Электронная книга - «Im Abgrund». Краткое содержание книги:
Buch
Der erfahrene Himalaya-Experte Dwight David Crockett, genannt Ike, sucht mit seiner Expeditionsgruppe Schutz vor einem Unwetter in einer Höhle in Nepal. Zu ihrem Entsetzen stoßen sie dort auf die Leiche eines Mannes, die über und über mit unbekannten Schriftzeichen bedeckt ist. Wenig später sind alle Mitglieder der Expeditionsgruppe tot, und Ike wird für lange Monate Gefangener der »Hadals«. Jahre später ist es fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden, dass die Erde von einem tief liegenden Tunnelsystem unterminiert ist, das von den Hadals bewohnt wird. Niemand weiß, wer - oder was - sie sind, aber wenn sie erscheinen, verheißt das nichts Gutes. Eines Tages wird eine wissenschaftliche Expedition zusammengestellt, mit dem Auftrag, das Tunnelsystem zu kartografieren, Ressourcen zu entdecken - und das Geheimnis des Lebens in der ewigen Dunkelheit zu ergründen. Gibt es eine natürliche Erklärung, wie die Wissenschaftler hoffen? Oder hat das Phänomen übernatürliche Ursachen? Ist der rätselhafte Anführer der Hadals nur ein charismatischer Freak oder tatsächlich Satan, die Verkörperung des Bösen? Die junge Nonne Ali, die sich seit Jahren mit primitiven Sprachen und Kulturen beschäftigt, nimmt an dieser Reise in die steinerne Unterwelt teil. Und in diesen gefährlichen Abgründen, in denen Wissenschaftler und Militärs nicht nur Opfer ihrer Angreifer werden, sondern auch ihrer eigenen Gier und Unmenschlichkeit, trifft sie den einen Mann, der einen klaren Kopf behält: Ike ...
Autor
Jeff Long ist ein erfolgreicher Extrem-Bergsteiger, der seine eigenen Erfahrungen im Himalaya in seine Romane einfließen lässt. Jeff Long lebt in Boulder, USA.
»Diese Option besteht nicht«, sagte de l’Orme. »Jedenfalls noch nicht so bald.«
Alle drehten sich zu ihm um.
»Wenn er keine Versuchskaninchen heraufbringt, wird es dort unten schon bald keine Hadal mehr zu holen geben. Habe ich Recht, Mr. Cooper?«
»Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden«, entgegnete Cooper.
»Vielleicht erzählen Sie uns etwas über die Seuche«, sagte de l’Orme. »Über Prion-9.«
Cooper taxierte den kleinen Archäologen von oben bis unten abschätzend. »Ich weiß, was Sie wissen. Wir haben in Erfahrung gebracht, dass entlang der Expeditionsroute Prion-Kapseln ausgesetzt werden. Aber Helios hat nichts damit zu tun. Es ist mir egal, ob Sie mir glauben oder nicht. Letztendlich sind es meine Leute, die dort unten dem Risiko ausgesetzt sind. Meine Expedition. Mit der Ausnahme Ihres Spions«, fügte er hinzu. »Dieser Frau von Schade.«
Januarys Miene wurde starr.
»Was ist das für eine Geschichte von einer Seuche?«, fragte Eva Cooper scharf.
»Ich wollte dich nicht noch mehr beunruhigen«, sagte Cooper zu seiner Frau. »Ein geistig gestörter ehemaliger Soldat hat sich der Expedition angeschlossen und legt überall auf dem Weg einen synthetischen Virus aus.«
»Mein Gott«, flüsterte seine Frau.
De l’Orme lächelte bitter. »Derjenige, der das Gift auslegt, heißt Shoat. Es ist Ihr Sohn, Ma’am.«
»Mein Sohn?«
»Er wird dazu missbraucht, eine synthetische Seuche auszusetzen. Und Ihr Mann hat ihn dazu auserwählt.«
Die Versammlung starrte den Archäologen verdutzt an. Sogar Thomas war bestürzt.
»Das ist absurd!«, brauste Cooper auf.
De l’Orme zeigte auf Coopers Sohn. »Er hat es mir verraten.«
»Ich habe Sie in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen«, protestierte Hamilton.
»Das stimmt. Ebenso wenig habe ich Sie gesehen.« De l’Orme grinste. »Trotzdem haben Sie es mir verraten.«
»Sie sind ja verrückt!«, brauste Hamilton auf.
»Aber, aber«, tadelte ihn de l’Orme. »Wir haben uns doch schon einmal über Ihre emotionalen Ausbrüche unterhalten. Keine Demütigung der Ehefrau mehr auf Cocktailpartys. Und keine Schlägereien mehr. Darin waren wir uns doch einig? Sie wollten daran arbeiten, Ihren Zorn in den Griff zu bekommen, richtig? Ihr Temperament zu zügeln.«
Der junge Mann wurde aschfahl.
Nun wandte sich de l’Orme an sie alle. »Über die Jahre habe ich festgestellt, dass die Geburt eines Sohnes einen Mann gelegentlich zur Vernunft bringt. In einigen Fällen bewirkt sie sogar seine Rückkehr zum Glauben. Als ich von der Taufe von Hamiltons Sohn hörte, kam mir eine Idee. Es war deutlich zu sehen, dass die Vaterschaft unseren jungen Sünder veränderte. Er hat sich mit dem besonderen Eifer eines verlorenen und doch noch zurückgekehrten Sohnes auf den Pfad der Tugend begeben. Seit mehr als einem Jahr hat Hamilton jetzt seiner Vorliebe für Heroin entsagt und sich von seinen teuren Callgirls fern gehalten.«
»Was reden Sie da überhaupt?«, fragte Cooper entgeistert.
»Hamilton Cooper hat den Geschmack der heiligen Hostie entdeckt«, sagte de l’Orme. »Und Sie alle kennen die Spielregeclass="underline" ohne Beichte keine Eucharistie.«
Cooper wandte sich entsetzt an seinen Sohn. »Hast du Kontakt mit der Kirche aufgenommen?«
Hamilton sah niedergeschlagen aus. »Ich habe mit Gott gesprochen.«
»Und was ist mit dem Beichtgeheimnis?«, fragte Vera staunend.
»Ich habe die Kutte schon vor langer Zeit abgelegt«, klärte sie de l’Orme auf. »Meine Freundschaften und persönlichen Verbindungen pflege ich jedoch nach wie vor. Es war einfach nur eine Frage der Vorahnung, wann es mit dem mea culpa dieses korrupten jungen Mannes so weit sein würde. Ich musste mich nur bei gewissen Gelegenheiten in eine kleine hölzerne Kabine setzen. Hamilton und ich, wir haben uns stundenlang unterhalten. Ich habe viel über das Haus Cooper erfahren. Sehr viel.«
Cooper der Ältere lehnte sich zurück. Er starrte aus der Loge in die Nacht hinaus.
»Helios verfolgt folgende Strategie«, fuhr de l’Orme fort: »Die Seuche soll wie ein gewaltiger Gewittersturm des Todes durch den Subkontinent fegen. Anschließend kann die Firma eine praktisch von allen störenden Lebensformen gereinigte Welt in Besitz nehmen. Dann gibt es dort auch keine Hadal mehr. Deshalb hält sich Helios hier oben eine gewisse Population. Weil sie vorhaben, alles, was dort unten atmet, in Kürze zu töten.«
»Aber warum?«
De l’Orme blieb auch diese Antwort nicht schuldig. »Historie«, sagte er. »Mr. Cooper hat seine Lektion ordentlich gelernt. Eroberungen verlaufen immer auf die gleiche Weise. Es ist wesentlich einfacher, ein leeres Paradies zu besetzen.«
Cooper warf seinem Sohn einen vernichtenden Blick zu.
De l’Orme fuhr unbeirrt fort: »Helios erhielt das Prion-9 aus einem Labor, das im Auftrag der U.S. Army arbeitete. Wer es für Helios besorgt hat, dürfte außer Frage stehen.
General Sandwell, Sie waren es auch, der den Soldaten Dwight Crockett als Sündenbock rekrutierte, unter dessen Namen Montgomery Shoat immunisiert wurde.«
»Monty wurde immunisiert?«, fragte seine Mutter.
»Ihr Sohn hat nichts zu befürchten«, beruhigte sie de l’Orme.
»Zumindest nicht von der Seuche.«
»Wer kontrolliert die Freisetzung des Giftes?« Vera richtete ihre Frage direkt an Cooper. »Sie?«
Cooper schnaubte verächtlich.
»Montgomery Shoat«, vermutete Thomas. »Aber wie? Sind die Kapseln so programmiert, dass sie das Gift automatisch freisetzen? Gibt es eine Fernbedienung? Einen Code?«
»Um Gottes Willen, sag es ihnen!«, flehte Eva ihren Ehemann an.
»Wir können es nicht mehr aufhalten«, sagte Cooper. »Das ist die Wahrheit. Montgomery hat den Auslöser selbst codiert. Er ist der Einzige, der die elektronische Sequenz kennt. Auf diese Weise kann seine Mission von niemandem gefährdet werden. Nicht von Ihnen«, sagte er zu Thomas und fügte dann verbittert hinzu: »Und auch nicht von einem indiskreten Sohn. Und bei all unserer Ungeduld können wir den Virus nicht freisetzen, bevor Montgomery die Zeit für reif hält.«
»Dann müssen wir ihn finden«, sagte Vera. »Geben Sie uns Ihre Karte. Zeigen Sie uns, an welchen Stellen die Kapseln deponiert wurden.«
»Das hier?« Cooper schlug mit dem Handrücken auf die Karte. »Das ist lediglich ein Entwurf. Nur die Expeditionsteilnehmer wissen, welchen Weg sie wirklich genommen haben. Aber selbst wenn Sie ihn aufspüren, bezweifle ich, dass Montgomery sich noch an jede einzelne Kapsel auf der fünfzehntausend Kilometer langen Reise erinnert.«
»Wie viele davon gibt es?«
»Mehrere Hundert. Wir wollten keine halben Sachen machen.«
»Und wie viele Auslöser?«
»Nur den einen.«
Thomas forschte in Coopers Gesicht. »Für wann haben Sie den Massenmord geplant? Wann genau soll Shoat die Seuche entfesseln?«
»Das sagte ich bereits. Sobald er die Zeit für gekommen hält. Selbstverständlich wird er die Expedition so lange wie möglich nutzen. Sie garantiert ihm Transport, Nahrung und Schutz. Er ist kein Selbstmörder und bestand darauf, geimpft zu werden. Ich zweifle nicht daran, dass er die Aufgabe zu Ende bringt, wenn es so weit ist.«
»Auch dann, wenn er dazu die Expeditionsteilnehmer umbringen muss? Und jeden einzelnen Kolonisten, Bergarbeiter und Soldaten, der sich dort unten aufhält?«