Der Schrei des Hahns
- Автор: Уолтерс Майнет
- Год: 2008
- Язык: немецкий
- Год: Goldmann
- ISBN: 978-3-442-46653-5
- Переводчик: Mechthild Sandberg-Ciletti
- Жанр: Триллеры
Электронная книга - «Der Schrei des Hahns». Краткое содержание книги:
kaut Fingernägel und hat auch sonst nichts, was Männer anziehen könnte. Im Gegenteil, sie ist launisch, Besitz ergreifend und eifersüchtig. Dabei will sie doch nur eines: geliebt werden um jeden Preis. Und zwar von Norman Thorne. Der jüngere und in Liebesangelegenheiten noch unbedarfte Norman gibt Elsies stürmischem Werben allzu schnell und unüberlegt nach — nicht ahnend, worauf er sich einlässt...
Nein, das wollte er nicht. Er wollte einen Sohn, auf den er stolz sein konnte. Mit Bessie. Aber angesichts Elsies aufflammender Wut zögerte er. »Ich kann mir nicht vorstellen, wie du schwanger geworden sein sollst«, entgegnete er kleinlaut. »Wie ist es passiert?«
Das war die Frage, auf die sie gewartet hatte. Mit einem mit leiser Stimme hervorgebrachten Wortschwall fiel sie über ihn her und beschwor ihn, ihr zu glauben. Der Arzt habe ihr erklärt, dass intime Zärtlichkeiten weit gefähr- liher waren, als die meisten Leute ahnten. Die meisten Kinder seien nicht geplant gewesen, sondern durch Missgeschick entstanden. Eine Frau brauchte einen Mann nur zu berühren, damit seine Spermien in sie hineinwandern konnten.
Norman schüttelte ungläubig den Kopf. »Wie denn?«
»Wenn sie sich danach selbst berührt. Hier…« Sie wies abwärts.
Konnte das stimmen?
»Ich habe deine Knöpfe aufgemacht«, fuhr sie fort. »Da muss es passiert sein.« Sie senkte die Stimme zu einem bedeutungsschweren Flüstern. »Du weißt doch, ich war nackt.«
Norman ballte die zwischen seinen Knien herabhängenden Hände zu Fäusten und starrte zum Tisch hinunter. Obwohl er mit Bessie oft genug im Bett gewesen war, beschränkte sich sein Wissen über den Zeugungsvorgang auf das, was seine Hühner ihm vormachten. »So einfach kann es unmöglich sein, Else. Satan muss immer richtig ran.«
»Satan ist ein Huhn, Bärchen. Bei Menschen ist das anders.«
Wirklich?
Er wünschte, er könnte Bessie fragen. Oder auch seinen Vater. Auch als die Bedienung ihnen den Tee und die Scones brachte, plapperte Elsie ungeniert weiter von der kleinen Familie, die sie im kommenden Sommer schon sein würden. Doch ihr fröhlicher Ton klang gekünstelt, als ginge es ihr mehr darum, Fremde zu überzeugen als Norman.
Als er sie später zum Bahnhof brachte, befahl sie ihm, so schnell wie möglich alles für die Hochzeit vorzubereiten. »Ich sage meinen Eltern, dass es noch vor Weihnachten so weit ist.«
Den Kuss, den sie ihm geben wollte, lehnte er ab. »Du hältst eine Menge für selbstverständlich, Elsie.«
»Sollte ich das nicht?«, fragte sie mit einem Zittern der Furcht in der Stimme. »Es ist dein Kind, Norman. Du musst mich heiraten.«
»Und wenn ich es nicht tue?«
»Dann bringe ich mich um«, schluchzte sie unter Tränen. »Und das ist dann deine Schuld.«
Als Bessie an diesem Abend zu ihm kam, fragte er sie, ob eine Frau schon schwanger werden könne, wenn sie das Glied eines Mannes berührte, solange er noch seine Kleider anhatte. Sie kicherte. »Du meinst, so?«, fragte sie und griff ihm zwischen den Beinen an die Hose.
»Nein. Wenn sie ihre Hand durch den Hosenschlitz schiebt — und sich danach selber anfasst.«
»So?« Sie knöpfte seine Hose auf und berührte kurz seinen Penis, bevor sie sich unter den Rock griff.
Er fasste sie um die Mitte und drückte seine Lippen an ihren Hals. »Ich habe heute Morgen einen Kerl getroffen, der sagte, seine Schwester wäre auf die Weise schwanger geworden.«
»Er lügt«, erklärte Bessie und lachte wieder. »Die Frau hat's bestimmt getrieben, dass die Wände gewackelt haben, und jetzt hat sie Angst vor ihren Eltern.«
»Genau das habe ich mir auch gedacht.«
»Wer ist der Kerl?«
»Kennst du nicht.« Er drückte sie sachte zum Bett hinunter. »Und ich würde es dir auch nicht sagen. Wenn die Frau lügen will, ist das ihre Sache.«
»Man darf nur nicht so blöd sein, solchen Quatsch zu glauben. Wenn anfassen genug wäre — da wären alle Frauen auf der Welt schwanger.«
Blackness Road
Crowborough
Sussex
25. November 1924
Liebe Elsie,
ich habe lange über das nachgedacht, was Du mir gestern gesagt hast, und ich muss Dir sagen, ich glaube nicht, dass Du schwanger bist. Aus diesem Grund werde ich wegen der Hochzeit nichts unternehmen. Es gibt ein paar Dinge, die ich Dir nicht gesagt habe. Das ganze letzte Jahr war sehr schwierig für mich. Der Hof ist verschuldet, und jemand anders hat mir über meine Schwierigkeiten hinweggeholfen. Ich bin im Moment in einem großen Zwiespalt und brauche Zeit, um mir über eine Entscheidung klar zu werden.
Dein