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Die Gedanken Des Bösen

Электронная книга - «Die Gedanken Des Bösen». Краткое содержание книги:

Mitten im Pazifik wird ein Raumschiff auf dem Meeresgrund entdeckt. Ein US-Expertenteam untersucht das geheimnisvolle Objekt. Die technologisch hochentwickelte Konstruktion des neunhundert Meter langen Raumschiffs gibt den Forschern Rätsel auf. Die größte Überraschung: Es muß seit dreihundert Jahren dort liegen. Haben Außerirdische es gesteuert? Kommt es aus einem anderen Universum?
»Ein atemberaubend spannendes Buch.« (»New York Times Book Review«)

Zu diesem Buch
Michael Crichton hat in seinem Roman kenntnisreich und mit großer Fabulierkunst das heute technisch Machbare und das vielleicht morgen schon Mögliche verbunden. Er führt den Leser zugleich in die fernsten Regionen des Alls und in die Tiefen des Unterbewußtseins.
»>Die Gedanken des Bösen< bestätigen Crichtons Rang als Mitbegründer und erfolgreichsten Vertreter des Genres >Science-Thriller<: spannend bis zur letzten seite.« (»welt am sonntag«)
Michael Crichton, geboren 1942 in Chicago, studierte Philosophie und Medizin an der Universität Harvard. Seine Romane und populärwissenschaftlichen Bücher (u. a. »Im Kreis der Welt«, rororo Nr. 12946) sind internationale Bestseller. Michael Crichton ist auch ein erfolgreicher Filmregisseur, so drehte er u. a. »Der erste große Eisenbahnraub« (nach seinem eigenen Roman), »Kein Mord von der Stange« und »Runaway«.
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Wir haben sofort unser nächstes Suchschiff in Marsch gesetzt, die Ocean Explorer. Sie lag zu jener Zeit in Melbourne und war am 21. Juni vor Ort. Der Grund für das Interesse der Navy war die Möglichkeit, daß es sich bei dem Hindernis um ein gesunkenes, mit SY-2-Raketen ausgerüstetes chinesisches Atom-U-Boot der Wuhan-Klasse handeln könnte, denn im Mai 1984 haben die Chinesen in etwa jenem Gebiet ein solches U-Boot verloren. Beim Abtasten des Meeresbodens mit einem seitwärts suchenden Unterwasser-Ortungsgerät hat die Ocean Explorer dies Bild hier geliefert.«

Die farbige Abbildung wirkte in ihrer Schärfe nahezu dreidimensional.

»Wie Sie sehen, ist der gesamte Meeresboden eben, mit Ausnahme einer einzigen dreieckigen Leitwerkflosse, die etwa neunzig Meter über ihn emporragt. Sie sehen sie hier«, sagte er und wies darauf. »Sie ist erheblich größer als jedes Trag-werksteil eines in den Vereinigten Staaten oder der Sowjetunion hergestellten Flugzeugtyps, und wir haben zuerst gerätselt, was es sein könnte. Nächstes Bild.«

Man sah, wie von einem Kran ein UnterwasserRoboterfahrzeug an der Seite eines Schiffs ins Wasser gelassen wurde. Es schien aus einer Vielzahl waagerecht verlaufender Rohre zu bestehen, in deren Mitte Kameras und Scheinwerfer installiert waren.

»Am 24. Juni hatte die Navy Neptun IV an Ort und Stelle; sie hat ferngesteuerte Tauchroboter an Bord. FF Scorpion, das Sie hier sehen, wurde hinabgelassen, um das Leitwerksteil zu fotografieren. Es lieferte ein Bild, das deutlich eine Art Steuerfläche zeigt. Hier sehen Sie es.«

In der Gruppe erhob sich Gemurmel. Auf einem grell ausgeleuchteten Farbbild ragte von einer ebenen Korallenfläche eine graue Flosse auf. Sie war scharfkantig und sah aus wie ein Flugzeugteil, lief spitz zu und war deutlich erkennbar ein Artefakt.

»Sie werden bemerken«, sagte Barnes, »daß der Meeresboden in diesem Gebiet aus dichten, abgestorbenen Korallen besteht. Der Flügel oder das Leitwerksteil verschwindet darin, und das legt die Vermutung nahe, daß darunter der eigentliche Flugkörper liegen muß. Wir haben mit einem Seitensuchsonar mit besonders hoher Auflösung den Meeresboden an dieser Stelle erkundet, um unterhalb der Korallen den Umriß zu erkennen. Nächstes Bild.«

Ein weiteres farbiges Sonarbild, diesmal nicht aus Linien, sondern aus kleinen Punkten zusammengesetzt.

»Wie Sie sehen, scheint das Leitwerksteil an einem zylindrischen Gegenstand angebracht zu sein, der unter den Korallen liegt. Das Objekt hat einen Durchmesser von zweiundsechzig Metern und erstreckt sich über neunhundert Meter nach Westen, bevor es in einer Spitze zuläuft.«

Erneut ertönte Gemurmel aus der Zuhörerschaft.

»Ja, Sie haben richtig gehört«, bestätigte Barnes, »der zylindrische Gegenstand ist fast einen Kilometer lang. Seine Gestalt entspricht nach unseren gegenwärtigen Erkenntnissen der einer Rakete oder eines Raumschiffs; dennoch haben wir es vorsichtshalber von Anfang an als >die Anomalie< bezeichnet.«

Norman sah zu Ted hinüber, der zur Projektionswand emporlächelte. Neben Ted runzelte Harry Adams in der Dunkelheit die Stirn und schob seine Brille zurecht.

Dann erlosch die Projektionslampe. Der Raum lag im Dunkeln. Man hörte ein Aufstöhnen, und Barnes schimpfte: »Verdammt noch mal, nicht schon wieder!« Jemand tastete sich zur

Tür, ein helles Rechteck wurde sichtbar.

Beth beugte sich zu Norman und sagte: »Denen fällt hier dauernd der Strom aus. Ist doch beruhigend, nicht?«

Augenblicke später wurde die Projektionswand wieder hell, und Barnes fuhr fort. »Am 25. Juni trennte ein ferngesteuertes Fahrzeug der Klasse SCARAB ein Stück aus dem Leitwerksteil und brachte es an die Oberfläche. Die Untersuchung ergab, daß es aus einer Titanlegierung in einer Epoxydharz-Wabenstruktur bestand. Die zur Herstellung einer Verbindung von Metall und Kunststoffen erforderlichen technischen Verfahren waren bisher auf der Erde unbekannt.

Fachleute haben bestätigt, daß das Leitwerksteil keinesfalls auf unserem Planeten entstanden sein kann - wir wären wohl erst in zehn oder zwanzig Jahren so weit, etwas in der Art herzustellen.«

Harry Adams knurrte, beugte sich vor und notierte etwas auf seinem Block.

Unterdessen, erläuterte Barnes, brachten weitere Roboterfahrzeuge Sprengladungen auf dem Meeresboden an. Die Auswertung des durch Fernzündung künstlich hervorgerufenen Seebebens hat gezeigt, daß die im Meeresboden verborgene Anomalie aus Metall bestand, hohl war und über einen komplexen inneren Aufbau verfügte.

»Nach zwei Wochen gründlicher Untersuchung«, sagte Barnes, »sind wir zu dem Ergebnis gekommen, daß es sich bei der Anomalie um eine Art Raumfahrzeug handeln mußte.«

Die endgültige Bestätigung kam am 27. Juni von den Geologen. Die von ihnen untersuchten Bohrkernproben aus dem Meeresgrund zeigten, daß der Boden dort ursprünglich deutlich höher gelegen hatte, vielleicht in einer Tiefe von fünfundzwanzig oder dreißig Metern. Das würde den Korallenbewuchs erklären, der das Fahrzeug durchschnittlich vier Meter hoch bedeckt. Daher, sagen die Geologen, müsse das Objekt mindestens dreihundert Jahre und vielleicht auch weit länger dort gelegen haben, wobei alles zwischen fünfhundert bis hin zu fünftausend Jahren möglich ist.

»Äußerst zögernd«, fuhr Barnes fort, »hat sich die Navy zu der Schlußfolgerung durchgerungen, daß wir da in der Tat auf ein Raumfahrzeug aus einer anderen Zivilisation gestoßen waren. Der Präsident hat bei einer Sondersitzung des Nationalen Sicherheitsrats entschieden, daß es geöffnet werden soll, und so hat man am 29. Juni die ULF-Gruppe einberufen.

Am 1. Juli wurde in der Nähe der Fundstelle das Unterwas-serhabitat DH-7 auf den Meeresboden hinabgelassen. In ihm arbeiten sieben Marinetaucher in einer saturierten EdelgasAtmosphäre. Sie haben Bohrarbeiten zur weiteren Erkundung durchgeführt. So, damit wären Sie über den gegenwärtigen Stand der Dinge im Bilde«, schloß Barnes. »Noch Fragen?«

Ted meldete sich. »Weiß man schon etwas über den inneren Aufbau des Raumfahrzeugs?«

»Bisher noch nicht. Es scheint so gebaut zu sein, daß Druckwellen um die Außenschale herumgeleitet werden, die ungewöhnlich kräftig und zweckmäßig gestaltet ist. Daher haben die seismischen Versuche kein klares Bild über das Innere ergeben.«

»Und was ist mit passiven Verfahren? Haben die einen Blick ins Innere ermöglicht?«

»Wir haben alles versucht«, sagte Barnes. »Gravitometrische Analyse - ergebnislos. Thermographie - ergebnislos. Genaue Resistivitätsuntersuchung - ergebnislos. Protonen-Präzisionsmagnetometer - ergebnislos.«

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