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READ-E-BOOK » Космическая фантастика » Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]
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Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]

Электронная книга - «Ein Feuer auf der Tiefe [A Fire upon the Deep - de]». Краткое содержание книги:

In ferner Zukunft hat sich die Menschheit weit über das Sonnensystem hinaus ausgebreitet. Doch noch immer ist es nicht möglich, die Lichtgeschwindigkeit zu überschreiten und so die gewaltigen Entfernungen zwischen den Planeten zusammenschrumpfen zu lassen. Da macht eine Gruppe von Wissenschaftlern eine atemberaubende Entdeckung: Offensichtlich ist die Galaxis in Zonen unterteilt, in denen ganz unterschiedliche physikalische Bedingungen herrschen — vom Galaxiskern, den »Gedankenleeren Tiefen«, in denen nur primitives biologisches Leben existiert, über die »Langsame Zone«, in der sich die Menschen befinden und die Lichtgeschwindigkeit eine unüberwindliche Grenze ist, bis zum »Jenseits«, wo sich Wesen entwickelt haben, deren Macht unser Vorstellungsvermögen weit übersteigt. Was geschieht, wenn wir versuchen, mit diesen Wesen Kontakt aufzunehmen? Als ein Raumschiff aufgebracht wird, das Tausende von Jahren durch die Leere des Weltalls gestürzt ist, beginnt das größte Abenteuer unserer Zivilisation…
›Ein Feuer auf der Tiefe‹ wurde mit dem Hugo Gernsback Award als bester Roman des Jahres ausgezeichnet.
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»Du hast Wunder vollbracht, ich weiß, aber behauptest du allen Ernstes, dass du die gesamte Nordflanke erfasst hast? Die ist fünf Meilen entfernt, und ich weiß aus meiner Jugendzeit, dass es dort Dutzende von kleinen Höhlen gibt — du hast selbst diese Erinnerungen.«

»Das hat gesessen!«, sagte Pilger lachend.

»Lass sein. Übersetze einfach.« Sie war mittlerweile durchaus imstande, Körpersprache und Tonfall zu deuten. Manchmal ergaben sogar die Klänge der Klauensprache Sinn.

»Hmp. Also gut.«

Die Königin rückte ihre Babytaschen zurecht und setzte sich. Ihr Ton wurde versöhnlich. »Wenn das Wetter nicht so klar wäre oder wenn es Nächte gäbe, könnten wir es versuchen, aber… Du erinnerst dich an den alten Pfad? Zwanzig Meilen landeinwärts von hier? Er dürfte inzwischen zugewachsen sein. Und die Straße, die zurückführt, ist…«

Kollern und Zischen von Feilonius, wütend. »Ich sage Euch, es ist sicher! Wir werden auf dem anderen Weg Tage verlieren. Wenn wir zu spät bei Flenser eintreffen, wird meine ganze Arbeit vergeblich gewesen sein. Ihr müsst hier vorangehen.«

»Och«, wisperte Pilger, außerstande, sich einen kleinen Kommentar zu verkneifen. »Jetzt ist der alte Feilonius vielleicht zu weit gegangen.« Die Köpfe der Königin schwangen zurück. Pilgers Imitation ihrer menschlichen Stimme sagte: »Ich verstehe deine Besorgnis, Rudel von meinem Blute. Doch wir gehen dahin, wohin ich sage. Wenn das für dich unzumutbar ist, werde ich mit Bedauern deinen Rücktritt annehmen.«

»Aber Ihr braucht mich!«

»Nicht so sehr.«

Plötzlich wurde Johanna bewusst, dass der ganze Feldzug an Ort und Stelle scheitern konnte, ohne dass auch nur ein Schuss abgefeuert wurde. Wo wären wir ohne Feilonius? Sie hielt den Atem an und beobachtete die beiden Rudel. Teile von Feilonius gingen rasch im Kreis und hielten für Augenblicke inne, um Holzschnitzerin wütende Blicke zuzuwerfen. Schließlich senkten sich alle seine Hälse. »Ähm. Ich bitte um Verzeihung, Euer Majestät. Solange Ihr mich nützlich findet, bitte ich, in Eurem Dienst bleiben zu dürfen.«

Nun entspannte sich auch Holzschnitzerin. Sie streckte zwei Köpfe aus, um ihre Welpen zu streicheln. Sie hatten auf ihre Stimmung reagiert, in ihren Taschen gestrampelt und gezischt. »Gewährt. Ich möchte deinen unabhängigen Rat, Feilonius. Bisher war er wunderbar gut.«

Feilonius lächelte schwach.

»Ich hätte nicht geglaubt, dass der Trottel das fertig bringen würde«, sagte Pilger nahe bei Johannas Ohr.

Sie brauchten zwei Tage, um den alten Pfad zu erreichen. Wie Holzschnitzerin vorausgesagt hatte, war er zugewachsen. Mehr noch: an manchen Stellen war überhaupt keine Spur von dem Pfad. Es würde Tage dauern, um auf diesem Wege ins Tal hinabzusteigen. Wenn Holzschnitzerin irgendwelche Bedenken wegen der Entscheidung hatte, so sagte sie nichts davon zu Johanna. Die Königin war sechshundert Jahre alt, sie sprach oft genug von der Unbeweglichkeit des Alters. Nun bekam Johanna ein anschauliches Beispiel, was das bedeutete.

Wenn sie auf eine Wasserrinne stießen, wurden Bäume gefällt und auf der Stelle eine Brücke gebaut. Es kostete einen Tag, um jede solche Stelle zu passieren. Doch selbst wenn der Pfad noch vorhanden war, kamen sie quälend langsam voran. Niemand fuhr noch in den Wagen. Der Rand des Pfades war weggespült worden, und manchmal drehten sich die Wagenräder über dem Nichts. Zu ihrer Rechten konnte Johanna auf Baumkronen hinabblicken, die sich ein paar Meter neben ihren Füßen befanden.

Auf die Wölfe trafen sie am sechsten Tag des Umwegs, als sie die Talsohle fast erreicht hatten. Wölfe. So nannte sie zumindest Pilger; für Johanna sahen sie wie Springmäuse aus.

Sie hatten gerade eine leichte Wegstrecke von einem Kilometer zurückgelegt. Selbst unter den Bäumen spürten sie den Wind, der trocken und warm unablässig das Tal hinabwehte. Die letzten Fleckchen Schnee zwischen den Bäumen wurden weggesaugt, und über dem Nordhang des Tals stand eine Rauchwolke.

Johanna ging neben Holzschnitzerins Wagen. Pilger war ungefähr zehn Meter weiter hinten und schwatzte gelegentlich mit ihnen. (Die Königin selbst war dieser Tage sehr still gewesen.) Plötzlich ertönte über ihnen der kreischende Alarmruf der Klauenwesen.

Eine Sekunde später rief Feilonius hundert Meter weiter vorn etwas. Durch Lücken im Laubwerk konnte Johanna erkennen, wie Soldaten auf der nächsthöheren Serpentine Armbrüste in Anschlag brachten und auf den Hang weiter oben schossen. Das Sonnenlicht sickerte durch das Laubdach und brachte viel Helligkeit, aber in einzelnen Flecken, die sich teilten und bewegten, während die Soldaten sich hektisch hin und her drängten. Chaos, aber… da oben gab es Kreaturen, die keine Klauenwesen waren! Klein, braun oder grau, huschten sie durch die Schatten und die Lichtflecken. Sie strömten den Hang herauf und fielen von der anderen Seite über die Soldaten her als jener, wohin diese schossen.

»Umdrehen! Umdrehen!«, schrie Johanna, doch ihre Stimme ging in dem Tumult unter. Außerdem, wer konnte sie schon verstehen? Alle von Holzschnitzerin spähten zu der Schlacht hinauf. Sie packte Johanna am Ärmel. »Siehst du dort oben etwas? Wo?«

Johanna stammelte eine Erklärung, doch nun hatte Pilger auch etwas gesehen. Sein kollernder Ruf erhob sich laut über das Gefecht. Er rannte den Weg zurück nach oben, wo Scrupilo versuchte, eine Kanone in Stellung zu bringen. »Johanna! Hilf mir.«

Holzschnitzerin zögerte, dann sagte sie: »Ja. Vielleicht ist es so schlimm. Hilf bei der Kanone, Johanna.«

Es waren nur fünfzig Meter bis zum Kanonenwagen, doch bergauf. Sie rannte. Etwas Schweres klatschte kurz hinter ihr auf den Pfad. Ein Teil von einem Soldaten! Es zuckte und schrie. Ein halbes Dutzend rattengroße Pelzstücke hingen an dem Körper, und durch sein Fell liefen rote Streifen. Ein anderes Glied fiel an ihr vorbei. Noch eins. Johanna strauchelte, rannte aber weiter.

Wickwracknarb stand mit den Köpfen aneinander, nur ein paar Meter von Scrupilo entfernt. Jedes erwachsene Glied war bewaffnet — Mundmesser und Stahlklauen. Er winkte Johanna neben sich zu Boden. »Wir sind auf ein Nest von, von Wölfen gestoßen.« Er sprach unbeholfen, verzerrt. »Es muss zwischen hier und Pfad oben sein. Ein Haufen, wie ein kleiner Burgturm. Müssen Nest töten. Kannst du es sehen?« Offensichtlich konnte er es nicht, er schaute sich überall um. Johanna blickte zurück, den Hang hinauf. Es schien jetzt weniger Kampfgetümmel zu geben, nur die qualvollen Rufe der Klauenwesen.

Johanna zeigte: »Du meinst dort, das dunkle Ding?«

Pilger antwortete nicht. Seine Glieder zuckten, seine Mundmesser fuhren ziellos hin und her. Sie sprang von dem blitzenden Metall weg. Er hatte sich schon geschnitten. Schallangriff. Sie schaute den Pfad zurück. Sie hatte über ein Jahr lang Zeit gehabt, die Rudel kennen zu lernen, und was sie jetzt sah, war… Wahnsinn. Manche Rudel explodierten, sie rannten in alle Richtungen, so weit, dass sie unmöglich ihr Denken bewahren konnten. Andere — Holzschnitzerin in ihrem Wagen — krochen in sich selbst zusammen und ließen kaum einen Kopf sehen.

Knapp hinter den nächsten Bäumen hangaufwärts sah sie eine graue Flut. Die Wölfe. Jedes einzelne Fellknäuel sah ganz unschuldig aus. Alle zusammen… Johanna erstarrte für einen Augenblick, als sie sah, wie sie die Kehle eines Soldatengliedes herausrissen.

Johanna war die einzige Person, die noch bei Verstand war, und das würde weiter nichts bedeuten, als dass sie sehenden Auges sterben würde.

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