Бесплатная библиотека
Читайте книгу на сайте или телефоне
READ-E-BOOK » История » DAS TAL DER PHARAONEN. Auf den Spuren der altägyptischen Könige
DAS TAL DER PHARAONEN. Auf den Spuren der altägyptischen Könige - Читать Любимую Русскую Полную Книгу 👉 Read-E-Book.com

DAS TAL DER PHARAONEN. Auf den Spuren der altägyptischen Könige

Электронная книга - «DAS TAL DER PHARAONEN. Auf den Spuren der altägyptischen Könige». Краткое содержание книги:

Kurzbeschreibung
Vandenberg erzählt die Geschichte zweier Männer, die verschiedener nicht sein konnten: Der eine Franzose, wagemutig, ein Draufgänger; der andere Deutscher, feinsinnig und schüchtern ═ Auguste Mariette und Heinrich Brugsch. Ihr Ziel war dasselbe: die Wiederentdeckung des Alten Ägypten und seiner verschollenen Kultur. Sie begegneten sich im legendären Tal der Könige, der größten archäologischen Schatzkammer der Welt.Nach den persönlichen Aufzeichnungen der beiden Forscher schrieb Vandenberg einen spannungsgeladenen Hintergrundbericht zur Ägyptologie.
Über den Autor
Philipp Vandenberg, 1941 in Breslau geboren, landete gleich mit seinem ersten Buch einen Erfolg: Der Fluch der Pharaonen (1973) wurde ein Weltbestseller. Es folgten zahlreiche spannende Sachbücher und Thriller, die oft einen archäologischen Hintergrund haben. Vandenbergs Bücher wurden bisher in 31 Sprachen übersetzt, darunter, neben allen Weltsprachen, ins Türkische, Bulgarische, Mazedonische und Rumänische. Der Autor lebt abwechselnd in Baiernrain und im Folterturm von Deutschlands längster Burganlage in Burghausen.
1 ... 6 7 8 9 10 11 12 13 14 ... 72
Перейти на страницу:

Timsah lachte. »Effendi nicht müssen Angst haben, wenn weinen Wände.« Brugsch sah den Fellachen fragend an. »Leute von Karnak sagen >Kammer der Totenuhr<. Ist Grund, warum nicht bewohnt. Dafür du hast kostenlos Wohnung. Leute von Karnak haben Angst vor weinenden Wänden. Aber Effendi ist Europäer, wir Europäer nicht müssen fürchten.«

Brugsch schmunzelte. Ihm kamen die Memnonkolosse jenseits des Nils in den Sinn, die angeblich morgens, wenn die Sonne aufging, ebenfalls klagende Laute von sich gaben. »Ich will hinüber zum Tal der Könige«, sagte Brugsch zu Timsah, »begleitest du mich?« Der wehrte mit wilden Handbewegungen ab und erklärte, für das Tal sei einzig und allein der alte Auad zuständig, er erwarte Brugsch am Ufer des Nils.

Der Antiquitätenhändler und Daguerreotypist Maunier rannte aufgeregt zum Haus des Konsuls Mustafa Aga Ayat Das Konsulat stand nur wenige Schritte von der Behausung des Franzosen entfernt, ebenfalls auf den Säulen des Luxor-Tempels, und diente England, Rußland und Belgien als diplomatische Vertretung. Es war ein offenes Geheimnis, daß Mustafa Aga unter dem Deckmantel der Immunität einen schwunghaften Handel mit Antiquitäten betrieb; der schwarzbärtige Scheich galt als größte Kapazität seines Fa-ches in Oberägypten. Man sah ihm das nicht an, denn Exzellenz machten stets einen gepflegten Eindruck und sprachen außer arabisch fließend englisch, französisch und italienisch. »Aga«, rief Maunier aufgeregt, »mit dem Postdampfer kam soeben die Nachricht, Pascha Abbas ist ermordet worden.«

Der Konsul schwieg. Er gehörte zu den wenigen, die diese Nachricht betroffen machte. »Wer war es?« fragte er schließlich.

»Zwei Mamelukken haben ihn mit einer Drahtschlinge erwürgt, während er in der Badewanne saß. Abbas nächtigte im Palast von Benha, er war auf dem Weg von Kairo nach Ale -xandria.«

»Allah sei ihm gnädig. Wer wird nun Khedive, Said oder Ismail?«

»Said.«

»Said? - Dann wird sich einiges im Lande ändern.« »Das glaube ich auch«, sagte Maunier, »vor allem für uns Europäer.«

»Vor allem für Euch Franzosen«, warf Mustafa Aga ein. »Er schätzt Euch und Euere Kultur über alles. Auch als noch Mohammed Ali regierte - Allah sei ihm gnädig - war ein Franzose sein bester Freund, der französische Konsul.« »Ferdinand de Lesseps!«

»Ich denke, das war sein Name. Man hat nie mehr etwas von ihm gehört.«

»Er soll seine Diplomatenlaufbahn aufgegeben haben«, meinte Maunier, »wie ich hörte, bewirtschaftet er das Landgut seiner Schwiegermutter. Er hat reich geheiratet.« »Sei ihm gegönnt«, sagte Mustafa Aga. Maunier betrachtete die zahlreichen Ausgrabungsfunde, die in der düsteren, teppichbelegten Halle ausgestellt waren, und fragte: »Wie gehen die Geschäfte, Aga?« »Sie sehen ja«, antwortete der Gefragte, »das Angebot ist größer als die Nachfrage, das drückt auf die Preise.« »Seid Ihr schon dem Preußen begegnet, der sich seit kurzem hier aufhält?« fragte Maunier. »Ein Preuße?« Mustafas Augen leuchteten auf. »Tourist? Ich meine, hat er Geld?«

»Er behauptet, Forscher zu sein, und angeblich ist er mittellos, aber er leistet sich zwei Führer, einen auf dieser, den anderen auf jener Seite des Nils. Und jedermann weiß, daß sie keinen Schritt umsonst tun.« »Timsah und Auad?«

»Timsah und Auad. - Neulich fragte mich der Preuße sogar nach einem Sprachlehrer . . .« »Wo logiert er, bei Ihnen?«

»Er sagt, er könne die Miete nicht bezahlen. Jetzt wohnt er abwechselnd in einem Eselstall in Karnak und in einer Höhle in el-Kurna und übersetzt alle erreichbaren Inschriften. Er ist ein gelehrter Mann und kann die Hieroglyphen lesen. Ich glaube, er würde sogar Grabungen machen, wenn er Geld hätte, um Arbeiter anzuwerben. Aber er erwartet eine größere Summe aus Berlin.«

Mustafa Aga Ayat trat ganz nahe an den Franzosen heran and sagte leise: »Ich will ihn hier nicht haben, diesen Preussen. Er versteht zu viel von den Dingen. Das ist nicht gut fürs Geschäft. Hat er schon irgendwelche Dinge ausgegraben?«

Maunier hob die Schultern: »Das kann ich nicht sagen. Er ist nicht sehr gesprächig. Aber man kann erwarten, daß er bald große Entdeckungen machen wird. Erinnern Sie sich doch nur an diesen Lepsius, das war auch so ein Preuße. Diese Leute überlassen nichts dem Zufall. Wenn sie an einer Stelle graben, dann deshalb, weil es konkrete Hinweise auf irgendwelche Funde gibt. Sie haben nämlich uns und den meisten anderen Ausgräbern etwas voraus: Sie können alle Inschriften lesen. Und ein Mann, der dies sogar vorzüglich kann, ist dieser Brugsch.« »Er muß weg!« sagte Mustafa, »er muß weg!«

Maunier sah den Scheich fragend an: »Was wollen Sie tun?«

»Lassen Sie mich nur machen«, antwortete dieser, »wo ist dieser Brugsch zur Zeit?« »Im Tal der Könige.«

»Im Tal?« rief Mustafa und ging unruhig auf und ab. »Was wollen Sie tun?«

»Ich?« fragte der Scheich entrüstet, »ich werde nichts tun. Aber man muß diesem Preußen eine Warnung zukommen lassen, er hat hier nichts zu suchen, er ist ein Eindringling. Und wenn er nicht verschwindet, dann wird es ihm so ergehen wie diesem Konsul Reitz, der eine von den heiligen Hyänen erlegt hat. Erinnern Sie sich?« »Sie meinen diesen Österreicher? Ja, ja, er verfiel kurz darauf dem Wahnsinn und ging elend zugrunde. Wahrscheinlich Gift!«

Mustafa drehte die Handflächen nach außen, machte eine entschuldigende Handbewegung und seufzte: »Maschallah! - Was doch Allah alles geschehen läßt!«

Nach tagelangen Streifzügen im Tal der Könige diente Brugsch das ehemalige Grab eines thebanischen Edelmannes auf einem Felsvorsprung oberhalb des Dorfes Schech abd el-Kurna als provisorische Unterkunft. Das war keineswegs ungewöhnlich, da die meisten der in den Fels gemeißelten, mit Reliefs, Inschriften und Bildern versehenen Gräber bewohnt wurden. Sie waren kühl und leicht sauberzuhalten. Zur Abendstunde quollen Schwaden fettigen Rauchs aus den Türöffnungen, und Düfte von gebratenem Fisch hingen über den Felswänden des Tales. Dann steckte sich Brugsch jedesmal eine Wäscheklammer auf die Nase, mit der er für gewöhnlich seine Zeichnungen und Skizzen festzuhalten pflegte, damit ihn der Hunger nicht allzusehr quälte. Seit Wochen ernährte er sich nur von Linsen, Bohnen, Zwiebeln und Durrabrot. Sein Reisegeld war aufgebraucht, und Brugsch überlegte ernsthaft, ob er nicht Maunier um einen einen Kredit angehen sollte.

An solchen Abenden, allein in seiner Grabwohnung, überkamen ihn mitunter Zweifel, ob er sich sein Leben wirklich so vorgestellt hatte und er nicht besser eine Schreibstube in einem Berliner Ministerium bezogen und seine Abende mit Pauline verbracht hätte. Brugsch war jetzt 27 Jahre alt, genau in jenem Alter, in dem sich ein Mann zum erstenmal fragt, wo der Idealismus endet und die Dummheit beginnt. Doch wenn er dann aus seiner Höhle trat und sein Blick, geblendet von der Sonne, die glutrot hinter den Bergen unterging, über all die Zeugnisse versunkenen Lebens zu seinen Füßen schweifte - über die Säulen des Memnoniums, die verschütteten Mauern des Hatschepsut-Tempels, die riesigen Mem-nonkolosse und fern im gelbweißen Dunst die Ruinenstätte von Karnak -, dann erschienen ihm alle seine Probleme angesichts dieser großartigen versunkenen Welt auf einmal völlig bedeutungslos.

Eines dieser Probleme bestand darin, daß er nicht wußte, wie er Scheich Achmed bezahlen sollte, der ihm seit kurzem die arabische Sprache beibrachte. Der Sechzigjährige, auf einem Auge blind, auf dem anderen auch nicht gerade mit besonderer Sehkraft ausgestattet, war geschwätzig wie eine Drossel und eitel wie ein Pfau. Er ließ keine Gelegenheit aus, sich mit allerlei Höchstleistungen zu brüsten. Nachdem er einmal sechzehn Glaslampen verzehrt hatte, ohne an Leib und Leben Schaden zu nehmen, sahen die Fellachen von el-Kurna in ihm einen Heiligen, die Oberen des Derwischordens, dem er als Mitglied angehörte, verstießen ihn jedoch -wegen Lampenverschwendung. Er behauptete voll Stolz, im Laufe seiner 60 Jahre 70 Frauen geehelicht zu haben - was immer er darunter verstand. Doch da ihm Nachkommenschaft bisher versagt geblieben war, hatte er gerade die 71. Frau ins Auge gefaßt, eine 15jährige Jungfrau.

1 ... 6 7 8 9 10 11 12 13 14 ... 72
Перейти на страницу:
0
Сюжет
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Атмосфера
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Главный герой
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
0
Общее впечатление
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9
  • 10
Итоговая оценка: 0.0 из 10 (голосов: 0 / История оценок)