Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » Историческая проза » Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.
Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska. - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.

Электронная книга - «Schamanenfeuer. Das Geheimnis von Tunguska.». Краткое содержание книги:

Sommer 2008. Hundert Jahre sind vergangen, seit in Sibirien eine verheerende Explosion stattgefunden hat. Viktoria Vandenberg versucht mit zwei anderen deutschen Forschern dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Hat es sich um den Einschlag eines Meteoriten gehandelt? Leo, ein junger Hirte, erzählt Viktoria von seiner neunzigjährigen Großmutter, deren Vater zu den ersten Wissenschaftlern vor Ort gehörte. Die Alte beschwört Viktoria, ihre Nachforschungen einzustellen: Geister, böse Schamanen seien am Werk. Als sämtliche Stromgeneratoren ausfallen, scheinen die Prophezeiungen in Erfüllung zu gehen, erst recht als eine Serie von geheimnisvollen Todesfällen über die Forschergruppe hereinbricht. Doch Viktoria gibt nicht auf. Sie begreift, dass Leo den Schlüssel zu einer Wahrheit besitzt, die weitaus unglaublicher erscheint als ein Meteoriteneinschlag.
1 ... 7 8 9 10 11 12 13 14 15 ... 152
Перейти на страницу:

Theisen blieb vor Staunen der Mund offen stehen - erst recht als eine der Damen den Reißverschluss ihres Overalls ein wenig öffnete und dem geneigten männlichen Volk einen tiefen Ausblick auf ihre silikongepolsterten, leicht gebräunten Brüste präsentierte.

Professor Rodius wirkte irritiert, und Viktoria konnte beiläufig beobachten, wie Olguth ihn offenbar zu beschwichtigen versuchte.

Kolja war Viktorias fragender Blick nicht entgangen. »TAIMURO ist eine Aktiengesellschaft«, murmelte er ihr verschwörerisch zu. »Vorwiegend Öl, aber auch Gas. Allerdings besitzt Bashtiri 95% der Aktien. Somit kann von demokratischer Verteilung nicht die Rede sein. Man munkelt, dass er auf ein neues Gasvorkommen unter dem Chekosee hofft. Seine Agenten sind schon seit längerem in der steinigen Tun-guska unterwegs, um diverse Bohrungen zu unternehmen«, fuhr er leise fort. »Aber das Gebiet ist heiliges Land. Im Gegensatz zu der hier lebenden russischen Bevölkerung, die sehnsüchtig auf lukrativere Arbeitsplätze hofft, sind die örtlichen Ewenkenstämme nicht unbedingt an einer Erschließung der Vorkommen interessiert, zumal es nicht so aussieht, als ob man vorhätte, sie am Erlös zu beteiligen. Außerdem ist die ganze Angelegenheit nicht ungefährlich. Sollte sich herausstellen, dass die Katastrophe von Tunguska durch plötzlich austretendes Erdgas verursacht wurde, bleibt Vorsicht angesagt. Wer will schon, dass ihm bei der Gasförderung ein prall gefüllter Dampfkessel mit der Kraft von mehreren Wasserstoffbomben um die Ohren fliegt?«

Der Bürgermeister war, nachdem er Bashtiri überschwänglich begrüßt hatte, an sein Podium zurückgekehrt. Mit einigen übertriebenen Gesten rühmte er die außerordentlichen Taten des neu hinzugekommenen Gastes. Im weiteren Verlauf der Laudatio, die sich nun nicht mehr mit den Wissenschaftlern beschäftigte, sondern ausschließlich Bashtiri galt, kam zutage, dass Vanavara offenbar dringend auf dessen Mildtätigkeit angewiesen war und auf eine Schule, ein Waisenhaus und eine moderne Krankenstation hoffte.

Viktoria hob eine Braue und bedachte den allseits bejubelten Oligar-chen mit einem argwöhnischen Blick. Genau in diesem Moment wurde Bashtiri auf sie aufmerksam und grinste ihr breit ins Gesicht. Mit einer knappen Geste befahl er einen seiner Bodyguards herbei und flüsterte dem bulligen Mann, der sich seltsam devot zu ihm hinunterbeugte, etwas ins Ohr. Sekunden später baute sich der blonde Kleiderschrank vor Viktoria auf und sprach sie in gebrochenem Englisch an.

»Mr. Bashtiri möchte wissen, wer die hübsche Dame ist, die ihn unentwegt anschaut. Er will, dass Sie sich an seinen Tisch setzen und ein Glas Champagner mit ihm trinken.«

»Sie können russisch mit mir sprechen«, gab Viktoria ungerührt zurück. »Sagen Sie Herrn Bashtiri, dass ich ihm für die Einladung danke. Bedauerlicherweise trinke ich so früh am Tag keinen Alkohol. Vielleicht ein anderes Mal.«

Der Mann blieb noch einen Moment verdutzt stehen. Mit einer Abfuhr hatte er augenscheinlich nicht gerechnet.

»Bist du wahnsinnig«, zischte Sven Theisen, der mittlerweile wieder neben ihr stand und die Frage des Mannes aufgeschnappt hatte. »Der Kerl bezahlt unseren gesamten Aufenthalt und nicht nur das.«

»Deshalb muss ich mich noch lange nicht prostituieren. Du kannst ja stellvertretend für mich zu ihm gehen«, erwiderte sie bissig. »Eine von seinen Gespielinnen ist bestimmt dein Typ. Allerdings solltest du deinen lüsternen Blick mildern, sonst wird er noch eifersüchtig.« Dann wandte sie sich Kolja zu, der die Unterhaltung mit Erstaunen verfolgt hatte. »Entschuldige mich«, sagte sie, »ich muss dringend an die frische Luft.«

Es war ihr ohnehin zwischen all den schwatzenden Menschen zu eng geworden, und die Ankunft Bashtiris hatte all ihre Klischees bestätigt, die sie über Russland und seine gesellschaftliche Entwicklung hegte. Zumindest Bashtiri schien für Geld alles zu bekommen. Er hatte seine Beziehungen, und waren sie nicht ausreichend, würde er sich neue beschaffen. Dabei spielte der Preis wohl eher eine untergeordnete Rolle.

Vor der Halle wehte ein frischer Wind. Die Wolken hingen immer noch tief, aber es hatte zu regnen aufgehört. Vanavara war nach allem, was Viktoria wusste, eine uralte Handelsstadt für Pelzhändler und Abenteurer. Auf den schlecht ausgebauten Straßen zwischen den verschachtelt stehenden Holzhäusern und Wellblechhütten sah man kaum eine Menschenseele. Ab und an fuhr ein Auto vorbei, und ein Hund bellte.

Viktorias Blick fiel auf die drei Helikopter, die mit herunterhängenden Rotorblättern am Rande eines provisorischen Fußballfeldes auf den nächsten Start warteten. Ein Stück entfernt stoben zwei Jungen in abgetragenen Hosen und lappigen Sweatshirts durch den Matsch einem zerbeulten Lederfußball hinterher. Sie mochten vielleicht acht und zehn Jahre alt sein, und ihre Gesichter hatten unzweifelhaft asiatische Züge: schräg stehende Augen, schwarzes, kurz geschnittenes Haar und runde Wangen, die unter der Anstrengung geradezu glühten. Wenn sie lachten, zeigten sich ihre weißen Zähne, und ihre Augen verwandelten sich in kleine Schlitze, was ihre Begeisterung noch eindrücklicher erscheinen ließ. Zusammen mit einem nassen, total verdreckten Hund rannten sie um die Wette, und es stand außer Frage, wer den Ball zuerst erreichen würde. Der Hund hatte seine Zähne bereits in das Leder geschlagen, als einer der Jungen auf ihn zulief, um ihm den Ball wieder abzunehmen. Das große Tier duckte sich kampfbereit und knurrte gefährlich leise, während es augenscheinlich nicht bereit war, seine Beute wieder herzugeben. Bei näherer Betrachtung fuhr Viktoria der Schreck in die Glieder. Das war kein Hund, sondern ein Wolf. Daran gab es nicht den geringsten Zweifel.

Dass es hier von Wölfen und Bären nur so wimmelte, hatte sie des Öfteren von besorgten Freunden zu hören bekommen, die mit einer Mischung aus Faszination und Ablehnung ihre Reisevorbereitungen verfolgt hatten.

Im Grunde genommen hatte Viktoria keine Angst vor Hunden, aber ein Wolf war kein Hund, und wer wusste schon, ob dieses Tier nicht die Tollwut hatte. Ihr Vater, ein ehemals passionierter Jäger, hatte ihr einmal erzählt, dass Wölfe niemals die Gegenwart des Menschen suchten. Es sei denn, sie waren krank oder hungrig.

Als der kleinere der beiden Jungs sich immer weiter dem Wolf näherte, vergaß Viktoria alle Angst, zumal kein anderer Erwachsener zu sehen war.

»Nicht anfassen! Komm sofort hierhin!«, schrie sie dem Kind zu.

Der Junge schaute sich überrascht um, und auch der andere hielt im Gehen inne und setzte eine fragende Miene auf. Hatten die beiden sie verstanden, oder war ihr Russisch zu schlecht?

Der kleinere von beiden schüttelte den Kopf und lachte nur, dann setzte er sein Vorhaben, dem Tier den Fußball wieder abzunehmen, unbekümmert fort.

1 ... 7 8 9 10 11 12 13 14 15 ... 152
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)