Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen
- Автор: Кент Александер
- Год: 1980
- Язык: немецкий
- Год: Ullstein
- ISBN: 3-548-20072-9
- Переводчик: Wentzel Fritz
- Жанр: Морские приключения
Электронная книга - «Galeeren in der Ostsee: Konteradmiral Bolitho vor Kopenhagen». Краткое содержание книги:
Jetzt diente Neale als Kommandant, und es war klar, was Pascoe dachte, als er durch das Glas beobachtete, wie jener sein Schiff handhabte. Bolitho sagte ruhig:»Sobald es geht, Adam. Ich tue, was ich kann. Du hast es verdient.»
Pascoe sah ihn erstaunt an.»Du hast es erraten, Onkel?»
Bolitho lächelte.»Ich war auch mal Kommandant einer Fregatte, Adam. Das vergißt man nie.»
Er schaute zu seiner Konteradmiralsflagge empor, die vom Besan-mast kräftig auswehte.»Auch wenn es einem weggenommen ist.»
«Vielen Dank«, rief Pascoe aus.»Ich möchte zwar gern bei dir bleiben, das weißt du. Aber ich verliere zu viel Zeit auf einem Linienschiff.»
Bolitho sah Ozzard auf dem Achterdeck herankommen, die dünne Gestalt gegen den feuchten Wind zusammengekrümmt. Es war Zeit zum Essen.
Er schmunzelte.»Ich glaube, damals habe ich das gleiche gesagt.»
Nachdem Bolitho im Achterschiff verschwunden war, ging Pascoe langsam auf der Luvseite auf und ab, die Hände genauso auf dem Rücken verschränkt, wie er es oft bei Bolitho gesehen hatte.
Pascoe hatte nie etwas von seinen Wünschen gegenüber Herrick oder gar Bolitho geäußert. Aber er hätte wissen sollen, daß er nichts vor ihnen verbergen konnte.
Er beschleunigte die Schritte, während seine Gedanken ihm weit vorauseilten in eine Zukunft, die nicht länger ein eitler Traum zu sein schien.
III Der Brief
Es verging noch ein ganzer Tag, bevor Bolithos Ausguck Admiral Damerums Geschwader sichtete, und da es bereits kurz vor Dunkelheit war, mußten sie auch noch die Nacht verstreichen lassen, bevor sie den Kontakt herstellen konnten.
Während sein Schiff am folgenden Morgen Kurs auf die größere Gruppe nahm, beobachtete Bolitho das Geschwader des Admirals durch ein starkes Fernrohr und fragte sich, welchen Sinn es habe, eine solch gewaltige Streitmacht in dieser Art zu beschäftigen. Von den britischen Flotten wurde erwartet, daß sie Sommers wie Winters die holländischen Kriegsschiffe vor der niederländischen Küste, die spanischen in Cadiz und — selbstverständlich — die starken französischen Stützpunkte Brest und Toulon blockierten. Abgesehen davon hatte man ihnen den Schutz der lebenswichtigen Handelswege nach Ost-und Westindien vor Angriffen der Feindmächte, vor Kaperfahrern und gewöhnlichen Piraten übertragen. Eine fast unlösbare Aufgabe.
Hier an den Ostseeeingängen wurden nun andernorts dringend benötigte Geschwader nutzlos festgehalten, nur weil Zar Paul von Rußland wenig für Britannien und desto mehr für Napoleon übrig hatte und vielleicht seine Neutralität aufgeben wollte.
Herrick trat zu Bolitho und sagte:»Das dritte Schiff, Sir, muß das von Sir Samuel Damerum sein.»
Bolitho richtete sein Fernglas auf das Schiff, das den Union Jack an seiner Großmarsstenge führte. Er war sich des Unterschieds zwischen den nur langsam segelnden Schiffen Damerums und seinem eigenen kleinen Geschwader bewußt. Mit ihren vielfach geflickten Segeln, ihren von Wind und Wetter mitgenommenen Schiffsrümpfen, auf denen quadratmeterweise die Farbe weggewaschen war, bildeten sie einen starken Gegensatz zu Bolithos neu ausgerüsteten Zweideckern.
Weit hinter den schwereren Schiffen machte Bolitho die Bramsegel einer Fregatte aus, die dort als >Auge des Admirals< patrouillierte. Deren Ausgucks konnten wahrscheinlich die dänische Küste sehen.
«Lassen Sie bitte mein Boot klarmachen, Thomas. Wir werden in spätestens einer Stunde bei ihnen sein. Und sorgen Sie dafür, daß gleichzeitig die Vorräte für den Admiral mit einem anderen Boot hinübergeschickt werden.»
Es war immer ein seltsames Gefühl, wenn Schiffe einander bege gneten. Die einen, schon lange in See, waren immer erpicht auf Neuigkeiten von zu Hause. Die Neuankömmlinge dagegen waren voller Unruhe, da sie nicht wußten, was sie erwartete.
Sein Flaggleutnant kam mit langen Schritten über das Achterdeck, das Gesicht verkniffen wegen der Kälte.
Bolitho sagte:»Da ist das Flaggschiff des Admirals. Ein Linienschiff zweiter Klasse.»
Browne nickte.»Die Tantalus, Sir. Captain Walten. «Es klang, als ginge es ihn nichts an.
«Sie werden mit mir hinüberfahren. «Bolitho lächelte grimmig.»Um sicherzustellen, daß ich nicht etwas Unbesonnenes tue.»
Herrick sagte:»Es mag alles schnell vorbeigehen. Vielleicht sind wir eher wieder in Spithead, als Sie ahnen.»
Bolitho war in seiner Kajüte dabei, seine Depeschen aus dem Safe zu holen, als das Geklapper von Blöcken und das Knattern schlagender Leinwand ihm sagten, daß die Benbow in den Wind drehte und Segel wegnahm, damit das Admiralsboot sicher zu Wasser gebracht und längsseit geholt werden konnte.
Als er an Deck kam, hatte das Bild sich erheblich verändert. Die Schiffe des Admirals bewegten sich unter backgebraßten Marssegeln nur ganz langsam vorwärts, und es schien, als wolle die Benbow ihre Linie wie in der Schlacht durchbrechen. Man konnte es sich jedenfalls leicht so vorstellen, und wenn auch viele Leute auf der Benbow noch nie einen im Ernst abgefeuerten Schuß gehört hatten, so doch Bolitho, Herrick und einige andere um so öfter.
«Boot längsseit, Sir. «Herrick eilte zu ihm, das Gesicht gezeichnet von der Verantwortung, die er für sein Schiff und — während der Abwesenheit Bolithos — für das ganze Geschwader trug.
«Ich mache so schnell ich kann, Thomas. «Bolitho drückte sich den Hut fest auf den Kopf und sah dabei die Seesoldaten der Ehrenwache antreten und die Bootsmannsmaaten ihre Trillerpfeifen an die Lippen führen, bereit, ihn vorschriftsmäßig zu verabschieden.»Der Admiral wird mich wohl kaum als unfreiwilligen Gast bei sich behalten wollen, wenn der Seegang wieder zunimmt, nicht wahr?»
Ein Midshipman, ungewöhnlich sauber und ordentlich angezogen, stand im heftig dümpelnden Boot; neben ihm, auf seinem angestammten Platz an der Pinne, Allday. Er mußte sich mit seiner Ansicht durchgesetzt haben, daß der Konteradmiral lieber seinen Bootssteurer am Ruder sah als einen Schiffsleutnant. Wenn es nach Allday ginge, wäre das nächstemal auch kein Midshipman mehr dabei, dachte Bo-litho. Leutnant Browne allerdings war mit im Boot. Er hatte es wieder geschafft, nahezu elegant auszusehen.»Boot Achtung!»
Während die Bootsmannsmaatenpfeifen noch trillerten, sprang Bo-litho in dem Augenblick vom Fallreep auf die Hecksitze des Bootes hinüber, als dieses gerade von einer Welle an der glänzenden Bordwand der Benbow hochgehoben wurde.
«Absetzen vorn! Riemen bei! Rudert an!»
Als das Boot aus dem Windschutz des Zweideckers herauskam, begann es wie ein Delphin heftig auf- und niederzuhüpfen. Bolitho warf einen Blick auf den Midshipman, dessen Gesicht aschfarben geworden war. Er hieß Graham und war siebzehn, einer der älteren >jungen Herren<. Seine Chancen auf Beförderung zum Leutnant konnten sich verringern, wenn er in dem Boot seines Admirals seekrank wurde.
«Setzen Sie sich, Mr. Graham. «Bolitho sah, daß der Junge ihn verwirrt anstarrte, weil er von einem so hohen Dienstgrad angesprochen wurde.»Es ist etwas bewegt heute.»
«D-d-danke, Sir. «Graham ließ sich erleichtert nieder.»Ich bin gleich wieder in Ordnung.»
Über die Schultern grinste Allday dem Schlagmann zu. Nur jemand wie Bolitho machte sich Gedanken über einen kleinen Midshipman. Das Komische an der Sache war, daß der unglückliche Graham — was Allday wußte — nur kurz vorher von einer Pastete gekostet hatte, die er seit England aufbewahrte. Die Pastete war zweifellos schon leicht angeschimmelt gewesen, als er sie an Bord brachte. Nach Tagen auf See, in der feuchten, schlecht gelüfteten Kadettenunterkunft, mußte sie sich nahezu in Gift verwandelt haben.
Bolithos Ankunft auf Damerums Flaggschiff verlief nicht weniger geräuschvoll als die Abfahrt von seinem eigenen.
Er sah flüchtig: blitzende Bajonette, unbewegte Offiziersgesichter, aber vor allem den Admiral selber, der vortrat, um ihn zu begrüßen.