nennen. Ich bedauerte schon, daß ich ihm erlaubt hatte, an unserer waghalsigen Expedition teilzunehmen. Als ich ihm in die vorgewölbten grünlichorangefarbenen spöttischen Augen blickte, schlug meine Stimmung um. Vagabund hatte einen verteufelt klugen Blick.
»Ein komischer Planet. Allerhand Rätsel gibt er uns auf, findest du nicht, Vagabund?«
»Nur eins«, antwortete er.
»Eins? Ich nenne dir gleich drei: die lebendigen Flüsse und Bäume, ihre Angst vor uns, ihr blitzschnelles Versteinern. Daß auch die Vögel versteinern, will ich gar nicht erwähnen.«
»Nur eins«, wiederholte er. »Ich habe das Gefühl, als wäre ich mir selbst begegnet, meinem früheren Selbst… Ich errate die Anwesenheit eines denkenden Gehirns, doch ich vermag keine Verbindung zu ihm herzustellen…«
Auf dem ausgestreckten Flügel des Drachens saß Lussin.
»Und was sagst du?« fragte ich ihn.
»Merkwürdig«, sagte er nach kurzem Überlegen.
7
Zum Nachdenken war keine Zeit. Trub brauchte Anweisungen, Gig wartete auf Befehle, alle verlangten Erklärungen. Ärgerlich sagte ich zu Irina: »Die Geräte taugen nicht viel, da sie nicht imstande sind, eine so einfache Tatsache festzustellen, was lebendig und was tot ist auf diesem verflixten Planeten.«
Sie kniff herausfordernd die Augen zusammen.
Und sie blickte nicht, sondern schleuderte Blicke.
Wenn man ihr einen Vorwurf machte, rechtfertigte sie sich nicht, sondern ärgerte sich. Olga hatte es nicht geschafft, ihrer Tochter Gehorsam anzuerziehen.
»Nicht meine Geräte irren sich. Irrig ist Ihre Vorstellung von dem, was einfach und was kompliziert ist auf dem Planeten.«
Ich betrachtete ihr zornentflammtes Gesicht, und sie mäßigte ihren Ton.
»Erlauben Sie mir, zur ,Steinbock‘ zu fliegen. Ich hole von Ellon ein anderes Schutzanzugmodell, das eine bessere Abschirmung garantiert.«
»Für die Unsichtbaren oder für uns?«
»Für jeden, der unsichtbar sein möchte.«
»Nein«, antwortete ich schroff. »Ich kehre selbst zur ,Steinbock‘ zurück. Ich muß mich mit dem Leiter der Expedition beraten. Sie bleiben einstweilen hier.«
Pawel schaute mich zaghaft an und schüttelte den Kopf.
»Sie sind unzufrieden?« fragte ich ihn erstaunt.
»Wäre es nicht besser, wir kehrten alle zurück, lieber Admiral? Offen gestanden habe ich wenig Lust, die Nacht auf diesem Planeten zu verbringen.«
»Was beunruhigt Sie?«
Er zuckte vielsagend die Schultern. »In jedem von uns steckt der anfällige Adam, mein liebenswürdiger Admiral. Wir sind in der Lage, Sterne zu entzünden, den Raum zusammenzurollen und geradezubiegen, was, wenn man den Alten glauben will, nicht einmal ihre Götter vermochten. Aber kaum stehen wir Auge in Auge der Natur gegenüber, da erwachen die alten Ängste in uns, da sind wir nicht mehr als ein winziges Teilchen der Welt, nicht Herr, sondern Spielball der Elemente.«
Er überzeugte mich nicht. Freilich war der Planet seltsam, aber waren anderen Sternenfahrern nicht weit seltsamere Himmelskörper begegnet? Und wenn ich Pawels Vorschlag dennoch zustimmte (das war das vernünftigste, wie die nachfolgenden Ereignisse bewiesen), dann nicht aus Verständnis für seine nächtlichen Ängste und schon gar nicht deshalb, weil ich die Zukunft voraussah, sondern weil es mir einfach überflüssig schien, die Absonderlichkeiten einer zwar interessanten, aber doch kleinen Welt auf unserem Weg durch die Sternenräume zu erforschen. Wir hatten wichtigere Aufgaben. Und genau dies meldete ich Oleg nach unserer Rückkehr.
Oleg hörte mich höflich lächelnd an. Er brauchte keine Fragen zu stellen, alles, was wir auf dem Planeten getan und wovon wir gesprochen hatten, war auf die Sternenfahrzeuge übertragen worden. Sein abweisendes Lächeln war allerdings unangebracht. Absichtlich sage ich abweisend. Ein Lächeln ist wie eine Hand, ist es böse, versetzt es Schläge, ist es gutmütig, gleicht es einem freundschaftlichen Händedruck, ist es freudig, wirkt es anziehend. Olegs Lächeln verweist einen auf seinen Platz, betont den Abstand. Auf der »Widder«, der »Stier« und der »Schlangenträger«, die von Olga, Petri und Kamagin befehligt werden, besteht ein herzliches Verhältnis zwischen den Kapitänen und der Besatzung. Ich beschloß, bei passender Gelegenheit mit Oleg darüber zu sprechen. Eine Gelegenheit bot sich. Ich riet, eine Konferenz der Kapitäne der Sternenflugzeuge einzuberufen und gemeinsam zu entscheiden, ob der erste von uns entdeckte Planet erforscht werden soll.
»Du bist doch der Meinung, daß es nicht erforderlich sei, Eli«, entgegnete er.
»Was meine ich nicht alles! Ich kann mich auch irren. Ellons Meinung zu dieser Frage kann wichtiger sein als meine. Instrumentale Erkundung ist Sache seiner Gruppe. Vielleicht hat er etwas Interessanteres als die Schutzanzüge vorzuschlagen, die die Unsichtbarkeit gewährleisten?«
»Große Konferenzen sind nicht erforderlich«, sagte Oleg kühl. »Wir entfernen uns aus diesem Bezirk.« Da sagte ich freimütig: »Oleg, warum bist du immer so reserviert? Glaube mir, das berührt nicht nur mich unangenehm.«
Er zögerte mit der Antwort. »Es geht nicht anders, Eli.«
»Wieso nicht?«
Zerstreut blickte er vor sich hin. Das maskierende höfliche Lächeln hatte er abgelegt. Er war der schlichte offene Junge, den ich auf der Erde gekannt hatte.
»Eli, ich mag Ellon nicht«, sagte er.
»Niemand mag Ellon.«
»Du irrst dich, Eli.«
»Mit Ausnahme von Irina«, korrigierte ich mich.
»Für mich ist das eine hinreichend wichtige Ausnahme«, bekannte er finster. »Wir verstanden uns gut, bevor sie mit Ellon zu arbeiten anfing. Sie ist ihm, mag er auch ein hervorragender Geist sein, allzusehr ergeben. Und Ellon betont unaufhörlich, besonders in ihrer Gegenwart, daß ich ihm in der Funktion, nicht in der Bedeutung überlegen bin.«
»Bei den Menschen ist ein Zusammenstoß auf dieser Grundlage unmöglich.«
»Ellon ist in der Zerstörergesellschaft erzogen worden, wo es ein sehr ausgeprägtes Ranggefühl gab. Innerhalb einer Generation läßt sich die Psychologie nicht ändern, Eli.«
»Wir sprechen nicht von deinem Verhältnis zu Ellon, sondern zu allen«, erinnerte ich.
»Ich kann Ellon nicht von den anderen trennen. Du kennst das Sternenfahrergebot, Eli: Verhalte dich gegen alle Kameraden gleich kameradschaftlich. Doch ich bin außerstande, ihn wie Romero, Orlan oder Grazi zu behandeln. Für mich gibt es nur einen Ausweg-Freundschaften zu vermeiden. Vielleicht habe ich unrecht, jedenfalls werde ich mich Ellon nicht als Freund aufdrängen.«
Ich wollte Oleg keine Predigt über Sternenfreundschaft halten, und ich lenkte das Gespräch auf ein anderes Thema. »Dein Vater sann einst über die Probleme der Sternenharmonie nach. Er verfaßte sogar eine Symphonie unter dem Titel ,Die Harmonie der Sternensphären’. Wenn ich nicht irre, handelte sie von dem Kreislauf der Welten, von den Menschen und den Himmelsbewohnern – von unseren heutigen Problemen eben. Aber da gab es nicht allein Musik, sondern noch andere Ingredienzien Druck, Hitze, Kälte.
Überlastung, Schwerelosigkeit…«
Oleg kannte die Biographie seines Vaters genau.