Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне

Электронная книга - «Die Fünfundvierzig». Краткое содержание книги:

Die Fünfundvierzig
1 ... 108 109 110 111 112 113 114 115 116 ... 137
Перейти на страницу:

»Ohne Zweifel, Herr Fähnrich; wir werden stumm sein wie die Gräber, seid unbesorgt, stumm wie der arme Saint-Aignan. Ah! Henri hat eine Verwandtin bei sich, mitten unter Gendarmen? Und wo ist sie, Aurilly, diese Verwandtin?« – »Dort oben.«

»Wie, dort oben, in jenem Hause?« – »Ja, Monseigneur; doch still! hier kommt Herr du Bouchage.«

»Still!« wiederholte der Prinz mit einem schallenden Gelächter.

Eine Erinnerung des Herzogs von Anjou.

Der junge Mann konnte bei seiner Rücklehr das unheimliche Gelächter des Herzogs von Anjou hören, doch er hatte nicht genug bei seiner Hoheit gelebt, um zu wissen, welche Drohung in solcher Kundgebung des Prinzen lag.

Er hätte auch an der Unruhe einiger Gesichter wahrnehmen können, daß man über ihn gesprochen hatte.

Doch Henri war nicht mißtrauisch genug, um dergleichen zu erraten. Überdies wachte Aurilly gut, und der Herzog, der seinen Plan ohne allen Zweifel schon gemacht hatte, hielt Henri bei sich zurück, bis sich alle bei dem Gespräch gegenwärtigen Offiziere entfernt hatten.

Der Herzog hatte einige Abänderungen bei der Verteilung der Posten getroffen. Er nahm selbst das Hauptquartier in Dianas Hause ein und schickte den Fähnrich an den nächstwichtigen Posten am Flusse.

Henri wunderte sich nicht darüber. Der Prinz hatte bemerkt, daß dieser Punkt der wichtigste war, und er überließ ihm diesen; das war ganz natürlich, so natürlich, daß jeder und Henri zuerst sich in seiner Absicht täuschte.

Nur glaubte er, dem Fähnrich der Gendarmen die beiden Personen, über die er wachte und die er für den Augenblick wenigstens verlassen mußte, empfehlen zu sollen. Doch bei den ersten Worten, die Henri mit dem Fähnrich zu reden versuchte, trat der Herzog dazwischen.

»Geheimnisse!« sagte er mit seinem Lächeln.

Der Gendarm hatte begriffen, welche Indiskretion er begangen, aber es war zu spät. Er bereute es, wollte dem Grafen zu Hilfe kommen und erwiderte: »Nein, Monseigneur, der Herr Graf fragt mich nur, wieviel Pfund trockenes Pulver mir bleiben.«

»Ah! das ist etwas anderes,« rief der Herzog.

Während sich dann aber der Herzog gegen die Tür umwandte, die man gerade öffnete, flüsterte der Fähnrich Henri zu: »Seine Hoheit weiß, daß Ihr jemand begleitet.«

Du Bouchage bebte; doch es war zu spät. Nicht einmal dieses Beben war dem Herzog entgangen, und, als wollte er sich selbst versichern, daß man überall seine Befehle vollzogen, schlug er dem Grafen vor, ihn bis zu seinem Posten zu führen, ein Vorschlag, den Henri wohl annehmen mußte.

Henri hätte Remy gern wissen lassen, er möge auf seiner Hut sein und zum voraus eine Antwort bereithalten, doch dies war nicht möglich; alles, was er tun konnte, war, daß er den Fähnrich mit den Worten verabschiedete: »Wacht wohl über dem Pulver, nicht wahr? Wacht darüber, als ob ich selbst es täte.«

»Ja, Herr Graf,« erwiderte der junge Mann.

Auf dem Wege fragte der Herzog den Grafen du Bouchage: »Wo ist das Pulver, das Ihr unserem jungen Offizier empfehlt, Graf?«

»In dem Hause, das ich zum Hauptquartier gewählt hatte, Hoheit.«

»Seid unbesorgt,« erwiderte der Herzog, »ich kenne zu gut die Wichtigkeit eines solchen Vorrats in der Lage, in der wir uns befinden, um nicht jede Aufmerksamkeit darauf zu richten. Nicht unser junger Fähnrich wird darüber wachen, sondern ich.«

Man kam, ohne weiter zu reden, zu dem Zusammenlauf des Flusses und des Baches; der Herzog empfahl du Bouchage auf das strengste, seinen Posten nicht zu verlassen, und kehrte zurück.

Aurilly war aus dem Speisezimmer nicht weggegangen und schlief, auf einer Bank liegend, in dem Mantel eines Offiziers. Der Herzog klopfte ihm auf die Schulter und weckte ihn auf. Aurilly rieb sich die Augen und schaute den Prinzen an.

»Hast du gehört?« fragte ihn dieser. – »Ja, gnädigster Herr.« »Weißt du denn auch, wovon ich spreche?« – »Bei Gott! von der unbekannten Dame, von der Verwandtin des Grafen du Bouchage.«

»Gut, ich sehe, daß das Brüsseler Faro und das Löwener Bier dein Gehirn noch nicht ganz abgestumpft haben,« – »Immerzu, Monseigneur, sprecht oder macht nur ein Zeichen, und Eure Hoheit wird sehen, daß ich erfindungsreicher bin als je.«

»Wir wollen sehen? Rufe deine ganze Einbildungskraft zu Hilfe und errate« – »Wohl, gnädigster Herr, ich errate, daß Eure Hoheit neugierig ist.«

»Ah! bei Gott! das ist Temperamentssache, du brauchst mir nur zu sagen, was meine Neugierde zu dieser Stunde reizt.« – »Ihr wollt wissen, wer das brave Geschöpf ist, das den beiden Herren von Joyeuse durch Wasser und Feuer folgt?«

»Übrigens hast du schon den aufgetragenen Brief an meine Schwester Margot geschrieben?«

»Womit soll ich schreiben, Hoheit? Ich habe hier weder Tinte noch Feder noch Papier.«

»Wohl! so suche!« – »Wie soll ich das in der Hütte eines Bauern finden, der, es ist tausend gegen eines zu wetten, gar nicht schreiben kann?«

»Suche immerhin, Dummkopf, und wenn du das nicht findest, nun wohl, so wirst du etwas anderes finden.«

– »Oh! ich Einfaltspinsel, der ich bin,« rief Aurilly, sich vor die Stirn schlagend; »wahrhaftig, ja, Eure Hoheit hat recht, mein Kopf wird schwerfällig, aber ich bin gar so schläfrig.«

»Gut, gut, ich will dir wohl glauben, und da du nicht geschrieben hast, so werde ich schreiben, suche mir nur alles, was ich zum Schreiben brauche; suche, Aurilly, suche und kehre nicht eher zurück, als bis du gefunden hast; ich bleibe hier.« – »Ich gehe, Monseigneur.«

»Und wenn du bei deinem Nachsuchen bemerkst, daß das Haus malerisch ist ... Du weißt, wie ich den flämischen Stil liebe, Aurilly!« – »Ja, Monseigneur.« »Nun, so rufst du mich.« – »Auf der Stelle, Monseigneur, Ihr könnt ruhig sein ...«

Aurilly stand auf und wandte sich leicht wie ein Vogel nach der anstoßenden Stube, wo sich der Fuß der Treppe fand.

Nach fünf Minuten kam er zu seinem Herrn zurück, der es sich in dem großen Saal bequem gemacht hatte.

»Nun?« fragte dieser. – »Gnädigster Herr, wenn ich dem Anschein glauben darf, muß das Haus teufelsmäßig malerisch sein.«

»Warum?« – »Weil man nicht hinein kann, wie man will.«

»Was sagst du?« – »Ich sage, daß es von einem Drachen bewacht wird.«

»Was soll dieser alberne Scherz!« – »Ei! Monseigneur, es ist leider kein alberner Scherz, sondern eine traurige Wahrheit. Der Schatz ist im ersten Stock in einer Stube, hinter deren Tür man ein Licht glänzen sieht, und vor dieser Tür findet man einen Menschen, der in einem großen grauen Mantel auf der Schwelle liegt.«

»Ho! ho! sollte es sich Herr du Bouchage erlauben, einen Gendarmen vor die Tür seiner Geliebten zu legen?«

– »Es ist kein Gendarm, sondern ein Diener der Dame und des Grafen selbst.«

»Und was für eine Art von Diener?« – »Gnädigster Herr, es ist nicht möglich, sein Gesicht zu sehen, doch was man sieht, ist ein breites flämisches Messer, das in seinem Gürtel steckt, und worauf er eine kräftige Hand stützt.«

»Das ist anziehend, wecke mir diesen Burschen ein wenig.« – »Ah! nein, Hoheit.«

»Was sagst du?« – »Ich sage, daß ich mir, abgesehen von dem flämischen Messer, nicht aus den Herren von Joyeuse, die bei Hofe sehr wohlgelitten sind, Todfeinde machen will. Wären wir Könige der Niederlande gewesen, dann ginge es wohl an; doch wir haben nur die Freundlichen zu spielen, Monseigneur, besonders gegen die, die uns gerettet; denn die Joyeuse haben uns gerettet. Nehmt Euch in acht, Hoheit, wenn Ihr es nicht sagt, werden sie es sagen.«

»Du hast recht, Aurilly,« sagte der Herzog, mit dem Fuße stampfend, »du hast recht, und dennoch ...« –

»Ja, ich begreife; und dennoch hat Eure Hoheit nicht ein einziges Frauengesicht seit vierzehn tödlichen Tagen gesehen. Ich spreche nicht von jenen Tieren, die die Polder bewohnen.«

1 ... 108 109 110 111 112 113 114 115 116 ... 137
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)