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Электронная книга - «Die Klinik». Краткое содержание книги:

Boston, Suffolk General Hospital: Hier praktizieren Adam Silverstone, der vielversprechende Operateur und Wissenschaftler, Rafael Meomartino, ein kubanischer Aristokrat und ehemaliger Playboy, und der Farbige Spurgeon Robinson. Sie alle unterliegen der unerbittlichen Aufsicht von Dr. Longwood. Eines Tages pflanzt Meomartino einem jungen Mädchen eine Niere ein und gibt sie in die Obhut von Silverstone. Alles verläuft gut, aber dann stirbt das Mädchen über Nacht. Dr. Longwood wittert einen Kunstfehler und sucht einen Schuldigen ...
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Der nächste Ruf kam von einer Wohnhausanlage im South End. Neben dem großen plätschernden Teich wartete ein Junge in einer schmutzigen weißen Nehrujacke auf sie, ungefähr so alt wie die beiden Straßenkämpfer, aber sehr mager.

»Hier geradeaus, meine Herren«, sagte er und ging in die Dunkelheit hinein. »Ich bringe Sie zu ihm hinauf. Sieht wirklich schwer verletzt aus.«

»Sollen wir die Tragbahre mitnehmen?« fragte Spurgeon.

»He«, rief Adam dem Jungen zu, »welcher Stock?«

»Vierter.«

»Ist ein Lift vorhanden?«

»Kaputt.«

»Zum Teufel«, sagte Meyerson.

»Bleiben Sie hier«, sagte Silverstone und griff nach seiner Arzttasche. »Es ist zu hoch, um die Bahre hinaufzu-schleppen, wenn wir sie nicht brauchen sollten. Dr. Robinson und ich sehen ihn uns an. Wenn wir die Bahre brauchen, wird einer von uns herunterkommen und Ihnen tragen helfen.«

Die Wohnanlage bestand aus einer Reihe kastenförmiger Betonbauten. Das Haus 11 stand neben einem Teich und war noch nicht alt, aber schon ein Elendsquartier. Anatomisch unwahrscheinliche Bleistiftzeichnungen bedeckten die Wände des Vorhauses, waren jedoch auf höheren Treppenabsätzen nicht zu sehen, weil dort gähnende Finsternis herrschte, da die Glühbirnen gestohlen oder zerbrochen waren. Im zweiten Stock stank die Dunkelheit nach altem Müll und Schlimmerem.

Spurgeon hörte, wie Adam den Atem anhielt.

»Welche Wohnung?« fragte er.

»Folgen Sie mir nur.«

Oben spielte jemand eine wüste Sache von Little Richard, es dröhnte wie das Gestampfe wilder Pferde, die in rasender Flucht dahinjagten. Je höher sie kamen, umso lauter wurde es. Im vierten Stock ging der Junge über einen Gang auf eine Tür zu, hinter der die Musik lärmte. Wohnung D. Er hämmerte an die Tür, und drinnen nahm jemand die Nadel von der Platte.

»Aufmachen. Ich bin's.«

»Hast sie mit?«

»Ja. Zwei Doktoren.«

Die Tür öffnete sich, der Junge in der Nehrujacke ging hinein und Adam hinter ihm. Als Spurgeon folgte, kam Adams Warnung.

»Lauf, Spur! Hol -«

Aber er war schon drinnen, und die Tür wurde hinter ihm zugeschlagen. Eine einzige Lampe brannte. In ihrem Lichttümpel sah er vier Männer; nein, fünf, zählte er, als noch einer aus der Dunkelheit in den Lichtkegel trat, drei Weiße und zwei Farbige, den Jungen nicht mitgezählt. Er erkannte nur einen von ihnen, einen mageren braunen Mann mit Zuluhaaren und einem strichdünnen Schnurrbart, der ein zu einer schmalen Klinge zugefeiltes Küchenmesser in der Hand hielt.

»Hallo, Speed«, sagte er. Nightingale lächelte ihn an. »Nur herein, Doc«, sagte er.

Sie traten näher und standen vor den Männern.

»Wußte nicht, daß Sie es sein würden, Langhaar. Kein Grund zur Aufregung. Wir wollen nur die Tasche Ihres Freundes.«

»Talentverschwendung«, sagte Spurgeon. »Jemand, der so Klavier spielt wie Sie.«

Speed zuckte die Achseln, grinste jedoch geschmeichelt. »Wir haben ein paar Burschen, denen es schlecht geht. Sie brauchen etwas, ganz schnell. Tatsache ist, daß auch ich selbst zu lange ohne war.«

»Gib Ihnen die Tasche, Adam«, sagte Spurgeon.

Aber Adam ging zum Fenster.

»Mach keine Dummheit«, sagte Spurgeon. »Gib ihnen die verdammte Tasche.« Er sah entsetzt, daß Adam auf den Teich hinuntersah. »Einen so guten Taucher gibt es nicht«, sagte Spur.

Jemand lachte.

»Plansch doch«, sagte eine Stimme aus der Dunkelheit.

»Das ist nämlich ein Planschbecken, Mister«, sagte der Kleine.

Speed ging zu Adam und nahm ihm die Arzttasche weg. »Seid ihr alle miteinander besoffen?« sagte er gutmütig. Er reichte Spurgeon die Tasche. »Suchen Sie es für uns heraus, Doc.«

Spurgeon öffnete sie, fand eine Flasche Ipecac, ein Brechmittel, und reichte sie ihm. Nightingale nahm die Kappe ab, steckte seine Zungenspitze in die Flasche und spuckte aus.

»Was ist das?« fragte einer der Männer.

»Vermutlich etwas zum Speien.« Er sah Spurgeon an, diesmal ohne zu lächeln, und ging auf ihn zu.

Adam schlug bereits wild um sich.

Spurgeon versuchte einen Schlag zu landen, aber er war noch ungeschickter als die Straßenkämpfer. Jetzt wurden seine Arme von Händen festgehalten, und ein deja vu überwältigte ihn. Als die großen schwarzen Fäuste auf ihn losschlugen, drehte sich die Welt im Kreis, er war wieder vierzehn und verdrosch einen Betrunkenen in einem dunklen Eingang in der 171. West Street zusammen mit seinen Freunden Tommy White und Fats McKenna, wobei er den Platz hinter dem Opfer einnahm. Der Mann, der jetzt die Rolle Fats McKennas übernahm, würde ganze Arbeit lei-sten, erkannte er, als er mit großer Kraft in den Magen getroffen wurde und ihm der Atem stockte. Etwas stieß gegen seine Schläfe, den Rest spürte er kaum mehr. Er sah durch den Nebel jenen Mann, zu dem er vielleicht geworden wäre, wäre ihm nicht die Gnade Gottes und Calvins widerfahren, und der jetzt auf dem Fußboden kniete, die Arzttasche durchwühlte, sie schließlich umdrehte und ihren Inhalt auf den Fußboden stürzte.

»Hast es, Baby?« fragte eine Stimme.

Spurgeon hörte nicht mehr, ob Speed Nightingale es hatte. Jemand stellte die Nadel wieder auf die Platte von Litt-le Richard, und das Dröhnen der wilden Pferde überrannte alles. Auch ihn.

Er kam zweimal zu Bewußtsein.

Als er das erstemal die Augen öffnete, sah er Meyerson.

»Ich weiß nicht«, sagte Maish soeben. »Es ist schwieriger geworden, leere Formulare zu kriegen. Ich werde vielleicht einen Dollar draufschlagen müssen. Sechs Dollar pro Rezept ist nicht zu hoch.«

»Wir streiten nicht um den Preis«, sagte Speed. »Bloß her damit, Mensch. Bloß her damit.«

»Der ganze Handel könnte hochgehen, wenn ihr diese beiden Kerle ex gehen läßt«, sagte Meyerson.

»Über die brauchst du dich nicht aufzuregen«, sagte eine Stimme verächtlich.

Spurgeon wollte wissen, wie es ausging, und als die Stimmen schwanden, empfang er eine Art zornigen Bedauerns.

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